Liechtenstein zeigt Spitzenleistungen mit "Nachhaltigkeits-Bias"
Der Finanzplatz Liechtenstein sorgt inzwischen beständig für sehr gute Platzierungen. Tatsächlich erlauben sich die liechtensteinischen Finanzinstitute im Beratungsprozess kaum Schwächen, sondern weisen vom Vorgespräch bis zum Anlagevorschlag eine sehr überzeugende Leistung auf. Besonders punkten können die Liechtensteiner im Beratungsgespräch selbst. Dies drückt sich nicht zuletzt in den detaillierten Gesprächsprotokollen aus.
Grundsätzlich wissen die Liechtensteiner fachlich und menschlich zu punkten und verbinden in einem hohen Maß Empathie mit Expertise. Was das Thema Nachhaltigkeit betrifft, so zählen die Liechtensteiner Institute zweifellos zur weltweiten Avantgarde. Wenn überhaupt von Schwächen gesprochen werden kann, so ist lediglich anzumerken, dass die Liechtensteiner aufgrund ihrer Nachhaltigkeitskompetenz dazu neigen, das ESG-Thema (nachhaltige Geldanlage: ökologisch, sozial, ethisch) allen anderen Themen voranzustellen. Das diesjährige Kundenanliegen "Megatrends" wird so häufig im Schatten vom allumfassenden Thema "Nachhaltigkeit" behandelt.
Abstriche beim Anlagevorschlag
"Klein, aber oho" gilt bei einem Blick auf das Jahresranking erneut für die Liechtensteiner: Unter den 12 TOP-Platzierungen (5x Gold und 7x Silber) finden sich fünf Liechtensteiner Institute (berücksichtigt man auch die LLB mit ihrem Sitz in Österreich). Allerdings – so muss man einschränkend einräumen – handelt es sich dabei vornehmlich um gute und „nur“ einen Spitzenplatz der LGT. Ein Grund: Der Kundenwunsch, in Megatrends zu investieren, kommt bei den Anbietern in Liechtenstein weniger stark zum Ausdruck.
Liechtenstein zeigt sich reformfreudig und innovativ
Keine Frage: Der Liechtensteinische Finanzplatz ist wie kaum ein anderer gut für die Zukunft aufgestellt. Früh ist man das Thema Nachhaltigkeit angegangen und hat den Anspruch für sich erhoben, im Bereich Sustainable Banking zum Vorreiter zu werden. In der aktuellen Mehrjahresstrategie (Roadmap 2025) wurde dieser Fokus auf die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der UNO bestätigt. Dass Nachhaltigkeit in den Banken Liechtensteins nicht nur kommuniziert, sondern auch gelebt wird, erkennt man u. a. daran, wie sehr das Thema auf den Arbeitsalltag des Bankers "heruntergebrochen" wird, so dass sich dies beispielsweise in einer regional und saisonal ausgerichteten Mitarbeiterkantine wiederfindet.
Spitze bei Nachhaltigkeit im Private Banking
Doch auch das in diesem Jahr erstmalig durchgeführte Rating «Nachhaltigkeit im Private Banking» beweist die herausragende Position der Liechtensteinischen Anbieter auf diesem Gebiet. Die LGT darf sich „Großmeister“ nennen – das Label darf sonst nur noch eine weitere Bank tragen. VP Bank und Liechtensteinische Landesbank tragen den ebenfalls bisher nur selten vergebenen Titel „Meister“.
Die aktuelle «Roadmap 2025» trägt das Motto «Wachstum durch Nachhaltigkeit und Innovation». Das Thema "Innovation" ist für den Geschäftsführer des Liechtensteinischen Bankenverbandes, dies macht Simon Tribelhorn in einem Gespräch deutlich, untrennbar mit der Digitalisierung der Bankenwelt verbunden. Und auch in dieser Hinsicht leistet Liechtenstein durch den Einsatz u. a. von Blockchain-Technologien, aber auch künstlicher Intelligenz Pionierarbeit. Last but not least setzt man auf die "Agilisierung" der Finanzbranche, um in unserer „VUKA-Welt“ (volatil, unsicher, komplex und ambivalent) schneller Trends zu erkennen und auf sie reagieren zu können.
Gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum
Liechtensteins Wirtschaft ist ohne den Bankensektor gar nicht vorstellbar. Schließlich generiert er etwa 40 % der Steuereinnahmen und trägt damit entschieden zum Wohlstand der Liechtensteiner bei. Angesichts der beschriebenen Reformfreudigkeit, der internationalen Ausrichtung der Banken sowie schließlich einer durchschnittlichen Eigenkapitalquote von über 20 % kann man davon ausgehen, dass Liechtenstein bei den anstehenden Herausforderungen die Nase auch weiter vorn haben wird.