Dekarbonisierung und Impact-Investing – LGTs neue Wege
Großmeister im Wettbewerb
Die LGT Bank AG in Vaduz zählt zu den renommiertesten Adressen für nachhaltiges Private Banking im deutschsprachigen Raum. Ihr Bekenntnis zur Integration von ESG-Kriterien ist tief in der Unternehmensstrategie verankert und wird von der Fürstenfamilie Liechtenstein aktiv getragen. Im aktuellen Nachhaltigkeitsranking 2025/26 behauptet sich die Bank erneut in der höchsten Kategorie „Großmeister“, muss jedoch einen deutlichen Punktverlust hinnehmen: Mit 89,4 Punkten liegt sie spürbar unter dem Vorjahreswert von 93,8 Punkten – ein Signal für wachsenden Wettbewerbsdruck.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Einerseits bekräftigt das Management trotz des öffentlichen „ESG-Backlash“ seine Überzeugung, dass nachhaltiges Investieren nicht nur gesellschaftliche Verantwortung bedeutet, sondern auch langfristig wirtschaftlich geboten ist. Andererseits zeigen die Zahlen, dass andere Institute wie FERI AG oder Globalance Bank ihre Positionen ausbauen konnten, während die LGT an Boden verliert.
Dekarbonisierung als strategischer Schwerpunkt
Im vergangenen Jahr hat die LGT ihren Fokus klar auf die Dekarbonisierung von Portfolios gelegt und dabei sowohl das Angebot für Kunden als auch interne Prozesse weiterentwickelt. So wurden neue Mandate geschaffen, die explizit auf CO₂-Reduktion ausgerichtet sind. Darüber hinaus wurde das Spektrum an Impact-Investments durch hauseigene Fonds wie Lightrock erweitert.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet dies eine größere Auswahl an nachhaltigen Investmentlösungen sowie eine intensivere Beratung zu individuellen Präferenzen – vom klassischen Artikel-8-Mandat bis hin zu strengen Netto-Null-Strategien oder Impact-Fonds für besonders engagierte Anleger.
Neue Produkte und Initiativen: GIM NextGen und Transition-Fonds
Im Jahr 2024 führte die LGT eine neue Anteilsklasse der Fürstlichen Strategie („GIM NextGen“) ein, bei der Kundinnen und Kunden gemeinsam mit der Fürstenfamilie nach einer Netto-Null-Strategie investieren können – inklusive CO₂-Zertifikaten zum Ausgleich verbleibender Emissionen. Die Fürstenfamilie selbst hat ihr gesamtes Vermögen in diese neue Anteilsklasse umgeschichtet. Damit ist GIM NextGen aktuell die größte Finanzstrategie am Markt mit direkter Nutzung von CO₂-Zertifikaten.
Zudem wurden zwei Transition-Fonds aufgelegt, die gezielt Unternehmen fördern, deren Produkte den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft ermöglichen – etwa durch Klimaschutzlösungen oder innovative Technologien zur Dekarbonisierung.
Klimakonferenzen und Wissenstransfer
Um Kundinnen und Kunden über Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels durch Investments zu informieren, veranstaltete die LGT 2023 in Wien und 2024 in Singapur große Klimakonferenzen mit jeweils über 300 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Diese Konferenzen werden künftig jährlich fortgesetzt, sie dienen dazu, Bewusstsein zu schaffen und konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Auch intern setzt die LGT auf Wissenstransfer: Neue obligatorische Schulungen zur Nachhaltigkeitsstrategie 2030 sowie zur Portfoliodekarbonisierung wurden eingeführt, Videoserien auf der Website vermitteln anschaulich aktuelle Themen rund um ESG-Investments.
ESG Navigator und digitale Tools
Ein Meilenstein war im September 2024 die Einführung des firmeneigenen „ESG Navigator“ – einer webbasierten Anwendung zur Analyse von ESG-Daten für über 10.000 Unternehmen weltweit. Das Tool ermöglicht Beraterinnen und Beratern wie auch Kundinnen und Kunden eine transparente Bewertung ihrer Portfolios hinsichtlich Nachhaltigkeit sowie eine gezielte Steuerung entlang individueller Präferenzen. Darüber hinaus wurde ein spezielles Klimatool entwickelt, um Portfolios an Netto-null-Dekarbonisierungsstrategien auszurichten.
Impact Investing und grüner Wasserstoff
LGT setzt weiterhin stark auf exklusive Impact-Private-Equity-Angebote über Lightrock sowie Direktinvestitionen in innovative Unternehmen wie Sunfire (grüner Wasserstoff). Auch das Engagement im Bereich Stewardship wurde intensiviert: Multi-Stakeholder-Dialoge mit Unternehmen wie Holcim oder Nestlé sowie Initiativen wie Climate Action 100+ oder Nature Action 100 unterstreichen den Anspruch aktiver Einflussnahme auf nachhaltige Unternehmensführung. Als Mitunterzeichner globaler Statements zu Klima- oder Plastikthemen positioniert sich die LGT zudem als Stimme verantwortungsbewusster Investoren gegenüber Politik und Gesellschaft.
Konsequenzen für Kundinnen und Kunden
Das breite Spektrum neuer Angebote eröffnet Kundinnen und Kunden vielfältige Möglichkeiten zur Umsetzung ihrer individuellen Nachhaltigkeitsziele – ohne Renditeeinbußen oder erhöhte Risiken befürchten zu müssen. Dank intensiver Schulungen der Beraterinnen und Berater sowie digitaler Tools wie dem ESG Navigator können CO₂-Emissionen gezielt adressiert werden. Regelmäßige Dialogformate stärken außerdem das Verständnis für Chancen nachhaltiger Investments. Bemerkenswert ist dabei auch der Erfolg bei der Reduktion des CO₂-Fußabdrucks diskretionärer Mandate seit 2019 um mehr als 50 Prozent – ein Wert ganz im Sinne des Pariser Abkommens.
Governance-Strukturen und Expertise
Die Governance-Struktur rund um das Thema Nachhaltigkeit ist bei der LGT breit verankert: Ein internes Sustainability Core Steering Committee steuert alle Aktivitäten, verschiedene Komitees kümmern sich um Spezialthemen wie Diversity und Inclusion oder Risiko/Governance. Der Think Tank für Nachhaltigkeit sorgt für Innovationsimpulse, Entscheidungen über Produkte werden zentral getroffen. Mit rund 41 spezialisierten Investmentprofis weltweit verfügt die Bank zudem über fundierte Expertise. Monatliche Meetings sichern den Austausch zwischen Regionen und Teams.
Beratungskompetenz und Produktvielfalt
Seit 2009 bietet die LGT ihren Privatkundinnen und -kunden eigene Nachhaltigkeitsfonds an, seit Mai 2022 gibt es drei gestufte Profile je nach Präferenz des Anlegers („Basic“, „Enhanced“, „Enhanced Plus“). Rund 40 Prozent aller europäischen Kunden haben inzwischen ein solches Profil gewählt – ein Wert deutlich über dem Branchenschnitt. Das Mindestanlagevolumen liegt bei niedrigen 1.000 Euro, individuelle Einzeltitelstrategien sind ab fünf Millionen Euro möglich – marktüblich im internationalen Vergleich.
Investmentprozess und Ausschlusskriterien
Der Investmentprozess basiert auf strengen Ausschlusskriterien (u.a. kontroverse Waffen, Kohle), umfassender ESG-Integration mittels eigener Ratings sowie thematischen Investments entlang globaler Herausforderungen (z.B. Wasserknappheit). Mindestens 80 Prozent aller Mandate erfüllen Artikel-8-Anforderungen gemäß EU-Offenlegungsverordnung, spezielle Mandate gehen weit darüber hinaus.
Ausschlüsse gelten konzernweit auch für Eigenanlagen, je nach Profil werden unterschiedliche Intensitäten erreicht – gesteuert durch das hauseigene Rating-System („ESG Navigator“).
Produktpalette und Anpassungsdruck
Die Produktpalette umfasst rund 15 eigene Nachhaltigkeitsfonds plus zahlreiche Drittanbieterprodukte (Fonds/ETFs) zu Themen wie Klima oder Ernährung sowie exklusive Impact-Angebote via Private Equity/Private Debt (Lightrock). Aufgrund neuer ESMA-Richtlinien mussten einige Fonds umbenannt werden, zentrale Strategien blieben jedoch unverändert nachhaltig ausgerichtet.
Rund 28 Prozent aller weltweit verwalteten Vermögenswerte unterliegen einer ökologischen oder sozialen Prüfung. In Europa liegt dieser Wert bei etwa 40 Prozent – trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr bleibt dies ein Spitzenwert im Marktvergleich.
Kooperationen und externe Partner
LGT engagiert sich aktiv in zahlreichen internationalen Initiativen (u.a. PRI, UN Net Zero Banking Alliance) sowie regionalen Verbänden (Swiss Sustainable Finance). Sie arbeitet mit führenden Datenanbietern zusammen (Refinitiv, ISS ESG etc.) und nutzt deren Rohdaten zur Entwicklung eigener Ratingsysteme – so entsteht Unabhängigkeit bei gleichzeitiger Qualitätssicherung durch externe Benchmarks. Auch Investitionen in KMUs sind möglich, börsennotierte Unternehmen werden systematisch bewertet, private Märkte stehen via Impact-Angebote offen.
Kundenfokus und Individualität
Nachhaltigkeit ist bei der LGT optional wählbar, vier Profile decken unterschiedliche Präferenzen ab – von traditionell bis maximal nachhaltig („Enhanced Plus“). Ausschlüsse gelten jedoch immer für kontroverse Waffen/Kohleproduktion konzernweit ohne Ausnahme.
Kundinnen profitieren von hoher Transparenz dank detaillierter Ratings/Berichte sowie persönlicher Beratung durch geschulte Experten/-innen unterstützt von digitalen Tools wie dem ESG Navigator.