Sarasin wegen „Altlast“ in Dubai verurteilt
Die NZZ berichtet über einen verlorenen Rechtsstreit der Privatbank J. Safra Sarasin in Dubai. Das für den Finanzdistrikt (Dubai International Financial Center) zuständige Gericht habe ein Gesuch der Bank abgelehnt, das darauf abzielte, die Hinterlegung von 35 Mio. $ aufzuheben. Nun muss die Bank diese Summe bis zum 1. Februar einzahlen, damit ihr Berufungsverfahren weitergeführt wird. Tut sie das nicht, droht der lokalen Tochtergesellschaft Bank Sarasin-Alpen (ME) die Liquidation. Mittlerweile soll diese ihren Betrieb freiwillig eingestellt haben.
Hintergrund der Klage: In den Jahren 2007 und 2008 hätten die Anlageberater der Bank Sarasin-Alpen (ME) „den schwerreichen, aber in anlegerischen Belangen naiven Al-Khorafys für 200 Mio. $ strukturierte Produkte angedreht“, schreibt die NZZ. Diese verloren während der Finanzkrise stark an Wert und wurden von der Bank liquidiert. Die Richter „geisselten auch das aus ihrer Sicht ungeheuerliche Verhalten der Anlageberater, die offenbar nicht davor zurückschreckten, Dokumente zu fälschen“.
Die NZZ stellt aber auch klar: Die Bank J. Safra Sarasin hat diese juristische Altlast geerbt. „Die Verfehlungen gehen auf die Zeit zurück, als die Bank Sarasin noch unter der mehrheitlichen Kontrolle der Rabobank stand.“