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Nachhaltigkeit im Private Banking: So bewertet die FUCHSBRIEFE Prüfinstanz

Worauf es ankommt: Die Kriterien im Nachhaltigkeitsrating 2025/26

Illustriert mit MS Copilot
Individualität ist und bleibt der Wesenskern des Private Banking. Gerade bei nachhaltigen Vermögensanlagen unterscheiden sich Werte, Überzeugungen und Erwartungen der Kunden erheblich. Das Rating „Nachhaltigkeit im Private Banking“ der FUCHSBRIEFE Prüfinstanz misst deshalb nicht nur Fachkompetenz und Produktqualität, sondern auch die Fähigkeit, individuelle Nachhaltigkeitsvorstellungen glaubwürdig und transparent umzusetzen.

Nachhaltigkeit verlangt differenzierte Beratung

Nachhaltige Vermögensanlagen stellen Berater vor eine besondere Herausforderung: Kunden verfolgen sehr unterschiedliche Ziele, Überzeugungen und Erwartungen. Während manche Anleger mit marktüblichen Nachhaltigkeitsstandards zufrieden sind, wünschen andere eine intensive Auseinandersetzung mit ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten sowie eine nachvollziehbare Darstellung der erzielten Wirkungen.

Das Rating „Nachhaltigkeit im Private Banking“ der FUCHSBRIEFE Prüfinstanz trägt dieser Vielfalt Rechnung. Es bewertet nicht die Einhaltung eines starren Nachhaltigkeitsverständnisses, sondern die Fähigkeit eines Anbieters, individuelle Kundenvorstellungen professionell, transparent und glaubwürdig umzusetzen.

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmenskultur (15 %)

Den höchsten Stellenwert im Rating besitzt die Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen selbst. Mit 15 Prozent bewertet die FUCHSBRIEFE Prüfinstanz, welchen Stellenwert das Thema innerhalb der Organisation einnimmt.

Analysiert wird, ob Nachhaltigkeit strategisch verankert ist, welche konkreten Ziele verfolgt werden und welche Maßnahmen das Unternehmen zur Verbesserung seiner eigenen Nachhaltigkeitsleistung umsetzt. Ein Institut, das Nachhaltigkeit glaubwürdig vertreten will, muss diese Haltung zunächst selbst vorleben. Die interne Auseinandersetzung mit dem Thema bildet daher die Grundlage für jede überzeugende Kundenberatung.

Fachkompetenz der Mitarbeiter als Schlüsselfaktor (15 %)

Ebenfalls mit 15 Prozent gewichtet die Prüfinstanz die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. 

Bewertet werden Umfang, Regelmäßigkeit und Tiefe nachhaltigkeitsbezogener Schulungen sowie die im Haus vorhandene Fachkompetenz. Berater bilden die entscheidende Schnittstelle zum Kunden. Sie müssen komplexe Zusammenhänge verständlich vermitteln, nachhaltige Anlagelösungen erläutern und individuelle Anforderungen präzise erfassen können. Je höher die fachliche Qualifikation, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer fundierten und zielgerichteten Beratung.

Die Kundenbedürfnisse richtig erfassen (10 %)

Mit 10 Prozent fließt die Evaluation der Kundenbedürfnisse in die Gesamtbewertung ein.

Entscheidend ist die Frage, wie gründlich und differenziert Nachhaltigkeitspräferenzen im Beratungsgespräch erhoben werden. Private Banking lebt von Individualität. Deshalb genügt es nicht, allgemeine Nachhaltigkeitswünsche zu dokumentieren. Gefordert ist eine strukturierte Analyse der persönlichen Wertvorstellungen, Ausschlusskriterien und Zielsetzungen des Kunden.

Nachhaltigkeit in der persönlichen Beratung (10 %)

Weitere 10 Prozent entfallen auf den Fokus Nachhaltigkeit in der persönlichen Beratung.

Hier fließen insbesondere die Erkenntnisse aus den Markttests der FUCHSBRIEFE Prüfinstanz ein. Bewertet wird, ob Nachhaltigkeit aktiv thematisiert wird, wie fundiert die Argumentation erfolgt und inwieweit Berater auf individuelle Fragestellungen eingehen. Ziel ist eine Beratung, die Orientierung bietet, ohne eigene Werturteile über jene des Kunden zu stellen.

Integration in den Investmentprozess (10 %)

Ebenfalls mit 10 Prozent berücksichtigt das Rating die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Investmentprozess.

Entscheidend ist, ob Nachhaltigkeitskriterien systematisch, nachvollziehbar und konsistent in Anlageentscheidungen einfließen. Die Prüfinstanz untersucht insbesondere, wie Anbieter ESG- und SRI-Aspekte in ihre Prozesse einbinden und wie transparent diese Vorgehensweise gegenüber den Kunden kommuniziert wird.

Qualität und Breite der Produktpalette (10 %)

Die Vielseitigkeit des Produktangebots geht mit 10 Prozent in das Rating ein.

Bewertet wird, welche nachhaltigen Anlagemöglichkeiten Kunden tatsächlich offenstehen. Dazu zählen sowohl Fonds als auch Einzelwertlösungen sowie die Möglichkeit, in nachhaltig ausgerichtete kleine und mittlere Unternehmen zu investieren. Darüber hinaus untersucht die Prüfinstanz die Nachhaltigkeitsanforderungen, denen die angebotenen Produkte unterliegen.

Umsetzung im konkreten Anlagevorschlag (10 %)

Weitere 10 Prozent entfallen auf die praktische Umsetzung im Portfolio.

Hier zeigt sich, ob die zuvor ermittelten Nachhaltigkeitspräferenzen tatsächlich im Anlagevorschlag berücksichtigt werden. Die Bewertung stützt sich auf die Dokumentation aus den Markttests und analysiert, wie präzise die individuellen Vorstellungen des Kunden in der Portfoliokonstruktion umgesetzt werden.

Individualität in der Umsetzung (7,5 %)

Die individuelle Ausgestaltung nachhaltiger Anlagelösungen besitzt im Rating eine eigenständige Bedeutung und wird mit 7,5 Prozent gewichtet.

Bewertet wird, in welchem Umfang Anbieter bereit und in der Lage sind, auf persönliche Nachhaltigkeitsvorstellungen einzugehen. Je flexibler die Umsetzung individueller Wünsche erfolgt, desto besser erfüllt ein Institut die Anforderungen des Private Banking.

Respekt vor dem Wertesystem des Kunden (7,5 %)

Ebenfalls 7,5 Prozent entfallen auf die Respektierung des individuellen Wertesystems.

Gerade im Nachhaltigkeitskontext existieren häufig unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Anlagen als verantwortungsvoll gelten. Kontroverse Themen wie Kernenergie zeigen, dass nachhaltige Bewertungen von Region zu Region und von Anleger zu Anleger variieren können. Die FUCHSBRIEFE Prüfinstanz vertritt deshalb die Auffassung, dass im Private Banking die Wertvorstellungen des Kunden maßgeblich sind.

Externe Expertise als Korrektiv (5 %)

Mit 5 Prozent berücksichtigt das Rating die Einbindung externer Fachkompetenz.

Hierzu zählen Nachhaltigkeitsbeiräte ebenso wie die Zusammenarbeit mit spezialisierten Agenturen und Beratungsinstituten. Bewertet werden sowohl die Vielfalt externer Perspektiven als auch deren tatsächlicher Einfluss auf die Ausgestaltung des Nachhaltigkeitsansatzes.

Aktualität als Qualitätsmerkmal

Bei bereits gerateten Anbietern überprüft die FUCHSBRIEFE Prüfinstanz regelmäßig die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsangebots. Liegen auf Nachfrage keine Informationen zu Fortschritten innerhalb der vergangenen zwölf Monate vor und bestehen zugleich keine neuen eigenen Erkenntnisse, wird der FUCHSBRIEFE-Score um zwei Prozentpunkte reduziert.





Verteilung der Gewichtungen auf einen Blick

  • Nachhaltigkeitsfokus im Unternehmen: 15 %
  • Mitarbeiteraus- und Weiterbildung: 15 %
  • Evaluation der Kundenbedürfnisse: 10 %
  • Nachhaltigkeit in der Beratung: 10 %
  • Integration in den Investmentprozess: 10 %
  • Produktpalette: 10 %
  • Umsetzung im Anlagevorschlag: 10 %
  • Individualität in der Umsetzung: 7,5 %
  • Respektierung des Wertesystems: 7,5 %
  • Externe Expertise: 5 %

Gesamt: 100 %.



Das Rating „Nachhaltigkeit im Private Banking“ der FUCHSBRIEFE Prüfinstanz bewertet Nachhaltigkeit nicht als starres Regelwerk, sondern als individuellen Beratungsauftrag. Im Mittelpunkt stehen die Fähigkeit zur differenzierten Bedarfsermittlung, fachliche Kompetenz, transparente Prozesse und die konsequente Umsetzung persönlicher Wertvorstellungen. Entscheidend ist nicht die Vorgabe eines Nachhaltigkeitsverständnisses, sondern dessen nachvollziehbare und glaubwürdige Umsetzung.
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