Die Liechtensteinische Landesbank schafft den Schritt zum Großmeister"
Die Auswertung ergibt, dass die Liechtensteinische Landesbank (LLB) eine starke Ausrichtung auf nachhaltige Vermögensverwaltung verfolgt. Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element der Unternehmensstrategie. Die Bank integriert die neuesten Erkenntnisse der Debatte in ihren Investmentprozess und legt dabei großen Wert auf Transparenz und Kundenorientierung.
Eine der zentralen Maßnahmen der LLB ist die umfassende Schulung ihrer Berater zu nachhaltigen Vermögensfragen. Mit einer hohen Quote geschulter Berater und einem mehrstufigen Schulungsprogramm stellt die Bank sicher, dass ihre Mitarbeiter stets auf dem neuesten Stand sind. Dies ermöglicht eine fundierte und glaubwürdige Beratung ihrer Kunden.
Regelmäßiges Reporting zu Nachhaltigkeit vorhanden
Die LLB setzt zudem auf regelmäßiges Nachhaltigkeits-Reporting. Ab 2024 wird dieses im Einklang mit den neuen Sustainability Reporting Standards (ESRS) der Europäischen Union veröffentlicht. Ergänzend dazu wird ein jährlicher Bericht gemäß den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) publiziert.
Im Marktvergleich positive Kundenresonanz
Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Umfrage ist die positive Resonanz der Kunden auf nachhaltige Anlageangebote. Rund 38 % der Anlageberatungs- und Vermögensverwaltungskunden haben sich für eine nachhaltige Umsetzung ihrer Vermögensanlage entschieden. Die LLB bietet dabei zwei Anlagestrategien an: ESG und ESG+. Beide Strategien beinhalten Mindestanteile an nachhaltigen Produkten und ermöglichen eine umfassende Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten.
Investmentprozess und Auswahlkriterien
Die LLB hat einen umfassenden Ansatz zur Integration von Nachhaltigkeit in ihren Investmentprozess entwickelt. Dies umfasst den sogenannten Best-in-class-Ansatz, bei dem in Unternehmen investiert wird, die innerhalb ihrer Branche in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) am besten abschneiden. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die besten Nachhaltigkeitspraktiken zu fördern und gleichzeitig finanzielle Renditen zu maximieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Berücksichtigung der EU-Taxonomie, ein Klassifizierungssystem der Europäischen Union, das definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig einzustufen sind. Zudem fokussiert die LLB auf Impact-Investments, die messbare, positive Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft haben sollen. Ziel ist es, durch gezielte Investitionen nicht nur finanzielle Renditen zu erzielen, sondern auch nachhaltige, soziale oder ökologische Veränderungen zu bewirken. Diese umfassende Methodik wird für alle Anlageklassen angewendet und spiegelt sich in der breiten Produktpalette der Bank wider.
Zukunftspläne und Ausblick
In den nächsten 12 Monaten plant die LLB mehrere Maßnahmen zur weiteren Stärkung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Dazu gehört die CO2-Optimierung bestehender Produkte und der Abschluss eines internen Nachhaltigkeits-Datenprojekts, das eine vollautomatisierte Auswertung der Klimaperformance ermöglicht. Mit diesem System können zukünftige Maßnahmen simuliert und deren Auswirkungen analysiert werden.
Ein weiteres Ziel der LLB ist die Einführung neuer Nachhaltigkeitsschwerpunkte. Nachdem in den letzten Jahren der Fokus auf dem Klima lag, sollen nun auch andere Nachhaltigkeitsaspekte stärker berücksichtigt werden. Dies umfasst unter anderem die soziale und unternehmerische Verantwortung.
Ambitionierte Nachhaltigkeitsziele auf Ebene der Gesamtbank
Die LLB verfolgt zudem das ambitionierte Ziel, ihre CO2-Emissionen bis 2040 auf netto null zu senken. Bereits bis 2026 sollen erhebliche Reduktionen erreicht werden: mindestens 30 % bei Produkten und Eigenanlagen sowie mindestens 20 % im Bankbetrieb. Diese Maßnahmen sind Teil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie ACT-26 der LLB, die auf einem positiven Beitrag zum Klimaschutz und nachhaltigem Wirtschaften basiert.
Gesamtwertung
Die LLB zeigt sich als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit im Private Banking. Ihre umfassenden Maßnahmen und die strategische Ausrichtung verdienen Anerkennung. Besonders hervorzuheben ist die starke Kundenorientierung und die transparente Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Die Schulung der Berater und das regelmäßige Reporting sind weitere Pluspunkte.
Jedoch gibt es auch Verbesserungspotenzial. Die starke Dominanz von "hellgrünen" Produkten (Artikel 8 SFDR) könnte durch einen höheren Anteil an "dunkelgrünen" Produkten (Artikel 9 SFDR) ergänzt werden, um Greenwashing-Vorwürfe zu vermeiden und eine noch nachhaltigere Anlagepalette zu bieten. Zudem wäre eine intensivere Förderung von KMUs im Bereich Nachhaltigkeit wünschenswert sowie ein generell hoher Einsatz von Einzeltiteln in den Kundenportfolios, solange „hellgrüne“ Produkte nur sehr bedingt als nachhaltig gewertet werden können und für manche Anleger den Anstrich von Greenwashing haben.
Die stringente und ambitionierte Vorgehensweise der Liechtensteinischen Landesbank sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie machen sie zu einem führenden Akteur im nachhaltigen Private Banking. Die Bank befindet sich jedenfalls auf einem sehr guten Pfad in Sachen Nachhaltigkeit im Private Banking.
Insgesamt befindet sich die LLB auf einem sehr guten Weg und erreicht mit 95,4 Punkten im FUCHS|RICHTER-Score erstmals die Kategorie "Großmeister" in der Gesamtwertung.
Hinweis: Das Rating «Nachhaltigkeit im Private Banking» der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wurde auf Basis einer Frageboge-Umfrage und diverser Markttest erstellt, die geschulte Tester durchgeführt haben. Das Rating bewertet insbesondere die Berücksichtigung und Umsetzung von Nachhaltigkeit im Gesamtunternehmen, die Mitarbeiterschulung, die Berücksichtigung und Umsetzung in der Kundenberatung sowie die Akzeptanz des individuellen Wertesystems des Kunden im Beratungsgespräch und Portfolio.