Der Wettbewerb nimmt wieder Fahrt auf
Chapeau! Erneut und zum fünften Mal in Folge verteidigt das Bankhaus Carl Spängler aus Salzburg den ersten Rang der Ewigen Bestenliste Private Banking. Mit 787 Punkten beträgt der Vorsprung vor dem Zweitplatzierten, der Globalance Bank aus der Schweiz, noch immer ordentliche 13 Punkte. Doch die kleine Privatbank macht Druck: Die „Nachhaltigkeits-Bank“ aus Zürich hat inzwischen wie Spängler eine beeindruckende Konstanz bei Spitzenleistungen erreicht und rückt den Österreichern „mächtig auf die Pelle“. Stolze 21 Punkte im FUCHS | RICHTER Score katapultieren die Schweizer gleich um 3 Ränge nach vorne. Das ist im Spitzensegment außerordentlich. Das Rennen um die höchste Auszeichnung im Private Banking, so scheint es, ist im kommenden Jahr völlig offen.
Zumal gleich dahinter zwei Wettbewerber „lauern“, die ebenfalls Anspruch auf den Spitzenplatz erheben dürfen: Die LGT – obwohl in diesem Jahr mit einem mittelmäßigen Gesamteindruck aus dem Wettbewerb gekommen – hat über die vergangenen 12 Jahre hinweg hinreichend Punkte in jedem Dreijahres-Cluster „gesammelt“, um bis auf 21 Punkte an die Nummer 1 heranzurücken. Gleich dahinter die Alpen Privatbank, die – obwohl in diesem Jahr wieder im Spitzenfeld dabei und drei Punkte hinzugewinnend – rechnerisch um 2 Punkte hinter die LGT fällt: „Künstlerpech“ muss man dazu wohl sagen.
Vier rücken nach hinten, vier rücken auf
Unter den Top 10 müssen vier Anbieter eine Verschlechterung im Ranking hinnehmen: neben der Alpen Privatbank sind das noch Schelhammer Capital, die aktuell ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis erzielten und sogar satte 10 Punkte zulegten, aber auf der Langstrecke gegenüber dem Highflyer Globalance das Nachsehen haben; außerdem die Liechtensteinische Landesbank und Hauck Aufhäuser Lampe, die beide um je einen Rang nach hinten gerutscht sind.
Den zumindest rechnerischen „Verlierern“ stehen ebenso viele Gewinner entgegen. Die Bank Gutmann profitiert von der Arithmetik, weniger von einem besonders guten Ergebnis, und rückt gleich um 5 Plätze vor. Im nächsten Jahr muss aber auch hier ein Top-10-Platz her, sonst ist ein Absturz im Ranking vorgezeichnet, denn das jüngste Top-Ergebnis liegt nun schon drei Jahre zurück und es fällt im kommenden Jahr aus dem jüngsten Drei-Jahres-Cluster. An die Stelle würde dann ein deutlich schlechteres Ergebnis treten müssen, mit entsprechenden Folgen für den FUCHS | RICHTER Score.
Viel Licht am Horizont für die Weberbank
Anders sieht es bei der Weberbank aus, die sich mit ihrem Spitzenplatz in diesem Jahr um 34 Punkte förmlich nach vorne katapultiert hat und aus Sicht der deutschen Anbieter Hauck Aufhäuser Lampe den Rang abgelaufen hat. Für die Weberbank sieht es rein arithmetisch auch in den kommenden Jahren vorteilhaft aus, denn es werden vor allem Jahre ohne Testergebnis oder mäßige Ergebnisse aus der Wertung fallen.
Obwohl 10 Punkte im FUCHS | RICHTER Score verloren, kann sich die Neue Bank aus Liechtenstein dennoch auf Rang 10 halten. Wie lange, das ist hier die Frage. Jedenfalls muss auch hier mal wieder ein Spitzenergebnis her, um das Punktekonto aufzubessern.
Aufrücker und Absteiger unter den Top 20
Es folgt eine ganze Reihe Anbieter, die sich um ein oder zwei Ränge nach vorne schieben konnten: die Kathrein Privatbank (+1), die VP Bank (+2), die DZ PRIVATBANK (+2), ODDO BHF (+1), die BW-Bank, die mit ihrer sehr guten Gesamtleistung gleich 8 Plätze gut machte und schließlich die Hamburger Sparkasse (+2). ODDO und die BW-Bank verdanken ihren Aufstieg dem aktuellen Ergebnis, die übrigen der Arithmetik oder anders ausgedrückt: glücklichen Umständen, die sie rechnerisch nach vorne bringen.
Weniger erfreulich sieht es für die nachfolgenden Drei aus: Berenberg, Donner & Reuschel sowie die Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) verlieren auf die lange Strecke deutlich zweistellig Punkte – letztere sogar fast dreistellig. Das wirft sie um 3, 2 bzw. 13 Ränge zurück, ein schmerzhafter Abstieg für das ambitionierte Private Banking-Kompetenzzentrum des deutschen Sparkassensektors, die seit einiger Zeit zudem den Verfolger im eigenen Haus, die „Deka Private & Wealth“, im Nacken sitzen hat, die mit einem ähnlich Ansatz um die örtlichen Sparkassen als Partner mit direktem Kundenzugang buhlt. Auch bei der FBG (Schweiz) tut ein gelungener Beratungsauftritt mal wieder Not.
Mehr Glück als gute Leistungen
Schoellerbank, Bank Vontobel Europe und die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) halten ihre Plätze, obwohl alle drei geringfügig Punkte (-2) im FUCHS | RICHTER Score einbüßen.
Danach folgen erneut drei Aufrücker: Bank Julius Bär Deutschland, das Bankhaus Ellwanger & Geiger und – als positive Überraschung – Commerzbank - Private Wealth Management. Julius Bär wird es allerdings ohne eine sehr gute Leistung im nächsten Jahr schwer haben, noch unter den Top 30 der Ewigen Bestenliste zu verweilen. Die Commerzbank hingegen macht mit einer ordentlichen Gesamtleistung in diesem Jahr Boden wett und gewinnt 10 Punkte im FUCHS | RICHTER Score.
Gut gearbeitet und dennoch zurückgefallen
Weniger erfreulich sieht es für Bank Vontobel in der Schweiz aus, die – obwohl in diesem Jahr durchaus erfolgreich – auf lange Sicht zu viele Aussetzer verkraften muss, die sie 38 Punkte und fünf Plätze im FUCHS | RICHTER Score kosten. Auf den weiteren Rängen fällt vor allem noch die HypoVereinsbank sichtbar um 5 Plätze auf Rang 44 zurück (-48 Punkte im FUCHS | RICHTER Score).
Neu bzw. wieder im Langfrist-Ranking dabei sind in diesem Jahr Hypo Vorarlberg Bank (33), die Steiermärkische Sparkasse (35), UBS Europe (42), die Rothschild & Co Bank (43), Deutsche Bank AG - Private Wealth Management (45), die Sydbank A/S (Deutschland; 46) sowie Bank J. Safra Sarasin (47).
Vier fallen aus der Liste
Aus der Ewigen Bestenliste gefallen sind ebenfalls vier Anbieter: Merck Finck Privatbankiers, Bethmann Bank, HSBC Deutschland sowie Credit Suisse Private Banking (CSPB). Letztere ist bekanntlich in diesem Jahr von der UBS übernommen worden, um ein „Blutbad“ im Finanzsektor zu verhindern.
Die drei anderen haben ihre Bank Lizenzen abgegeben und fungieren nur noch als Niederlassungen der Mutterbanken: Quintet aus Luxemburg, ABN Amro aus den Niederlanden sowie HSBC aus Großbritannien bzw. deren Töchter mit Bank Lizenz in Deutschland. Die Niederlassungen sammeln seit Abgabe der eigenen Banklizenz nun Punkte für die ausländischen Mütter und müssen sich eine Historie erst wieder aufbauen.
Der FUCHS | RICHTER Score
380 Banken und Vermögensverwalter wurden seit Beginn der Testreihe im deutschsprachigen Raum von der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz unter die Lupe genommen. Um sich einen Platz in der Ewigen Bestenliste zu sichern, müssen mindestens sechs Ergebnisse aus den letzten 12 Tests vorliegen.
Die Methodik zur Berechnung der Ewigen Bestenliste
Die Ewige Bestenliste richtet sich nach dem FUCHS | RICHTER-Score. Dieser setzt sich zusammen aus den Ergebnissen der letzten 12 Jahre. In dieser Zeit hat sich ein Anbieter normalerweise mindestens einmal „runderneuert“: neues Personal, veränderte Strukturen, angepasste Geschäftsmodelle. In die Bestenliste ge-langt, wer aus dieser Zeit mindestens 6 von 12 möglichen Testergebnissen vorweisen kann.
Die Ergebnisse werden geclustert. Drei Ergebnisse bilden ein Cluster. Aus jedem Cluster wird das beste Ergebnis gezogen. Zwei weitere gute Ergebnisse werden hinzu genommen. Die jüngeren Ergebnisse werden stärker gewichtet als die älteren (Faktor 3-3-2-2-1-0,5).
Das Ziel: Fairness
Wenn es ein Anbieter (vielleicht nur knapp) nicht in die Endauswahl schafft, fehlen ihm 30 mögliche Punkte: maximal 10 für die Investmentkompetenz, die im Beauty Contest qualitativ überprüft wird, sowie maximal 20 für den Beauty Contest (die mündliche Präsentation und Verteidigung des Anlagekonzepts durch die Besten der Vorrunde) selbst. Einmal die Endrunde zu verfehlen, ist noch keine signifikante qualita-tive Aussage. Dreimal hintereinander die Endrunde zu verfehlen, jedoch schon. Daher die 3-Jahres-Cluster.
Leistungskonstanz
Der zweite Faktor ist die Ergebniskonstanz. FUCHS | RICHTER bildet dazu die Standardabweichung und nimmt den Mittelwert als Bezugspunkt. Bleibt ein Haus darunter, wird die Abweichung vom Mittelwert mit dem Faktor 10 multipliziert und den zuvor erzielten Punkten hinzuaddiert. Liegt der Wert eines Hauses darüber, gibt es somit hohe Leistungsschwankungen, dann ziehen wir den entsprechenden Wert von der erreichten Punktzahl ab.
Relative Punkte zur Auswertung herangezogen
In der Ewigen Bestenliste setzen wir das jeweils beste Jahres Ergebnis auf 100; alle weiteren Ergebnisse werden in Relation dazu angepasst. Der Grund: Jeder Fall, den die Banker bearbeiten müssen, unterscheidet sich in seinen Anforderungen. Daher kann es sein, dass es mal schwieriger, mal weniger schwierig ist, ein hohe Punktezahl zu erreichen. Zudem ist nicht jede Bank in jedem Jahr im Testfeld vertreten. Mit der Ver-gabe der relativen Punktzahl nivellieren wir das „Problem“ und folgen zugleich unserem Prinzip „Der Markt ist die Benchmark.“
Kein Rating ist perfekt und nicht immer zeigt sich mathematisch, was „gefühlt“ angemessen erscheint. Und so überrascht die eine und andere Verschiebung nach oben oder unten auch in diesem Jahr. Diese sollte man nicht überbewerten, sondern als „Fingerzeig“ im Auge behalten. Über die Leistungskonstanz auf hohem und weniger hohem Niveau im Vergleich zum Wettbewerb aber lässt die Ewige Bestenliste keine Zweifel aufkommen.