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Fuchsrichter Logo Hauck & Aufhäuser Privatbankiers | Stiftungsvermögen 2016 - Qualifikationsrunde: Angebotsabgabe

Know-how auch bei Randthemen

Im Wettbewerbsvergleich zu viele Lücken im Angebot
Hauck & Aufhäuser entsprechen in weiten Teilen den Ausschreibungsanforderungen. An zwei Stellen aber bleiben sie unkonkret.
Hauck & Aufhäuser Privatbankiers ist eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Derzeit läuft die Übernahme durch die chinesische Fosun. Die Gesellschaft hat ein Kaufgebot vorgelegt, das von den Eigentümern angenommen wurde. Noch prüfen die Aufsichtsbehörden und das Bundeskartellamt die geplante Transaktion. Wird die Genehmigung erteilt, werden etwa 530 Mitarbeiter und ca. 37 Mrd. Assets under Management auf den neun Eigentümer aus dem Reich der Mitte übergehen. Die Bank ist mit fünf Standorten in Deutschland vertreten (Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn). Dort kümmert sich ein Relationship Manager als Ansprechpartner um unser Anliegen und bezieht einene Stiftungsexperten ein.

Kennzahlen:
  • Stiftungsexpertise seit: 1999
  • Anzahl betreuter Fremdstiftungen: 136
  • Betreutes Stiftungsvermögen: 460 Mio. EUR
Drei Spezialisten betreuen bei Hauck und Aufhäuser Stiftungen. Sie sind länger als fünf Jahre im Unternehmen. Zu den festen Kooperationspartnern zählen der Bundesverband Deutscher Stiftungen, aber auch Rechtsanwälte und Steuerberatungskanzleien und einige lokal tätige Kanzleien. 
Serviceangebot für Stiftungen:
  • Unterstützung während des Anerkennungsverfahrens bei Behörden
  • Unterstützung bei der Auswahl des Stiftungszweckes
  • Unterstützung bei der Konzeption einer Stiftungslösung
  • Unterstützung bei der Ausarbeitung einer Stiftungssatzung
  • Unterstützung bei der Koordinierung von Bankverbindungen
  • Strategiegespräche
  • Mitarbeit in Stiftungsgremien
  • Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
Das Serviceangebot ist solide, allerdings werden keine Dienstleistungen für die interne Stiftungsverwaltung angeboten. Dafür wartet das Haus mit einigen Zusatzservices auf. So werden, sollten Stifter das bei der Stiftungsgründung wünschen, Kontakte zu bereits bestehenden Stiftungen oder zum Arbeitskreis des Bundesverbandes deutscher Stiftungen hergestellt. Außerdem lädt das Haus zu eigenen Stiftungs-Veranstaltungen ein.

Der Anlagevorschlag

Das Bankhaus Hauck & Aufhäuser orientiert sich genau an den Fragestellungen der Stiftung. So erkennt der Leser gleich eine klare Kundenorientierung. Prima. „Randthemen“ wie Investitionen vor Ort in sozialen Bereichen werden benannt. Die Bank verweist dazu auf ihr aktives Netzwerk, u. a. zu „Social Venture Fonds“. Bezüglich der Vermögensanlage hat Hauck & Aufhäuser die gewünschte Werterhaltung im Blick. Die Strategie sollte konservativ ausgerichtet sein. Der maximale Verlust pro Jahr sollte eine Bandbreite von -5 % bis -10 % nicht überschreiten. Folglich erhält die Stiftung folgende Vermögensstruktur vorgeschlagen: 56,0 % Anleihen einschließlich Liquidität, 23 % Aktien, 5,0 % Mikrofinanz, 6,0 % Offene Immobilienfonds, 10,0 % Aktienanleihen. Sehr anschaulich präsentiert Hauck & Aufhäuser den Vergleich zwischen der bisherigen Struktur und der neuen, empfohlenen Zusammensetzung. Zu sehen ist, dass die Stiftung mit der vorgeschlagenen Allokation bessere Renditen erzielt hätte, der Verlust im Jahr 2008 wäre aber auch mit 7,63 % deutlich höher ausgefallen. Das ist ehrlich und anschaulich kommuniziert. Die Ausschüttung liegt bei ca. 2 %. Details dazu fehlen leider. Ebensowenig lässt sich erkennen, wie die offenen Immobilienfonds konkret abgebildet werden sollen. Die Stiftung hatte aber eine komplette Darstellung der zu investierenden Wertpapiere gewünscht. Dafür ist der Stresstest anschaulich gelungen. Es werden wunschgemäß folgende Preismodelle angeboten: 0,80 % + USt. Vergütung oder 0,60 % Vergütung + 10 % Erfolgsabhängige Vergütung.

FAZIT:
Hauck & Aufhäuser präsentieren einen breit diversifizierten Anlagevorschlag und zeigen anschaulich, dass sie es besser können als der bisherige Vermögensverwalter der Stiftung. Dennoch lässt die Bank Lücken im Angebot: bei der detaillierten Abbildung der Wertpapiere, die zum Einsatz kommen sollen sowie bei der Ausschüttungsplanung. So reicht es im engen Wettbewerbsumfeld nicht ganz für die Endauswahl im Beauty Contest.

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