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Die Klasse ist geblieben, die Dominanz ist weg

Österreich Flagge. © DeVIce / Fotolia
Wettbewerb belebt das Geschäft. Nur nicht immer am selben Ort. Die österreichischen Private Banking Anbieter haben zweifellos in den vergangenen sechs bis acht Jahren das Geschäft im deutschsprachigen Raum DACH mit Liechtenstein belebt. Nach wie vor hat das Land eine Reihe herausragender Adressen „am Start“. Doch der Vorsprung schmilzt …

Ein halbes Dutzend Jahre lang hatten österreichische Adressen, voran die eigenständigen Privatbanken Gutmann und Spängler, die Qualitätsführerschaft im Private Banking im deutschsprachigen Raum inne. Hinzu gestoßen sind Schelhammer Capital und ans Spitzenfeld herangerobbt hat sich mittlerweile auch die Liechtensteinische Landesbank (Österreich).

Die Gesamtsiege sind im neuen Jahrzehnt rarer gesät.

Die Klasse ist geblieben, doch die Dominanz ist weg. Im vergangenen Jahr holte Globalance aus der Schweiz den Gesamtsieg, im Jahr davor war es das Bankhaus Carl Spängler, davor die LGT Bank aus Liechtenstein, in diesem Jahr die Weberbank. Kurz: Die Gesamtsiege sind im neuen Jahrzehnt rarer gesät. Erste Private Banking und Schoellerbank, die sich gerne im vorderen Feld der Private Banking-Anbieter in Österreich sähen, haben zwar vertrieblich einen starke Position, qualitativ hinken sie jedoch deutlich hinter dem Spitzenfeld zurück. Dagegen ist die vor allem auch in Deutschland aktive Alpen Privatbank ein Qualitätsvorreiter und auch Innovator aus dem Alpenland.

Eine Wettbewerbsanalyse von Banking Hub (Beratungsunternehmen ZEB) aus dem Jahr 2022 zeigt, dass alle Marktteilnehmer vermehrt in Private-Banking-Aktivitäten investieren und so den Wettbewerbsdruck auf einem bereits dichten Marktplatz weiter erhöhen. Auch beim Thema Nachhaltigkeit sind die Österreicher gut, in Einzelfällen sehr gut, aber nicht herausragend. Schelhammer Capital zeigt sich meisterhaft auf dem Gebiet, die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) profitiert von der Expertise der Mutter in Liechtenstein. Ansonsten fallen die Häuser aus dem Alpenland hier nicht sonderlich auf.

In der Ewigen Bestenliste stark im Top-Feld vertreten

Die langjährige Qualitätsführerschaft des österreichischen Private Banking Marktes spiegelt sich nicht zuletzt in der Ewigen Bestenliste. Hier führt das Bankhaus Carl Spängler nicht nur die österreichische Ewige Bestenliste an, sondern hat in der Langzeitwertung im gesamten DACH-Raum plus Liechtenstein die Nase vorn – und das nun schon seit vier Jahren. Mit der Alpen Privatbank auf Rang 4 bzw. 2 (Österreich), Schelhammer Capital auf dem 5. (3.) Platz und Gutmann auf Rang 4 (6) zeigt sich, wie stark das Feld der herausragenden Häuser in Österreich war und noch immer ist.

Österreichische Banken haben insbesondere ein hohes Service-Level und überzeugen durch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen in ihre Kunden. Das ist ein Asset dieser Häuser, jedoch kommen inzwischen aus der Schweiz Innovationen beim Thema Nachhaltigkeit und die deutschen Anbieter setzen erneut Zeichen in Sachen ganzheitlicher Beratung (Bethmann/ABN Amro).

Fazit: Der Wettbewerbsdruck auf die Österreicher wird somit härter. Aber Wettbewerb lässt hoffen, dass der Hang zur Standardisierung, der die letzten Jahre vorherrschte, wieder zurückgedrängt wird.
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