Weberbank: Ein starker Auftritt
Selbstbewusste Prognosen
Zwar sollte der Höhepunkt der Inflation nicht zuletzt aufgrund des engagierten Vorgehens der Notenbanken bereits überschritten sein, doch dürften die Kernraten nur langsam zurückgehen, was sich u. a. durch die sog. Zweitrundeneffekte erklären lasse. Auf Sicht der nächsten fünf Jahre gehen die Weberbanker von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,75 % aus. Generell zeigt sich das Bankhaus in Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung eher pessimistisch und erwartet eine globale Wachstumsabschwächung . Für das in Aussicht gestellte Aktienportfolio prognostiziert die Bank eine Jahresrendite von 7,5 % und erreicht damit nicht das Renditeerfordernis von 8,7 %, um die gewünschten Entnahmen für die Familie bedienen zu können. Eine realistische Auflösung dieses Zielkonflikts ist nur möglich, wenn die Entnahmen so angepasst bzw. reduziert werden, dass ein Kapitalerhalt (nach Steuern, Kosten und Inflation) möglich ist. Eine sinnvolle Antwort auf die derzeitige Inflation kann laut Weberbank nur ein hundertprozentiges Aktiendepot liefern.
Anschaulicher, stimmiger Investmentprozess
Sehr anschaulich und nachvollziehbar stellt man die einzelnen Stufen des Investmentprozesses dar – angefangen vom Kapitalmarktbild, über die taktische Allokation, die Titelselektion, die Erfolgskontrolle, die Portfoliokonstruktion bis hin zur Nachhaltigkeitsanalyse. Die taktische Allokation erläutern die Berater sehr beispielhaft anhand der Corona-Pandemie im Jahr 2020 und die in dem Jahr vorgenommenen Umschichtungen. Trotz gelegentlicher taktischer Anpassungen liegt die sog. Turn-Over-Rate (bzw. die jährliche Umschlagquote) bei einem Drittel. Letztlich setzt man nicht auf Timing- und Trading-Strategien, sondern stattdessen eher auf einen Branchenswitch – etwa von Zyklikern zu konjunkturresistenten Nichtzyklikern in Krisenzeiten.
Ein starkes Trio
Die Weberbanker treten als ein starkes Trio auf und verstehen es, die jeweiligen Stärken der einzelnen „Teamplayer“ voll zum Einsatz zu bringen, so dass die Jury sich gut und informativ unterhalten fühlt. Die Präsentation ist stimmig bebildert und in einer anschaulichen Sprache gehalten. Eine kleine Unklarheit ergibt sich, als vom sog. Draw Down bzw. der Verlustschwelle die Rede ist. Allerdings wird auch diese Frage schließlich zufriedenstellend beantwortet: Temporär kann es bei dem reinen Aktiendepot auch zu Verlusten kommen, welche über 30 % liegen, da diese Zahl auf das Kalenderjahr bezogen sei. Mit 1,07 % Pauschalhonorar inkl. MwSt. liegt die Weberbank im Rahmen der üblichen Konditionen am Markt.