Nachhaltigkeit im Private Banking: Eine umfassende Analyse
In Zeiten des Klimawandels und wachsender sozialer Ungleichheit rückt das Thema Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus – auch im Bereich des Private Bankings. Als Kunde einer Vermögensverwaltung stellt sich die Frage, welche Banken wirklich nachhaltig agieren und welche Maßnahmen sie ergreifen, um ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen.
Häufig ergriffene Maßnahmen im Überblick
Bei der Analyse der Nachhaltigkeitsstrategien von Banken und Vermögensverwaltern lassen sich mehrere wiederkehrende Maßnahmen identifizieren:
- Ausschlusskriterien: Viele Banken schließen Investitionen in bestimmte Branchen wie Tabakproduktion und kontroverse Waffenhersteller aus.
- Nutzung erneuerbarer Energien: Der Bezug von Ökostrom ist eine gängige Praxis, um den CO2-Fußabdruck zu reduzieren.
- Umstellung der Fahrzeugflotte: Eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge ist eine häufige Maßnahme zur Reduktion von Emissionen.
- Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle: Unterstützung von Kunden, die auf zirkuläre (nachhaltige) Geschäftsmodelle umsteigen möchten.
- Transparenz und Berichterstattung: Veröffentlichung umfassender Nachhaltigkeitsberichte, um Stakeholder über die eigenen Aktivitäten zu informieren.
- Mitgliedschaft in Nachhaltigkeitsnetzwerken: Engagement in Netzwerken wie dem B Corp Network oder den UN Principles for Responsible Banking (UNPRB), um sich global für Nachhaltigkeit einzusetzen.
- ESG-Integration: Integration von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in die Investmentstrategien.
- Nachhaltige interne Richtlinien: Umsetzung interner Nachhaltigkeitsrichtlinien in Bereichen wie Recycling, Catering und Auswahl von Dienstleistungspartnern.
Spezifische Maßnahmen ausgewählter Banken, die eine Vorreiterrolle einnehmen:
ABN AMRO Bank N.V. (Bethmann Bank):
- Strategie: Nachhaltigkeit als strategische Säule, Integration in die Unternehmensführung.
- Maßnahmen:
- Ausschlusskriterien für Tabak- und Waffenhersteller.
- Nutzung nachhaltiger Gebäude und Bezug von Ökostrom seit 2013.
- Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsmagazins "Investing for better".
- Fokus auf Bahnreisen und Umstellung der Fahrzeugflotte auf E-Mobilität.
- Unterstützung von Kunden bei der Umstellung auf zirkuläre Geschäftsmodelle.
- Finanzierung von zirkulären Transaktionen.
Globalance Bank AG:
- Strategie: Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie.
- Maßnahmen:
- Nachhaltigkeit in den Statuten verankert.
- Interne Richtlinien für Rekrutierung, Recycling, Catering und Dienstleistungspartner.
- Mitgliedschaft in Nachhaltigkeitsnetzwerken wie B Corp Network, Carbon Disclosure Project, Swiss CleanTech, Swiss Sustainable Finance und UNPRB.
- Beratung zu nachhaltiger Kapitalanlage.
FERI AG:
- Strategie: ESG und SDG-basierte Investmentstrategien.
- Maßnahmen:
- Einsatz einer eigenen ESG und SDG bezogenen Investmentstrategie.
- Integration von ESG-Prinzipien in die Investmententscheidungen.
- Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten.
Kaiser Partner Privatbank AG:
- Strategie: Ganzheitlicher Anlageprozess mit Fokus auf Nachhaltigkeit.
- Maßnahmen:
- Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Anlageprozess.
- Veröffentlichung von umfassenden Richtlinien und Berichten zur Nachhaltigkeit.
Liechtensteinische Landesbank AG:
- Strategie: Verantwortungsvolles Investieren im Sinne von ESG-Prinzipien.
- Maßnahmen:
- Umsetzung verantwortungsvoller Investmentstrategien.
- Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Unternehmensführung.
Für Kunden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, bieten viele Banken umfassende und innovative Maßnahmen. Die Wahl einer Bank, die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt, unterstützt persönliche Wertsteigerungen sowie positive ökologische und soziale Entwicklungen.
Hinweis: Das Rating «Nachhaltigkeit im Private Banking» der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wurde auf Basis einer Frageboge-Umfrage und diverser Markttest erstellt, die geschulte Tester durchgeführt haben. Das Rating bewertet insbesondere die Berücksichtigung und Umsetzung von Nachhaltigkeit im Gesamtunternehmen, die Mitarbeiterschulung, die Berücksichtigung und Umsetzung in der Kundenberatung sowie die Akzeptanz des individuellen Wertesystems des Kunden im Beratungsgespräch und Portfolio.