Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2188
Fuchsrichter Logo Nachhaltigkeit in der Beratung – Rating 2023/24 – FUCHS|RICHTER-Score: 73,6 – Rating: Geselle

HSBC Deutschland: An Pflicht und Kür nachhaltig gearbeitet

Geselle im Rating Nachhaltigkeit 2023. © FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, Verlag Fuchsbriefe
Auch wenn sich die HSBC als internationaler Konzern der Umsetzung politischer Vorgaben insbesondere in der Klimapolitik fest verschrieben hat und auf der konkreten Ebene einiges dafür tut – in der konkreten Kundenberatung war das Thema Nachhaltigkeit vor einem Jahr zum Zeitpunkt unseres ersten Ratings noch nicht so präsent. Inzwischen hat die Bank an ihrer „Nachhaltigkeits-Performance“ gearbeitet. Genug für eine Rating-Höherstufung?

Ein starkes Gewicht legt HSBC (Hongkong-Shanghai-Banking-Corporation) auf das Ziel „Netto-Null“ bei den Treibhausgasemissionen bis 2050. Hier kann die die international aufgestellte Bank bei der Kreditvergabe und der entsprechenden Einwirkung auf ihre Kunden und Kreditnehmer einiges bewirken. HSBC stellt in den kommenden zehn Jahren bis zu einer Billion US-Dollar bereit, um ihre Kunden bei der Reduktion von CO2-Emissionen zu unterstützen. Bis spätestens 2050 sollen nur noch die Kunden finanziert werden, die ihrerseits das Ziel „net zero“ erreicht haben.

In Deutschland viele Pflichtaufgaben erledigt

Zuletzt hat sich die HSBC Deutschland vor allem mit der Umsetzung des regulatorischen Pflichtprogrammes beschäftigt: die Anforderungen aus der EU-Offenlegungsverordnung bzw. aus den entsprechenden Level 2 Anforderungen umgesetzt. Produktspezifische Informationen für das Art. 8 SFDR Vermögensverwaltungskonzept der Bank wurden gemäß der Level 2 Anforderungen angepasst.

Nach der Pflicht folgt die Kür: So hat die Bank ihr Angebot an Produkten mit Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien weiter ausgebaut. Dabei lag ein Fokus auf (dunkelgrünen) Fondslösungen mit einer Artikel 9 Klassifizierung, die mit ihren Anlageinstrumenten explizite Nachhaltigkeitsziele verfolgen – keine leichte Aufgabe. Somit können seit diesem Jahr auch deutsche Anleger von der seit 2020 bestehenden Kooperation zwischen HSBC und Pollination, ein auf Klimainvestitionen und -beratung spezialisiertes Unternehmen, das den Übergang zu einer Netto-Null- und Natur-positiven Zukunft beschleunigt, profitieren.

Im Produktbereich zugelegt

Mit der Lösung „Climate Asset Management (CAM)“ ermöglicht HSBC jetzt die nachhaltige Investition in Nature Capital. Somit könne den kundenindividuellen Nachhaltigkeitspräferenzen noch zielgerichteter entsprochen werden, verspricht die Bank. Künftig soll den Kunden in der Anlageberatung ein deutlich erweitertes Spektrum an ESG-Kennzahlen zur Entscheidungsfindung angeboten werden. Diese Kennzahlen sollen Teil eines erweiterten Reportings werden. Im Private Banking wurde eine Task Force unter der Bezeichnung „ESG-Ambassadors“ etabliert, die die Umsetzung aller relevanten nachhaltigen Themenschwerpunkte steuert. Diese Task Force ist auch für die konzeptionelle Entwicklung des ESG-Schulungsangebots verantwortlich. In der konkreten Beratungssituation gewinnt der Kunde einen positiven, wenn auch keinen überragenden Eindruck: „überm Durchschnitt“.

Zum Themenfeld Nachhaltigkeit gibt es seit 2017 ein kontinuierliches Weiterentwicklungsprogramm für alle Berater im Private Banking. Dieses wird durch weitere Schulungen, auch mit externen Anbietern, individuell ergänzt. Bislang ist allerdings erst gut die Hälfte (44%) der 34 Kundenbetreuer zu Nachhaltigkeit in der Beratung geschult, erklärt die Bank auf Anfrage. Hier kann die HSBC noch deutlich zulegen. Gut ist der Ansatz mit einem Team von acht ESG-Botschaftern, die intensiven Kontakt zur HSBC-Gruppe pflegen, die Relationship-Manager zu unterstützen. Der enge Kontakt zum globalen Konzern ist gerade beim komplexen Thema Nachhaltigkeit von Vorteil.

Ein Viertel der Kunden will nachhaltig anlegen

Auch Transparenz ist ein Aspekt von Nachhaltigkeit. Sehr genau hält die Bank nach, wie viele Kunden auf das Angebot, nachhaltig anzulegen, eingehen: 863 von 3.822 oder 22%. Das ist bei der Größenordnung an Kunden beachtlich. Allerdings werden bislang erst 0,6% aller Vermögensverwaltungsportfolios im deutschen Private Banking vollständig nach Nachhaltigkeitskriterien aufgebaut und gemanagt.

2018 (TOPs 2019) Vermögensstrategie HSBC Trinkaus & Burkhardt: (Erst) am Ende bleiben noch Fragen im Shop
2018 (TOPs 2019) Qualifikation Beeindruckend transparent, überzeugend in der Beratung im Shop
2016 (TOPs 2017) Vermögensstrategie & Portfolioqualität Da rätselt der Kunde im Shop
2016 (TOPs 2017) Beratungsgespräch Pragmatisch, praktisch, gut im Shop
2015 (TOPs 2016) Beratungsgespräch Zu wenig Vermögen für Kreativität im Shop

Fazit: Die Maßnahmen, die die HSBC Deutschland ergriffen hat, reichen aus, um sich vom Lehrling zum Gesellen hochzuarbeiten. Doch die nächsten Stufen werden deutlich schwerer zu erklimmen sein. Denn auch der Rest des Marktes entwickelt sich weiter.

Weitere Infos zum Thema

Hinweis: Das Rating «Nachhaltigkeit im Private Banking» der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wurde auf Basis einer Frageboge-Umfrage und diverser Markttest erstellt, die geschulte Tester durchgeführt haben. Das Rating bewertet insbesondere die Berücksichtigung und Umsetzung von Nachhaltigkeit im Gesamtunternehmen, die Mitarbeiterschulung, die Berücksichtigung und Umsetzung in der Kundenberatung sowie die Akzeptanz des individuellen Wertesystems des Kunden im Beratungsgespräch und Portfolio.

Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht in KW 6 für PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

Entwicklungen, Risiken und Strategien in Kalenderwoche 6

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Die sechste Kalenderwoche zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Projekten: Während einige Benchmarks stabil bleiben, übertreffen aktive Depots ihre Vergleichsgröße teils deutlich. Besonders Projekt 7 und 9 demonstrieren, wie stark Handelsverhalten die Performance beeinflusst. Die Spannbreite der Ergebnisse reicht von klaren Spitzenwerten bis zu massiven Verlusten und macht Strukturqualität zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 6: Rendite, Risiko und Handel

Handel oder Ruhe? KW 6 zeigt, was wirklich zählt

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Nur drei Vermögensverwalter griffen in KW 6 aktiv in ihre Portfolios ein, während die Mehrheit – einschließlich des Benchmarkdepots – keine einzige Order platzierte. Dennoch entwickelten sich die Depots im Projekt 9 (Stiftungsportfolio) sehr unterschiedlich. Einige Häuser profitieren spürbar vom Marktumfeld, andere müssen Verluste hinnehmen. Die Woche zeigt laut den Daten von infront: Die richtige Allokation ist oft entscheidender als jede Umschichtung.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 6: Performance, Gewinner und Verlierer

Starke Fondsmanager in KW 6: Wer Projekt 8 nach vorn zieht

Illustriert mit Canva und ChatGPT
In Woche 6 verliert das Benchmarkdepot (vermögensverwaltende Fonds) leicht, während mehrere Vermögensverwalter klare Gewinne erzielen und andere stark zurückfallen. Da in Projekt 8 keine Handelsaktivitäten stattfanden, spiegeln alle Veränderungen ausschließlich die Marktbewegungen wider. Die Analyse anhand der Daten von infront zeigt, wer überzeugt – und wer deutlich hinter dem Markt zurückbleibt.
Zum Seitenanfang