Wer verdient das Vertrauen von Millionenerben?
Der Fall und seine Anforderungen
Der Anruf kommt unerwartet. Ein Todesfall in der Familie, zahlreiche organisatorische Fragen und schließlich die Erkenntnis: Das geerbte Vermögen ist erheblich. Was für viele Menschen zunächst wie die Erfüllung finanzieller Träume klingt, entwickelt sich schnell zu einer komplexen Aufgabe. Denn Vermögen zu erhalten, ist oft schwieriger als Vermögen zu erwerben.
Genau dieser Situation begegnet der Kunde / die Kundin unseres diesjährigen Tests. Nach dem Tod eines Verwandten / ihres Ehemanns geht ein beträchtlicher Nachlass auf den Erben / die Erbin über. Immobilien, Bankguthaben und Wertpapierbestände müssen bewertet, geordnet und teilweise veräußert werden. Nach Steuern und Kosten verbleibt ein Anlagevermögen von rund fünf Millionen Euro. Zusätzlich gehört weiterhin ein Mehrfamilienhaus zum Vermögen, das laufende Mieteinnahmen generiert.
Die erste Herausforderung: Ordnung schaffen
Große Vermögen sind selten einfach strukturiert. Immobilien, Liquidität, Wertpapiere und laufende Erträge bilden ein komplexes Geflecht finanzieller Interessen. Wer ein solches Vermögen übernimmt, benötigt zunächst Orientierung. Die zentrale Frage lautet nicht, welche Aktie morgen steigt. Viel wichtiger ist die Klärung der persönlichen Ausgangslage.
Welche Ziele verfolgt der Kunde / die Kundin? Möchte sie Vermögen erhalten oder deutlich vermehren? Wie wichtig sind regelmäßige Ausschüttungen? Welche Risiken kann und will sie tragen? Und welche Rolle spielt die weiterhin gehaltene Immobilie im Gesamtvermögen? Für einen professionellen Vermögensverwalter beginnt gute Beratung genau an diesem Punkt. Nicht das Produkt steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Wer vorschnell mit Renditeversprechen oder konkreten Anlageideen auftritt, verkennt die Aufgabe.
Mehr als nur Geldanlage
Der Erbfall ist nicht allein ein finanzielles Ereignis. Er besitzt auch eine emotionale Dimension. Hinter dem Vermögen steht eine Lebensgeschichte. Oft handelt es sich um Werte, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden und die nun in neue Hände übergehen. Für viele Erben entsteht daraus ein starkes Verantwortungsgefühl.
Ein Vermögensverwalter muss deshalb weit mehr leisten als die Erstellung eines Portfolios. Er muss zuhören können. Er muss Unsicherheiten erkennen und Vertrauen schaffen. Gerade in einer Situation, in der die Kundin / der Kunde plötzlich Entscheidungen über Millionenbeträge treffen soll, wird die Qualität des persönlichen Gesprächs zum entscheidenden Faktor. Das gilt umso mehr, als der Kunde / die Kundin keinen kurzfristigen Spekulationsgewinn sucht. Sie möchte ihr Vermögen langfristig bewahren und zugleich angemessen entwickeln. Gesucht wird deshalb kein Glücksritter, sondern ein strategischer Partner.
Die Kunst der Risikoanalyse
Fünf Millionen Euro sind eine beeindruckende Summe. Doch daraus ergibt sich keineswegs automatisch eine hohe Risikobereitschaft. Im Gegenteil: Viele Erben betrachten das Vermögen als etwas, das geschützt werden muss. Verluste werden häufig deutlich sensibler wahrgenommen als mögliche Gewinne.
Deshalb erwarten wir von den getesteten Instituten eine sorgfältige Analyse der Risikotragfähigkeit und der Risikobereitschaft. Beide Faktoren sind nicht identisch. Während die finanzielle Situation durchaus größere Wertschwankungen verkraften könnte, muss gleichzeitig geprüft werden, ob die Kundin / der Kunde diese Schwankungen auch emotional akzeptieren kann. Wer hier sauber arbeitet, legt das Fundament für eine dauerhaft tragfähige Anlagestrategie. Wer dagegen Risiken unterschätzt oder beschönigt, schafft die Grundlage für spätere Enttäuschungen.
Strategie statt Anlageideen
Viele Anleger erleben in Beratungsgesprächen zunächst eine Flut von Produkten: Fonds, Zertifikate, Anleihen, Aktien oder alternative Investments. Doch gute Vermögensverwaltung beginnt nicht mit einzelnen Bausteinen, sondern mit einem durchdachten Gesamtkonzept. Die Kundin / Der Kunde erwartet deshalb nachvollziehbare Antworten auf zentrale Fragen. Welche Rolle spielen internationale Aktien? Welchen Beitrag leisten Anleihen? Wie wird Inflation berücksichtigt? Welche Liquiditätsreserve ist sinnvoll? Und wie fügt sich die bestehende Immobilie in die Gesamtstruktur des Vermögens ein?
Entscheidend ist dabei die logische Herleitung. Eine professionelle Vermögensverwaltung muss erklären können, warum sie einen bestimmten Weg empfiehlt. Komplexität darf nicht als Kompetenznachweis missverstanden werden. Vielmehr zeigt sich Qualität darin, anspruchsvolle Zusammenhänge verständlich darzustellen.
Transparenz schafft Vertrauen
Wer mehrere Millionen Euro zur Verwaltung übergibt, möchte wissen, wem er sein Vermögen anvertraut. Deshalb gehören auch die Offenlegung von Kosten, die Beschreibung des Investmentprozesses und der Nachweis der eigenen Expertise zu den Anforderungen unseres Falls. Die Kundin / Der Kunde muss erkennen können, wie Entscheidungen getroffen werden, welche Kontrollmechanismen existieren und wie Risiken überwacht werden. Ebenso wichtig ist die Frage nach der Kommunikation. Wie häufig wird berichtet? Wie werden Veränderungen erläutert? Und wie erreichbar sind die verantwortlichen Ansprechpartner?
Gerade in Zeiten schwankender Märkte trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Gute Vermögensverwalter begleiten ihre Kunden kontinuierlich. Sie erklären, ordnen ein und bleiben auch in schwierigen Phasen ansprechbar.
Der Rekordtest
Vor diesem Hintergrund schickte die FUCHSBRIEFE-Prüfinstanz ihre Testkunden in den Markt. Rund 178 Banken, Private-Banking-Einheiten und Vermögensverwalter wurden kontaktiert – so viele wie nie zuvor. Die Teilnehmer mussten zeigen, wie sie mit einem realistischen Erbfall umgehen, welche Fragen sie stellen, welche Konzepte sie entwickeln und wie nachvollziehbar sie ihre Empfehlungen begründen. Damit bildet der Test die Realität vermögender Kunden so nah wie möglich ab und deckt dabei in einer noch nie dagewesenen Granularität den kompletten Raum DACH ab.
Wichtiger Hinweis
Diese Untersuchung wurde von potenziellen Private Banking Kunden im Rahmen eines praxisnahen Mystery Shoppings durchgeführt. Grundlage waren realitätsnahe, sorgfältig konzipierte Kundenszenarien, die typische Anforderungen im Private Banking und Vermögensmanagement widerspiegeln. Die getesteten Szenarien basieren auf Erbfällen mit anschließendem Bedarf an professioneller Vermögensverwaltung.
Einordnung und Orientierung
Die Ergebnisse dienen der Einordnung und Orientierung: Sie geben potenziellen Kunden einen fundierten Eindruck davon, wie Banken und Vermögensverwalter in konkreten Beratungssituationen agieren – aus Kundensicht nachvollziehbar und vergleichbar aufbereitet. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und Entscheidungshilfen zu bieten.
Dabei handelt es sich nicht um eine Empfehlung zum Abschluss oder zur Ablehnung eines konkreten Angebots. Die Bewertungen beziehen sich ausschließlich auf die getesteten Gesprächssituationen und lassen keine Rückschlüsse auf das Gesamtangebot oder die generelle Leistungsfähigkeit eines Instituts zu.
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