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Fuchsrichter Logo Stiftungsvermögen 2024: Die ODDO BHF SE in der Ausschreibung

Oddo BHF schafft Vertrauen

Thumb Stiftungsvermögen 2024. © Collage: Redaktion Fuchsbriefe, envato elements
Oddo BHF – ehemals BHF Bank – verfügt nach eigener Aussage über langjährige und umfassende Kompetenzen bei der Verwaltung von Stiftungsvermögen. Die Stiftungen werden gemeinsam von den Spezialisten aus den Bereichen Stiftung Office, Family Office und Vermögensverwaltung sowie den jeweiligen Beratern aus den Niederlassungen betreut. Aktuell hat die BHF 270 Stiftungen und Verbände mit einem Vermögen in Höhe von ca. 1,8 Milliarden Euro unter Vertrag. Beeindruckende Fakten, die Lust auf mehr machen.

Und der Leser wird nicht enttäuscht. Auf der Suche nach einem neuen Vermögensverwalter für die 3 Millionen Euro Vermögen der Stiftung Fliege scheint er mit Oddo BHF einen passenden Kandidaten gefunden zu haben. Zumindest auf den ersten (und zweiten) Blick hat der Vorschlag alles, was sich die Stifter wünschen. Was auffällt ist, dass sich die Bank intensiv mit dem auseinandersetzt, was die Stifter umtreibt. Und sie scheut sich auch nicht, auf mögliche Zielkonflikte hinzuweisen. Überhaupt lässt sie die Stifter wiederholt ihre Meinung wissen. Das ist selten und macht einen sehr guten Eindruck. An dieser Stelle taucht die Frage auf, worauf die Stifter überhaupt Wert legen.

Das wünschen sich die Stifter

  • Die Stiftung Fliege sucht für 2,5 Millionen Euro Stiftungskapital – das 2024 auf 3 Millionen aufgestockt wird – einen neuen Vermögensverwalter.
  • Gefordert werden Erfahrungen im Vermögensmanagement für Stiftungen
  • Das Portfolio soll strategisch in bis zu 40 Prozent Aktien und 60 Prozent Anleihen aufgeteilt sein.
  • Zentrale Vorgaben sind der reale Erhalt des Stiftungsvermögens auf mindestens fünf Jahre , die Begrenzung möglicher Vermögensverluste sowie mindestens 60.000 Euro ordentliche Erträge p.a. zur Fortführung der Stiftungsarbeit.
  • Die Wertentwicklung des Anlagevorschlags von 2018 bis heute soll unter Angabe der wichtigsten Parameter simuliert werden.
  • Schließlich sollen Risikomanagement- und Kostenmodell dargestellt werden.

Kundenbezogenes Vorgehen

Oddo BHF reicht ein sehr übersichtlich gestaltetes Konzept ein, das gleich auf Seite 3 einen Überblick über die Ausgangssituation, die Zielsetzung der Stiftung und den Aufbau der Unterlage gibt. Die Bank verweist im Weiteren ausgehend von den Stifterwünschen auf ihre Antworten im Vorschlag mit Seitenangabe. Und startet dann unmittelbar mit dem Anlagevorschlag. Erst in den folgenden Punkten der Agenda kommt sie auf das eigene Haus zu sprechen. Das wirkt kundenbezogenen und macht einen sympathischen Eindruck.

Oddo BHF setzt sich ausführlich mit dem Marktumfeld auseinander und erklärt die Auswirkungen auf Aktien und Renten. Für den Leser sind das interessante Informationen, die er nicht in vielen Vorschlägen so gefunden hat.

Verschiedene Inflationsszenarien durchgespielt

In aller Ausführlichkeit leitet das Angebot die Zielrendite unter der Annahme unterschiedlicher Inflationsszenarien her und gibt vor: „Für eine mittlere Anlagedauer von 5 Jahren empfehlen wir die Annahme einer Inflationsrate in Höhe von 2,8% p.a.“

Dafür sei eine Rendite von 5,5 Prozent erforderlich, um Kosten in Höhe von 0,714 Prozent und die gewünschte Entnahme von 60.000 Euro pro Jahr sicherzustellen. In dieser Klarheit hat der Leser diese Informationen selten erhalten.

Zielkonflikt klar herausgearbeitet

Oddo BHF macht keinen Hehl daraus, dass die von der Stiftung angestrebte maximale Aktienquote von 40 Prozent die erforderliche Rendite von 5,5 Prozent wohl nicht erreichen wird. In zwei weiteren Modellen mit Aktienanteilen von 50 und 60 Prozent verdeutlicht die Bank, wie sich diese Konstellationen auf Risiko und Ertrag auswirken würde. Mit dem Risiko steigt auch der mögliche Ertrag, so die Botschaft.

Für die ausgewogene Vermögensstrategie – wie von der Stiftung gewünscht – schlägt sie 65 Prozent Anleihen und 35 Prozent Aktien vor und bleibt damit in dem von der Stiftung vorgegebenen Rahmen. Sie weist aber zugleich auf den Zielkonflikt hin, der dieser Strategie innewohnt. Denn die 4,8 Prozent Rendite laut Modellprognose werden wohl nicht für Kapitalerhalt, Entnahme und Kosten reichen bzw. nur bei einer sehr optimistischen Inflationsannahme von 2 Prozent.

Ausschüttungen sind gesichert

Das vorgestellte Portfolio besteht zu 100 Prozent aus Einzeltiteln, zu 77,8 Prozent in Euro. Im Anleihenbereich dominieren mit 92,8 Prozent Unternehmensanleihen, die durchschnittliche Rendite beträgt 4 Prozent p.a. Das Aktienportfolio wird angeführt von Finanzwerten (22,7 Prozent) sowie Industriewerten und Verbrauchsgütern (je 19,6 Prozent). Ebenfalls stark vertreten ist die Informationstechnologie (17,7 Prozent).

Bei den Währungen teilen sich hier der Euro (36,5 Prozent) und der US-Dollar (34,6 Prozent) die ersten Plätze. Interessant: Bei der Auflistung der Einzeltitel hebt Oddo BHF hervor, welche vom bestehenden Portfolio übernommen werden sollen. Die Aktienrendite wird mit 3,2 Prozent beziffert. Nach Kosten sei damit eine Ausschüttung in Höhe von 89.100 Euro möglich. Eine Planung für die kommenden Jahre gibt es nicht.

Starke Erklärung des Investmentprozesses

Sehr ausführlich und verständlich legt Oddo BHF seinen vierstufigen Investmentprozess dar, den man so seit über zehn Jahren verfolgt. Interessant auch die verschiedenen Indikatoren, die zur Bewertung herangezogen werden, um Qualitätsunternehmen zu identifizieren. So detaillierte Informationen zur Aktien- und Rentenselektion hat der Leser bisher noch nicht bekommen. Sehr gut. Das trifft auch auf die Darstellung des Risikomanagements zu. „Risikomanagement beinhaltet unsere Bemühung, Risiken zu überwachen und sachgerecht zu kontrollieren bzw. zu managen, bedeutet aber nicht ein niedrigesRisiko“, erfährt er. Die verschiedenen Überwachungsstrategien stellt die Bank einleuchtend dar.


Nachhaltigkeit zu knapp behandelt

Das Thema Nachhaltigkeit wird nur kurz angesprochen, etwa im Rahmen der Selektionsprozesse, in die es fest integriert ist. Das ist nachvollziehbar beschrieben, bleibt aber doch im Allgemeinen stecken. Obwohl der Bereich nicht zu den Hauptanforderungen der Stiftung zählt, wäre hier mehr möglich gewesen.

In einem Extrapunkt gibt der Vorschlag Anregungen für eine Anlagerichtlinie. Diese Aufzählung enthält die relevanten Punkte, allerdings wäre ein erster Entwurf die noch bessere Lösung für die Stiftung gewesen. Das Konditionsangebot fällt knapp aus und beinhaltet ein fixes Entgelt in Höhe von 0,7 Prozent inkl. MwSt. Das ist günstig.

Individuelles Konzept

Insgesamt ist das Anlegekonzept individuell aus den Kundenvorgaben heraus erstellt und wird individuell erläutert, inklusive möglicher Zielkonflikte. Fachbegriffe benutzt die Bank, was aber selten zu Unklarheiten für einen vorgebildeten Laien führt. Die Folien erscheinen nicht überladen, die Schriftgröße angenehm, die Grafiken meist intuitiv verständlich, und es gibt hinreichend viele Infos zur Erläuterung.

Adresse

ODDO BHF SE - ODDO BHF Aktiengesellschaft

Kurfürstendamm 38/39

10719 Berlin Deutschland

Tel. 030/20959-300

Email: berlin@bhf-bank.com

www.bhf-bank.com


Oddo BHF beteiligt sich mit einem exakt auf die Stiftung zugeschnittenen Beitrag am Wettbewerb. Die Bank setzt sich deutlich mit den Stifterwünschen auseinander und erfüllt sie größtenteils. Wenn nicht, zeigt sie Zielkonflikte klar auf und benennt Alternativen. Vertrauen gibt die ausführliche Darlegung des Investmentprozesses inklusive Risikomodell. Ein wenig auf der Strecke bleiben die Themen Nachhaltigkeit und Ausschüttungsplanung, was aber den sehr guten Gesamteindruck nicht groß schmälert.

Einem Einzug ins Finale steht damit für Oddo BHF nichts im Wege.

Lesen Sie weitere Berichte in den Rating-News der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz zum Stiftungsmanagement.

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