Stiftungsangebote von Hopp bis Flopp
Die Angebote der Vermögensmanager reichen von verständnisvoll und warmherzig im besten Sinne über rein geschäftlich geprägte, nüchterne, aber deshalb nicht unbedingt schlechte Vorschläge bis hin zu völlig lieblosen, oft weitgehend an den Anforderungen der Stifter vorbeigehenden schludrig verfassten Papieren. Dazwischen gibt es natürlich Abstufungen.
Meist einfache Sprache
Die Unterschiede zeigen sich bereits markant in Sprache und Individualität. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie die Ausarbeitung der G & H Gies & Heimburger Vermögens-Management GmbH, versuchen die meisten Anbieter zu berücksichtigen, dass die Stifter zwar am Thema interessiert sind, aber dennoch fachliche Laien. Daher verwenden sie in der Mehrzahl eine einfache, verständliche Sprache mit meist gut ergänzenden Grafiken und Erklärungen, falls Fachbegriffe vonnöten sind.
Eine große Bandbreite bietet auch der Umfang der Angebote, von einstellig bis zu 70 und mehr Seiten. Längere Angebote bieten viele Hintergrundinformationen, erfordern natürlich aber auch mehr Geduld vom Leser. Ein Beispiel dafür ist die Bethmann Bank, die sich im vorderen Drittel platzieren kann. Sie liefert mit gut 70 Seiten ein sehr langes, aber gut strukturiertes Werk ab. Es ist dank durchdachter Gliederung durch Anstriche, Farben und Grafiken leicht lesbar. Auch das Bankhaus Bauer – das am Ende nur im Mittelfeld ankommt – verwendet eine ausgesprochen einfache und leicht verständliche Sprache, so dass auch Laien die Vorschläge der Bank gut nachvollziehen und bewerten können. Viele Sachverhalte, die andere Banken als bekannt voraussetzen, erklärt die Bank noch einmal kurz. So macht das Lesen auch dem Laien Spaß!
Von der Stange bis ganz individuell
Ein Punkt, an dem sich bereits die Spreu vom Weizen trennt, ist die Individualität. Also, ob der Anbieter ein Produkt von der Stange einreicht oder ob er sich ernsthafte Gedanken gemacht hat, wie er die konkreten Wünsche der Stifter erfüllen kann. Hier reicht die Bandbreite von Angeboten wie das der Allianz, die gar nichts zu den Anforderungen der Stifter sagt, oder der Freiburger Vermögensmanagement GmbH, die einfach zwei ihrer Fonds kombinieren will. Das war’s.
Dann gibt es Vorschläge, wie der von der Bank für Kirche und Caritas eG, die insgesamt weit vorn gelandet ist. Ihr Vorschlag ist zwar kein individuelles Vermögensverwaltungsmandat – das geht laut Bank erst ab 5 Millionen Euro (was sie später im Beauty Contest relativiert) – aber dennoch konzeptionell unmittelbar auf die Stiftung und ihre Wünsche eingeht. Und schließlich dürfen sich die Stifter über vollkommen individuell auf sie zugeschnittene Angebote freuen. Allen voran das der BW-Bank, die auch in diesem Jahr mit ihrem Konzept wieder ganz vorn eingelaufen ist und die in allen Punkten die Wünsche der Stiftung mit den eigenen Umsetzungsmöglichkeiten matcht und ein klares Fazit zieht.
Ignoranz, Unaufmerksamkeit oder Arroganz?
Apropos Stifterwünsche: Obwohl die Stifter ihre Anforderungen ganz klar definiert haben, gehen längst nicht alle Kandidaten darauf ein, zumindest oft nicht vollständig. Zentral sind die Themen realer Kapitalerhalt und eine jährliche Ausschüttung von 50.000 Euro nach Abzug aller Kosten. Doch selbst diese elementaren Anliegen haben längst nicht alle Anbieter aufgegriffen oder erfüllt. In mehr als zehn Fällen hat der Leser der Vorschläge gar keine Angaben zu ordentlichen Erträgen und Ausschüttungen gefunden. Ist das Ignoranz, Unaufmerksamkeit oder Arroganz? In einigen Angeboten finden sich lediglich Prozentangaben, wie bei der Bank im Bistum Essen, der Freiburger Vermögensmanagement GmbH, der Kreissparkasse Köln, der Nord LB und der PRISMA Investment GmbH. Soll sich der Kunde jetzt die Summe selbst ausrechnen? Das ist nicht kundenfreundlich.
Die Minderzahl der Banken hat nachvollziehbar eine Ausschüttungserwartung hergeleitet und – wie ebenfalls gewünscht – Prognosen für die nächsten Jahre erstellt. Die BW-Bank kann zwar ebenfalls das Ausschüttungsziel nicht ganz erreichen, begründet dies aber nachvollziehbar und zeigt vor allem Alternativen auf. „Um Ihre Stiftungsziele wirksam umzusetzen, empfehlen wir, eine maximale Ausschüttungsorientierung zu wählen. Nach der Stiftungsreform können Umschichtungsergebnisse ausgeschüttet werden. So kann die gewünschte Ausschüttungshöhe von 50.000 Euro p.a. erreicht werden.“ So wird aus einem “geht nicht” ein “geht nicht, gibt’s nicht”.
Ausschüttungsziel nur schwer zu erreichen
Was der Leser so nirgendwo sonst gefunden hat: Die BW-Bank macht sich auf Basis der Ausschreibung, der beigefügten Unterlagen und der ergänzenden Antworten auf ihre Fragen Gedanken zur künftigen Entwicklung der liquiden Mittel und des Ausschüttungspotenziales und stellt die Ergebnisse in einer Finanzplanung dar. Auch einige weitere Banken wie die Bethmann-Bank oder die DZ Privatbank wie auch die LGT geben ehrlich zu, dass sie eine Ausschüttung von 50.000 Euro pro Jahr nicht mit gutem Gewissen garantieren können. Bei Bethmann heißt es: „Der Zweckverwendung jährlich Mittel in Höhe von mindestens 50.000 Euro nach Kosten ausschließlich aus ordentlichen Erträge zuzuführen, ist unseres Erachtens allenfalls über das Instrument der Umschichtungsrücklage und damit zu Lasten des realen Kapitalerhalts erreichbar." Nicht sehr schön, aber ehrlich.
Maximale Aktienquote wird kaum ausgereizt
Die vorgeschlagenen Portfolios differieren ebenfalls ziemlich stark. Vorgegeben hatten die Stifter eine strategische Verteilung von bis zu 45 Prozent Aktien und 55 Prozent Renten. Einige Anbieter gehen gar nicht darauf ein, wie die Allianz, die Freiburger Vermögensmanagement GmbH und die G & H Gies & Heimburger Vermögens-Management GmbH. Andere bestätigen zwar die strategische Verteilung, machen aber kein taktisches Angebot. Zu nennen wären hier die Berliner Sparkasse, die Kreissparkasse Köln und die PRISMA Investment GmbH. Die meisten Anbieter geben aber sehr konkrete Vorschläge zur Verteilung des Kapitals der Wilhelm Weidemann Jugendstiftung ab. Was dabei auffällt: Kaum jemand reizt die maximale Aktienquote von 45 Prozent aus. Der Grund: Durch steigende Zinsen rücken Anleihen plötzlich wieder in den Fokus. Die Maximalquote von 45 Prozent erreichen nur der Zweitplatzierte bei den Anlagevorschlägen Donner & Reuschel, die Bank im Bistum Essen und die LGT. Bei den meisten Vorschlägen liegen die Aktienanteile in den 30er Prozenten. Die Bank für Kirche und Caritas, die es auch in die Endrunde schafft, bleibt mit 13,7 Prozent am weitesten hinter den Anforderungen zurück, schlägt aber zugleich einen hohen Anteil von 29 Prozent in Alternativen Investments vor und begründet dies damit, dass es durch einen gezielten Einsatz von Absolute-Return-Fonds um eine Stabilisierung des Portfolios besonders in schwachen Marktphasen gehen soll sowie um einen erhöhten Einsatz von Gold als Währungsersatz.
Renditeerwartungen sehr unterschiedlich
Die sehr unterschiedlichen Erwartungen für die Bruttorendite des jeweiligen Anlagevorschlags spiegeln auch die derzeit undurchsichtige Lage an den Kapitalmärkten wider. Auch hier gibt es etliche Häuser, die sich dem Problem durch Ignorieren entziehen. Heißt: Sie legen sich nicht erkennbar fest. Zu nennen wären hier die Bank im Bistum Essen, die Volksbank Berlin, die Commerzbank, die Freiburger Vermögensmanagement GmbH, die Castell-Bank und die PRISMA Investment GmbH. Ansonsten schwanken die Prognosen erheblich. Am unteren Rand tummeln sich die Allianz mit 2,75 Prozent sowie die GLS-Bank mit 2,98 Prozent, die aber mit ihrem Konzept dank guter Herleitung und anderer Qualitäten dennoch auf einem vorderen Platz im Mittelfeld landet. Den Vogel schießt das Bankhaus Bauer mit 6,95 Prozent ab, die sauber hergeleitet werden, gefolgt von Merck Finck mit 5,9 Prozent sowie der Capitell ( 5,08 Prozent) und der Bank für Kirche und Caritas (5,06 Prozent). Die BW-Bank prognostiziert Renditen bis zu 5,3 Prozent.
Bestplatzierte mit guter Kostenstruktur
Die Frage nach der Inflationserwartung war den Stiftern verständlicherweise aufgrund der aktuell angespannten Lage eine gesonderte Anforderung wert. Neben einigen Angeboten, die gar nicht darauf eingehen, wie Allianz, ALPS, Commerzbank, GLS, Kathrein, Nord LB; PRISMA und Südwestbank, legen sich die Anbieter doch auf sehr abweichende Prognosen für 2023 fest. Am optimistischsten zeigen sich die Weberbank (2,25 Prozent) und die Bank für Kirche und Caritas mit 2,26 Prozent. Kein rechtes Vertrauen in die positive Inflationsentwicklung des laufenden Jahres haben offenbar Donner & Reuschel (8,7 Prozent), die Berliner Volksbank (6,1 Prozent) und die Stadtsparkasse Düsseldorf, für die die Deka-Bank das Angebot erstellt hat, mit 6 Prozent.
Ein naturgemäß entscheidendes Thema betrifft die Kosten der Vermögensverwaltung. Kein Wunder: Sie reduzieren die Erträge und damit die Möglichkeiten zur Erfüllung des Stiftungszwecks. Der Mittelwert aller eingereichten Angebote liegt bei 0,945 Prozent p.a. Während die vier bei den Anlagevorschlägen erstplatzierten Institute – BW-Bank (0,68 Prozent), Donner & Reuschel (0,95 Prozent), Weberbank (0,6 Prozent und LGT (0,89 Prozent) – ihre Dienste vergleichsweise günstig anbieten, liegt LGT auf Platz 5 mit 1,19 Prozent ziemlich deutlich darüber. Doch damit ist nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Spitzenreiter ist die Kathrein Privatbank mit 1,58 Prozent. Auch deshalb muss sie sich mit einem hinteren Platz zufriedengeben. Danach folgen die Castell-Bank mit 1,37 Prozent und vier Anbieter, die 1,19 Prozent (inkl. MwSt.) ansetzen: die Berliner Volksbank, die Bethmann Bank, die Freiburger Vermögensmanagement GmbH und Hauck Aufhäuser Lampe.
Nachhaltigkeit sehr unterschiedlich nachgewiesen
Großen Wert legen die Stifter auf die Nachhaltigkeit der Anlage ihres Stiftungskapitals. Fast alle Teilnehmer an der Ausschreibung stellen ihren ESG-Ansatz mehr oder weniger ausführlich und anschaulich dar. Mit Ausnahme von ALPS Family Office und Südwestbank bemühen sich alle darum, hier zu punkten. Mit unterschiedlichem Erfolg. Während etwa die Allianz lieblos den Sustainability Report 2021 in englischer Sprache mitschickt, G + H auf einer Seite ganz kurz und schematisch den Anlageprozess und die ESG-Filter darstellt und die Nord LB ebenfalls auf einer mageren Seite diesen Stifterwunsch abarbeitet, positionieren sich andere Anbieter hier deutlicher. So beschreibt Oddo (Platz 6 beim Anlagekonzept) den eigenen Nachhaltigkeitsansatz auf fünf Seiten. Hier heißt es u.a.: "Das Portfolio weist eine hohe Nachhaltigkeit gemäß MSCI ESG Research im Vergleich zum Gesamtmarkt auf." Das ist gut und im Sinne der Stifter! Zudem erzeugt das Portfolio im Vergleich zum Gesamtmarkt einen geringeren CO2-Ausstoß. Auch das kommt den Wünschen der Stiftung entgegen. Die Bank listet die Ausschlusskriterien auf sowie die Nachhaltigkeitsleistungen im Vergleich zum Gesamtmarkt. Das ist alles für den Laien gut nachvollziehbar. Die größten Einzelpositionen des Portfolios werden mit ihrem Nachhaltigkeitsrating genannt: Fünf haben AAA, drei AA. Damit kann der Leser etwas anfangen.
Wie wird mit Risiken umgegangen?
Und wie sieht es mit dem Risikomanagement der Wettbewerbsteilnehmer aus? Auch darüber wollten die Stifter möglichst viel erfahren. In diesem Punkt halten sich einige Anwärter ebenfalls sehr bedeckt. So lassen ALPS, die Frankfurter Bankgesellschaft (Deutschland) AG (Platz 20 beim Anlagekonzept) und in gewisser Weise auch Merck Finck und die Nord LB sich in Sachen Risikomanagement nicht oder nur marginal in die Karten gucken. Dagegen legen die meisten Anbieter – in unterschiedlicher Qualität und Quantität – dar, wie sie mit Risiken umgehen. So erklärt die Kreissparkasse Köln (Platz 18 beim Anlagevorschlag) auf vier Seiten ihr Risikomanagement-Modell ausführlich und gut. Sie erläutert die verschiedenen Phasen sowie die Indikatoren und Signalgeber, die darauf Einfluss haben, sowie das Vorgehen auf Aktien- und Anleihenseite. Auch Donner & Reuschel informieren mit leicht verständlichen Worten über ihr Risikomanagement-Modell. Man sei vor allem bestrebt, im Sinne des Stiftungsziels starke negative Renditen zu vermeiden und gehe gleichzeitig bewusst Risiken ein. Damit schaffe man zusätzliche Risikobudgets, die in Teilen eine renditeträchtigere Anlage möglich machen – ohne dabei das Gesamtrisiko zu erhöhen. Einige interessante Praxisbeispiele machen deutlich, wie der Anbieter jeweils konkret vorgeht. Risikomanagement, betont die beim Anlagekonzept drittplatzierte Weberbank, sei für sie ein ganzheitlicher und mehrdimensionaler Begriff, der sich über den gesamten Anlageprozess erstrecke. Es beginne mit der Analyse und Auswahl von Marktsegmenten bzw. Wertpapieren, ziehe sich über die Überwachung der Einhaltung gesetzlicher und mandatsindividueller Vorgaben, die stringente Umsetzung von gesetzten Limiten bis hin zu der Auswertung von ex post Risikokennzahlen, wie Volatilität, Sharpe Ratio, Sortino Ratio, Information Ratio, Beta, maximalem Drawdown und Tracking Error. Dazwischen positionieren sich Firmen, die ihr Risikomanagement nur ganz am Rande erwähnen, wie die Commerzbank, G & H und Merck Finck.
Grundsatzpapier und EKD-Leitlinie gehen oft unter
Im Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit wollten die Stifter ihr Grundsatzpapier “Nachhaltigkeit in der Wilhelm Weidemann Jugendstiftung" sowie den “Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche” (Leitlinie 113) gewürdigt wissen. Kurz gesagt: Das ist den meisten Anbietern gar nicht oder nur unvollkommen gelungen. So erwähnt etwa ALPS lediglich, dass das institutionelle Mandat eines kirchlichen Vereins, das der Vermögensverwalter seit über neun Jahren in der Verwaltung hat, über vergleichbare Risiko-, Ertrags-, und Nachhaltigkeitsvorgaben wie die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung verfügt. Donner & Reuschel gehen zwar auf das Grundsatzpapier der Stiftung ein und betonen, dass es im Anlagevorschlag beachtet wird; wo und wie genau ist allerdings kaum ersichtlich. Auch LGT, Merck Finck, Oddo BHF und die Weberbank lassen das Thema zumindest nicht ganz links liegen. Die Bank für Kirche und Caritas bindet hingegen beide Vorgaben aktiv in ihren Anlagevorschlag ein. So heißt es hier etwa: “Wie im EKD-Leitfaden gewünscht, beschränkt sich der BKC-Nachhaltigkeitsansatz nicht nur auf die Anwendung von Ausschlusskriterien, sondern macht sich in der Portfoliokonstruktion darüber hinaus auch diverse Positivkriterien und ESG- Scores zunutze und berücksichtigt in der Rentenselektion auch Green Bonds.” Und die BW-Bank versichert, dass ihre nachhaltige Vermögensverwaltung die Punkte der EKD-Leitlinie 113 abdeckt. “Wir managen seit vielen Jahren Vermögensverwaltungsmandate für Anleger aus dem kirchlichen Kreis, die sich an der EKD-Leitlinie orientieren”, bestätigt sie.
Stiftungsaufsicht mehrheitlich nicht beachtet
Zudem sollte laut Stifterwunsch die Einhaltung der Vorgaben der staatlichen Stiftungsaufsicht des Landes Berlin zur Verwaltung des Stiftungsvermögens nachgewiesen werden. In den meisten Fällen wird dieser Anspruch nicht aufgegriffen, hin und wieder erwähnt, aber nicht weiter ausgearbeitet – wie etwa bei der Freiburger Vermögensmanagement GmbH, LGT, Merck Finck, Oddo BHF, der Stadtsparkasse Düsseldorf und der Weberbank. Die BW-Bank befasst sich hingegen ausführlich mit dem Thema und betont, dass sie die aufsichtsrechtliche Praxis der staatlichen Stiftungsaufsicht in Berlin mit dem Grundsatz, dass Stiftungen in ihrem Bestand nicht gefährdet werden dürfen, voll umsetze. Ein Aktienanteil von maximal 50 Prozent werde akzeptiert, wenn in der Satzung eine Öffnungsklausel existiere. Dann sei gegebenenfalls auch ein höherer Aktienanteil sinnvoll. Donner & Reuschel greifen die Frage ebenfalls auf und erklärt, dass durch die aktuelle Stiftungsrechtsreform die Vorgaben der Berliner Stiftungsaufsicht u.a. zur Verwaltung des Stiftungsvermögens entfallen und bundeseinheitlich geregelt werden. Auch Hauck Aufhäuser Lampe widmet sich angemessen der Materie.
Highlights sind Mangelware
Gab es irgendwelche Highlights, mit denen sich die Angebote nachdrücklich von ihren Konkurrenten absetzen konnten? Mit einem Wort: kaum. Natürlich kann man ein sehr gutes Angebot als Highlight bezeichnen. Gemeint sind hier aber Ideen und Anregungen, die deutlich über das Geforderte hinausgehen. Und da wird die Luft dünn. Interessant ist die Auslassung des Bankhauses Bauer zu den Megatrends, an denen es sich bei der Titelauswahl orientiert: Digitalisierung, Urbanisierung der Schwellenländer, steigender Wohlstand, Nachhaltigkeit und soziodemografischer Wandel. Die Bethmann Bank stellt Tesla und Total im ESG-Risikorating gelungen gegenüber. Das hat in dieser konkreten Herangehensweise Seltenheitswert. Die BW-Bank erstellt – wie schon erwähnt – unaufgefordert einen umfassenden Finanzplan für die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung. Donner & Reuschel bieten jede Menge Hintergrundinformationen und zudem in einem extra Punkt „Ideen und Anregungen für die Stiftung“, in denen die Bank Hinweise zur Satzung, zur Anlagerichtlinie, zum Fundraising und anderen Fragen gibt, die für Stiftungen interessant sind. Auch LGT offeriert von sich aus Hinweise zu Satzung und Anlagerichtlinie der Stiftung.
Fazit: Alles in allem: Die Stifter bekommen ein sehr vielschichtiges Angebot – und das in jeder Hinsicht. Es bildet wahrscheinlich den gegenwärtigen Stand des Leistungsangebotes für mittelgroße Stiftungen am Markt gut ab, bei dem – bis auf den Spitzenreiter BW-Bank – mehrheitlich Privatbanken die Nase vorn haben. Und wie so häufig: Große Player wie die Allianz Lebensversicherung und die Commerzbank landen abgeschlagen mit lieblosen und lückenhaften Anlagekonzepten auf den hinteren Plätzen.
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