Schelhammer Capital wagt einen Blick in die Zukunft und unter die Oberfläche
Schellhammer Capital präsentiert im Trio, wobei insbesondere der engagierte Auftritt der Senior Private Bankerin der Jury in Erinnerung bleibt. Alles beginnt mit einer zutreffenden Zusammenfassung des Kundenanliegens. Inhaltlich, so geben die Österreicher zu verstehen, sei dies durchaus abzubilden. Und was die erwartete Bruttorendite der Kundin i. H. v. 7-9 % p. a. betrifft, so lassen sich diese bloß bei einer 100%igen Aktienquote realisieren.
Die Megatrends leitet Schellhammer Capital von den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) ab und kommt so auf insgesamt 10 Zukunftsthemen: Automatisierung & Robotik, Erneuerbare Energien, Gesundheitsinnovation, Wassermanagement, Software & IT Sicherheit, Bildung & E-Learning, Innovativer Transport, Green Finance, Smart City und Digitalisierung. Diese Themen finden sich unterschiedlich gewichtet im sog. „Zukunftsportfolio“. Aktuell verteilen sich die 10 Zukunftsbranchen auf 33 Unternehmen. Dabei sollen es auch grundsätzlich nicht mehr als 40-50 Titel werden. Dies ist die Anzahl an Unternehmen, die bei einem ursprünglichen Anlageuniversum von 7.500 Titeln übrigbleiben. Was dies beispielsweise für den Bereich Gesundheitsinnovation auf Einzeltitelbasis bedeutet, illustrieren die Berater anhand der Unternehmensgeschichte des schwedischen Unternehmens Coloplast. Das Unternehmen existiert seit den frühen 1950er Jahren und entwickelt Medizinprodukte in den Bereichen Stoma- und Wundversorgung sowie Urologie und Kontinenzversorgung.
Von Nachhaltigkeit und Eisbergen
Neben den Zukunftsthemen berücksichtigt das österreichische Bankhaus Nachhaltigkeitskriterien im Investmentprozess. Dabei spielen neben der klassischen Finanzanalyse ESG-Gesichtspunkte eine Rolle. Sehr anschaulich spricht Schelhammer Capital in diesem Zusammenhang von der Eisberganalyse. Während Finanzdaten wie Erträge, Bewertung, Verschuldung, Liquidität und Dividenden offensichtlich vorliegen, sind die ESG-Daten der drei Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung nicht so offensichtlich und müssen unter der Oberfläche ermittelt werden. Mit diesem Eisbergmodell schaffen die Österreicher eine gut nachvollziehbare Ergänzung zum klassischen Bewertungsmodell.
In der Zusammenfassung erläutern die Vortragenden schließlich auch, warum sie die Anlageklassen Private Equity (nicht nachhaltig) und Bitcoins (nicht nachhaltig und zu unsicher) nicht berücksichtigen. Insgesamt handelt es sich um einen gelungenen Auftritt der Österreicher. Das Anliegen, die Jury nicht nur zu informieren, sondern auch zu unterhalten, zeigt sich auch im abschließenden Storytelling, einer Anekdote über den österreichischen Erzbischof im Zusammenhang mit der Bankgeschichte. Diese jedoch hätte mehr Wirksamkeit entfaltet, wenn sie gleich zu Beginn der Präsentation als Cliffhanger angesprochen und dann zum Abschluss zu Ende geführt worden wäre.
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