Hanseatische Werte im Praxistest: Berenberg Private Banking auf dem Prüfstand
Erstkontakt mit hanseatischer Handschrift
Im Februar dieses Jahres möchte ein potenzieller Neukunde das Angebot von Berenberg in Hamburg kennenlernen. Schon die erste Kontaktaufnahme verläuft reibungslos und effizient: Auf eine E-Mail an das Wealth Management folgt innerhalb eines Tages eine freundliche Rückmeldung aus der Bank. Die Terminfindung gelingt ohne Umwege, Änderungen werden offen kommuniziert – ein Zeichen von Flexibilität und Zuverlässigkeit.
Das Beratungsgespräch findet wenige Wochen später in den Räumen am Neuen Jungfernstieg statt. Über drei Stunden nimmt sich der zuständige Berater Zeit, um alle Facetten des Kundenanliegens aufzunehmen: Vom Kennenlernen über die Analyse der finanziellen Situation bis hin zur Definition von Zielen und individuellen Präferenzen bleibt kein Aspekt unberücksichtigt.
Beratung mit System und Empathie
Die Beratung beginnt mit einer klar strukturierten Agenda. Der Berater führt durch den Termin, fragt gezielt nach Erfahrungen, Wünschen sowie dem bisherigen Umgang mit Vermögen. Besonders auffällig ist die ruhige und empathische Gesprächsführung, die auch komplexe Themen verständlich macht. Individuelle Anliegen stehen stets im Mittelpunkt – etwa die Frage nach der Risikobereitschaft oder konkrete Renditeerwartungen.
Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein Dialog auf Augenhöhe, bei dem auch kritische Nachfragen willkommen sind. So werden Fragen zur Einordnung von Einzelaktien ebenso kompetent beantwortet wie Überlegungen zur Portfoliostruktur oder zur Bedeutung nachhaltiger Investments.
Nachhaltigkeit als Option, nicht als Dogma
Obwohl Nachhaltigkeit aktuell viel diskutiert wird, bleibt sie für diesen Kundenwunsch bewusst optional. Die Bank erkennt das an und integriert Nachhaltigkeitsaspekte flexibel ins Angebot – ohne ideologische Vorgaben, sondern immer entlang der individuellen Präferenzen des Kunden. Die Fähigkeit, solche Differenzierungen vorzunehmen und den Beratungsprozess daran auszurichten, spricht für einen hohen Grad an Professionalität und Kundenorientierung im Haus. Doch welche Präferenzen hat eigentlich der Kunde?
Was der Kunde sich wünscht
Der Kunde plant die Inanspruchnahme einer Vermögensverwaltung und verfügt über erweiterte Kenntnisse und Erfahrungen in diesem Bereich. Das Gesamtvermögen beträgt rund 3,95 Mio. Euro, davon etwa 2,245 Mio. Euro liquide und 1,7 Mio. Euro illiquide. Verbindlichkeiten bestehen nicht. Die jährlichen Einkünfte liegen bei 90.000 Euro, bei keinen nennenswerten Ausgaben, sodass eine hohe freie Liquidität gegeben ist.
Die Verlusttragfähigkeit ist sehr hoch: Es wird akzeptiert, dass auch ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals möglich ist. Der Anlagehorizont ist langfristig (über 5 Jahre), das Ziel lautet Vermögensoptimierung und überproportionale Wertsteigerung. Die Risikotoleranz ist als risikofreudig eingestuft, mit Bereitschaft zu hohen Schwankungen und großem Verlustrisiko. Aktuell ist das Vermögen stark Aktien-lastig investiert, künftig wird ein risikoneutraleres Portfolio erwogen. Die Bank hat freie Hand bei der Auswahl zwischen Dividenden- und Wachstumstiteln. Nachhaltigkeitspräferenzen bestehen nicht, Finanzinstrumente mit und ohne ESG-Merkmale sind zulässig.
Der Anlagevorschlag
Der Anlagevorschlag verfolgt ein klares Ziel: Risikoreduktion bei erhaltener Ertragschance. Statt einer reinen Aktienanlage setzt das Konzept auf zwei komplementäre Bausteine, die Schwankungen halbieren sollen, ohne die Renditeperspektive unnötig zu kappen. Die Baukastenidee macht den Vorschlag skalierbar: Über die Gewichtung der Module lässt sich das Profil zwischen „defensiver“ und „chancenorientierter“ Ausprägung feinjustieren.
Der Baustein I („Total Return“) ist ein defensives Multi‑Asset‑Mandat mit strategischen Quoten von 15 Prozent Liquidität, 50 Prozent Anleihen, 25 Prozent Aktien, 10 Prozent liquiden Alternativen. Ziel sind positive Renditen über mehrere Jahre bei moderaten Schwankungen und limitierten Verlustrisiken. Zur Ertragsglättung kommen u. a. Bonus‑/Discount‑Strukturen ergänzend zum Qualitätsaktien‑ und Rentenbaustein zum Einsatz. Der Baustein II („Global Income“) ist ein 100 Prozent‑Aktienmandat mit Fokus auf Qualität und Dividendenstabilität (rund 50 bis 70 substanzstarke Titel, Nordamerika/Europa). Angestrebt werden geringere Volatilität und unterdurchschnittliche Drawdowns gegenüber dem Gesamtmarkt.
Transparenz bei Kosten und Strategie
Besonders positiv fällt die Transparenz bei Gebühren auf: Die All-in-Fee bleibt deutlich unter einem Prozent pro Jahr, zusätzliche Kosten werden offen benannt. Auch die erwartete Bruttorendite ist nachvollziehbar kalkuliert. Die Strategie setzt auf eine Mischung aus passiven und aktiven Elementen sowie eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen hinweg. Nachhaltigkeit bleibt optionaler Bestandteil des Portfolios – für viele Anleger heute ein entscheidender Punkt.
Adresse:
Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG
Neuer Jungfernstieg 20
20354 Hamburg
Deutschland
Berenberg überzeugt im Praxistest durch professionelle Beratung, hohe Transparenz und individuelle Betreuung. Von der schnellen Kontaktaufnahme über das strukturierte Gespräch bis zum maßgeschneiderten Anlagevorschlag zeigt sich die Bank als verlässlicher Partner für vermögende Privatkunden. Die Kombination aus hanseatischer Tradition und moderner Dienstleistungskultur setzt Maßstäbe im deutschen Private Banking-Markt und bestätigt den Ruf des Hauses als führende Adresse für anspruchsvolle Anleger.
Unterm Strich ist der Vorschlag handwerklich schlüssig: Er übersetzt den Wechsel von einer Aktien-lastigen Ausgangslage in ein risikoneutraleres Setup mit transparenten Kosten, solider ESG‑Verankerung und klarer Modularität. Die deutlich bessere Risiko‑/Ertragsrelation gegenüber 100 Prozent Aktien ist das Kernargument – die Detailfixierung von Rebalancing, Hedge‑Policy, Strukturprodukteinsatz und Reporting rundet die Lösung ab. Summa summarum: Ein potenzieller Qualifikant für den Beauty Contest.Wichtiger Hinweis:
Diese Untersuchung wurde von qualifizierten und speziell geschulten Mitarbeitenden im Rahmen eines praxisnahen Mystery Shoppings durchgeführt. Grundlage waren realitätsnahe, sorgfältig konzipierte Kundenszenarien, die typische Anforderungen im Private Banking widerspiegeln.
Einordnung und Orientierung
Die Ergebnisse dienen der Einordnung und Orientierung: Sie geben potenziellen Kunden einen fundierten Eindruck davon, wie Banken in konkreten Beratungssituationen agieren – aus Kundensicht nachvollziehbar und vergleichbar aufbereitet. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und Entscheidungshilfen zu bieten.
Dabei handelt es sich nicht um eine Empfehlung zum Abschluss oder zur Ablehnung eines konkreten Angebots. Die Bewertungen beziehen sich ausschließlich auf die getesteten Gesprächssituationen und lassen keine Rückschlüsse auf das Gesamtangebot oder die generelle Leistungsfähigkeit eines Instituts zu.
Weiter informieren
Weitere Informationen finden Sie unter https://www.fuchsbriefe.de/fuchsrichter/private-banking/rating-news/