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Gutmann, die Gesprächsbereiten auch in der „Nachspielzeit“

Wie schlägt sich die Bank Gutmann im Markttest der Prüfinstanz? © FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, Verlag Fuchsbriefe
Die Website der Bank Gutmann präsentiert sich äußerlich edel und einer Privatbank angemessen. Die Informationen zum Private Banking erscheinen dem Interessenten eher etwas allgemein gehalten. Noch ist unklar, ob die Bank die brennenden Fragen des Interessenten zu aktuellen Megatrends beantworten kann. Ihr hervorragender 4. Platz in der 2022er Bestenliste der TOPs macht jedenfalls neugierig.

100 Jahre alt wird die Gutmann Bank aus Wien in diesem Jahr. Gratulation! Noch immer befindet sie sich mehrheitlich – und das seit 1957 – im Besitz der Familie Kahane, 20 Prozent werden von executive und non-executive Partnern gehalten. Seit den 1980er Jahren konzentriert sich das Haus auf Vermögensberatung und Investmentberatung. Das derzeit betreute Vermögen beträgt gut 27 Milliarden Euro.

Vertikale Landwirtschaftsprojekte, Carbon Capture und alternative Energien empfiehlt die Bank auf Nachfrage des Interessenten als zukunftsträchtige Investmentthemen. Zuvor hatte sie im Gespräch ihr Standing als drittgrößte österreichische Bank bei nachhaltigen Anlagen sowie ihr Nachhaltigkeitsmodell vorgestellt.

Zukunftsthemen bleiben etwas diffus

Allerdings, betont der Interessent, suche er die Schnittmenge aus Zukunftsthemen und nachhaltigen Themen und kein rein nachhaltiges Depot. Dass daraufhin die Zukunftsthemen zwar genannt, aber nicht weiter vertieft werden, trübt ein wenig das ansonsten durchaus positive Bild, das die Beratung hinterlässt.

Kundenanliegen

  • Anlagesumme: 1,5 Millionen Euro
  • Anlage: gewinnbringend, aber dennoch verantwortungsvoll; vor allem in Megatrends und Technologien, die Probleme lösen, sowie in Kryptowährungen, Nachhaltigkeit ist interessant, aber es gibt noch Unsicherheiten
  • Anlagehorizont: langfristig (Altersvorsorge)
  • Als positiv empfindet der Interessent, dass im Gespräch ausführlich weitere Grundfragen der künftigen Anlage geklärt werden können. So will er gern auch in mittelständische Unternehmen investieren, keinesfalls aber in Länder wie China oder andere Diktaturen, die Menschenrechte verletzen. 

Brillante Zuhörer

Auch zum Thema Aktien und Fonds kann der Interessent seine Meinung darlegen. Der Aktienanteil dürfe ruhig hoch sein, Fonds eher weniger. Dem Aktienanteil von 70 Prozent, den die Berater daraufhin vorschlagen, kann er zustimmen.

Insgesamt fühlt er sich während der Beratung wohl, vor allem, weil die Berater durch Zuhören brillieren statt durch Selbstdarstellung ihrer Bank. „Viele Banken betonen ja letzteres“, schiebt er nach. Dass das Gespräch zwar freundlich und höflich, aber etwa steif verläuft, ist daher ein Aspekt, den er nicht überbewerten will. 

Hervorragende Nachbetreuung

Der Anlagevorschlag gefällt dem Interessenten in weiten Teilen. Er findet ihn grafisch gut gestaltet, Chancen und Risiken sind ebenso gut erklärt wie Rendite und Kosten. Als einigermaßen erfahrener Anleger hat er dennoch viele Fragen. Etwa, warum keine Titel aus dem Bereich Windenergie im Portfolio sind. Oder, ob der hohe Anteil von fast zwei Drittel Anlagen in US-Dollar nicht ein unnötiges Klumpenrisiko darstellen könnte.

Daraufhin entspinnt sich ein reger Austausch zwischen den Beratern und dem Interessenten. Auch vom Portfolio-Management erhält er Erklärungen, so dass im Prinzip keine Fragen offenbleiben. Eine solche Nachbetreuung kann nur als vorbildlich bezeichnet werden! Zumal die Antworten meist sofort oder am gleichen Tag per Mail eintreffen. 

Nagel auf den Kopf getroffen

Letztlich empfiehlt die Bank in ihrem Vorschlag 80 Prozent Aktien und 20 Prozent Anleihen und erwartet eine Rendite von 6,54 Prozent p.a. Sehr gut! Nach Abzug von günstigen 0,84 Prozent Kosten (inkl. Mehrwertsteuer) bleibt damit ein Nettoertrag vor Inflation von 3,90 Prozent. Die Aktienauswahl, heißt es, erfolge mit Fokus auf Zukunftsthemen, Einhaltung der ESG-Kriterien, stabiler Dividende und Wachstumsregionen. Das klingt gut.

Als Zukunftsthemen werden Demografie, Digitalisierung, Konsum im Wandel, Motoren der Wirtschaft, Opportunitäten sowie Defensive/Value ausgemacht. Man beteilige sich an Unternehmen, die eine positive Wirkung auf die Welt haben - und in Themen der Zukunft investieren, verspricht der Vorschlag. Damit hat die Bank den Nagel auf den Kopf getroffen.

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Adresse: 

  • Bank Gutmann AG
  • Getreidegasse 31
  • 5020 Salzburg
  • Österreich
  • Website: www.gutmann.at
  • Tel: +43 662/846 887-488

Zusatzinfos: k.A.

Der Interessent erlebt eine effiziente, gut strukturierte, freundliche und informative Beratung und eine noch bessere Nachbetreuung, in der offene Fragen schnell und unkompliziert geklärt werden. Was den Gesamteindruck ein wenig trübt ist, dass die Bank die Megatrends in der Beratung noch nicht in dem Maße herausarbeitet, wie es sich der Interessent gewünscht hätte. Hier hätte sie weitere Pluspunkte sammeln können.

Trotz kleiner Defizite erreicht Gutmann problemlos die Teilnahme am Endausscheid.

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