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Bei der Bethmann Bank verdrängt die eigene Kernkompetenz die Megatrends

© FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, Verlag Fuchsbriefe
Mit Leidenschaft führt das Bethmann-Team durch den Beauty Contest. Bei den Inhalten der Präsentation gibt es aus Sicht der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz aber Dinge zu monieren.

Die Bethmann Bank präsentiert zu zweit: Nach leichten technischen Problemen (der Portfoliomanager muss sich akustisch per Handy zuschalten) kommt der Relationshipmanager sogleich auf das Kundenanliegen zu sprechen: Kapitalerhalt, Nachhaltigkeit und Megatrends. Und in dieser Rangfolge werden die Themen auch abgearbeitet, soll heißen: das Thema Megatrends kommt zugunsten des Themas Nachhaltigkeit ein wenig zu kurz. Kein Wunder, denn die Bethmann Bank hat sich dem Thema Nachhaltigkeit schon seit über zehn Jahren verschrieben, so dass es naheliegt, hier "voll aufzufahren" und das Thema nicht nur anlagespezifisch, sondern auch in der Unternehmenskultur fest zu verankern. Dies, so betont der Relationshipmanager, gehe so weit, dass man das Stammhaus in der Bethmannstraße verlassen habe, um in ein Greenbuilding zu ziehen. Das klingt alles nachvollziehbar, ist gut vorgetragen, doch hat in der Dichte einen leichten Beigeschmack nach marketinggetriebenem Storytelling. In dem Zusammenhang verweist man übrigens auch auf das volumenstarke Mutterhaus: Als Tochterunternehmen der ABN Amro könne man in Sachen Nachhaltigkeit ein anderes Gewicht erzielen.

Megatrends kommen zu kurz

Positiv bleibt in Erinnerung, dass die Berater das Thema Nachhaltigkeit durchaus kontrovers betrachten und bereit sind, in die Diskussion zu gehen. Am Beispiel Tesla illustriert man, wie die Meinungen, ob es sich tatsächlich um einen nachhaltigen Automobilhersteller handle, auseinandergehen. Allerdings hätte die Jury gern mehr über Megatrends erfahren. So heißt es zwar, dass sich die Bank dabei an den UN-Zielen orientierte und so Megatrends wie Wasser, Digitalisierung und Klimaschutz identifiziere. Auch betont man, diese per Einzeltitel abzubilden. Doch belässt man es bei diesem vordergründigen Überblick.

Bescheiden zeigt man sich bei der Renditeprognose. Für ein ausgewogenes Portfolio erwartet Bethmann eine Rendite von 4,5 %. Dies ist wenig im Vergleich der rückliegenden zehn Jahre, wo durchschnittlich ca. acht Prozent erzielt worden seien. Ähnlich bescheiden wie die Renditeprognose fällt allerdings auch die Inflationsprognose mit durchschnittlich geringen 2 % auf Sicht der nächsten 10 Jahre aus. Hier hätte die Jury ein alternatives Szenario für sinnvoll gehalten.

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Fazit: Insgesamt handelt es sich auch hier um eine sehr textlastige und erfreulicherweise leidenschaftlich vorgetragene Präsentation, in der die Megatrends dem Top-Thema Nachhaltigkeit weichen müssen und der Kapitalerhalt sehr von einer deutlich rückläufigen Inflation abhängig ist.
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