Die Commerzbank orientiert sich an etablierten Megatrends und altem Standard
Die Commerzbank repräsentiert sich durch einen Portfoliomanager und einen Anlagespezialisten. Urlaubsbedingt fehlt die eigentliche Relationshipmanagerin, die das Erstgespräch zusammen mit dem Anlagespezialisten geführt hatte. Vielleicht ist dies ein Grund, warum die ganze Präsentation technisch und wenig kundenorientiert ausfällt. Die Berater der Commerzbank nehmen das Kundenanliegen, in Megatrends zu investieren, zum Anlass, um ihre standardisierte Vermögensverwaltung vorzustellen. Die Rede ist von der dividendenorientierten Vermögensverwaltung. Diese hat ursprünglich den Aktienblock der Vermögensverwaltung für Stiftungen ausgemacht und wird nun als einzige Vermögensverwaltung mit einer reinen Aktienquote von der Commerzbank angeboten.
Megatrends - alles nur Schall und Rauch?
Die Dividendenstrategie kommt nicht von ungefähr, sondern erklärt sich über eine kritische Einstellung der Bank gegenüber Megatrends. Hier sei aus Sicht der Berater nämlich kritisch zu hinterfragen, wie substanzhaltig sie tatsächlich sind oder ob es sich nur kurzfristige Trends handele. Aus diesem Grund gilt der Fokus etablierten Unternehmen, die günstig bewertet sind. Zwar finden sich so auch aussichtsreiche Wachstumsbranchen wie der Gesundheitssektor, die Technologiebranche sowie der Bereich Klimaschutz im Depot wieder. Allerdings zeigt sich etwa am Beispiel "Clean Energy", dass die Commerzbank dabei weniger auf Innovation als auf Solidität setzt und sieht dieses Thema nicht ohne Grund bei Siemens Energy angesiedelt.
Sicherlich kann man das Thema „Megatrends“ konservativ interpretieren. Denn der Anlageprozess orientiert sich an den für Value-Investoren üblichen Kriterien (Kurs-Buchwertverhältnis, Dividendenrendite und Gewinnqualität). Darüber hinaus berücksichtigt man Nachhaltigkeitskriterien und greift dabei auf MSCI ESG zurück. Doch zum Thema machen die Banker die Megatrends in ihrer Präsentation nicht und verfehlen damit das eigentliche Kundenanliegen. Es bleibt der Eindruck, dass die Commerzbank mehr die eigene Produktlandschaft als das individuelle Kundenanliegen im Blick hat. Individuell, so heißt es, werde die Vermögensverwaltung ohnehin erst ab 2,5 Mio. Euro.
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