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Zwischenstand in den Performance-Projekten per 31.03.2022

Auseinandergehende Tendenzen

Wegweiser mit Aufschrift Safety und Risk. © psdesign1 / stock.adobe.com
Die Teilnehmer der Performance-Projekte haben ein schwieriges erstes Quartal 2022 überstanden. Interessanterweise zeigt sich bei den Ergebnissen der einzelnen Projekte aber kein einheitliches Bild.

In den Performance-Projekten der FUCHS | Richter Prüfinstanz zeigt sich nach dem 1. Quartal 2022 ein sehr unterschiedliches Lagebild. Während es in den Projekten V (vermögensverwaltende Fonds) und VII (Privatkunde) weniger Teilnehmer als noch vor drei Monaten schaffen, die Benchmark zu übertrumpfen, sind es im Projekt VI (Stiftungsportfolio) sogar mehr.

Im Performance-Projekt V startete am 01.01.2022 die zweite Etappe. Die erste Etappe war nach fünf Jahren Projektlaufzeit zum Jahreswechsel abgeschlossen. Das Projekt sah aber vor, dass wir die Entwicklung der Portfolios insgesamt bis zu 15 Jahren begleiten. Aktuell schlagen ganze vier von 73 Teilnehmern die Benchmark: Sigma Bank, ODDO BHF Aktiengesellschaft, Geneon Vermögensmanagement und Raiffeisen Capital Management. Die Zürcher Kantonalbank Österreich gehört nicht mehr zu den Häusern, die die Benchmark übertrumpfen.

Spitzen-Teilnehmer mit deutlichem Vorsprung

Im Performance-Projekt VI schlagen 27 der 37 Teilnehmer die Benchmark aus mehreren ETF. Vor drei Monaten waren es erst 25. An der Spitze liegt mit 1.592 Punkten weiterhin die FIS Privatbank. Ihr folgen mit „nur“ 1.116 Punkten die Neue Bank und mit 1.048 Punkten Schelhammer Capital. Ebenfalls mehr als 100 Punkte haben die DGK & Co. Vermögensverwaltung, FV Frankfurter Vermögen, Alpen Privatbank und die Früh & Partner Vermögensverwaltung. Besser als die Benchmark sind neu Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung AG und die Steiermärkische Sparkasse.

Im ersten Quartal erwies sich die Benchmark im Performance-Projekt VI als wenig robust. Vor allem die ausschüttungsstarken Dividenden-ETF und die Anleihe-ETF – eigentlich als Sicherheitsbaustein für das Portfolio gedacht – schmälern die Performance. Lediglich der nachhaltig-gescreente MSCI World ETF überzeugte. Die Benchmark-Portfolios der anderen Projekte setzen nicht auf Dividenden-ETF und zu geringeren Teilen auf Anleihen. In der Benchmark-Performance macht sich das deutlich bemerkbar. Vermögensverwalter, die sich hier strategisch richtig aufstellten (kurzlaufende Anleihen, Qualitätsaktien, eventuell Rohstoffe, Edelmetalle), hatten die Nase vorn.

Zusammenrücken in Projekt VII

Besser aufgestellt war die Benchmark dafür wieder im Performance-Projekt VII. Dieser Eindruck entsteht zumindest beim Blick auf die Teilnehmer, die die Benchmark noch schlagen: Während es zum 01.01.2022 (nach drei Monaten Projektlaufzeit) zehn an der Zahl waren, sind es jetzt nur noch sieben. Herausgefallen sind die Frankfurter Bankgesellschaft Deutschland, die DRH Vermögensverwaltung und die Volksbank Vorarlberg.

Weiter an der Spitze stehen auch hier die FIS Privatbank und die Neue Bank. Dahinter folgen die Maiestas Vermögensmanagement AG, Kaiser Partner Privatbank, auch wieder die DGK & Co. Vermögensverwaltung, Hauck Aufhäuser Lampe und die Value Experts Vermögensverwaltungs AG. Performance-Projekt VII ist das jüngste der „Familie“ (Startzeitpunkt 01.10.2021).

Worauf sich die Teilnehmer vorbereiten

Erstmals hat die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz auch unter den Teilnehmern ermittelt, wie sie das zukünftige Kapitalmarktumfeld einschätzen. Dabei ergibt sich ein sehr klares Bild: Marktbeherrschend sind die Themen Ukraine, Inflation und Zinswende. Daneben sorgt weiterhin die Omikron-Variante für Verunsicherung – wenn auch mit abnehmender Tendenz. Auch die sich verschärfende Rivalität zwischen China und den USA wird genannt.

Weitgehend einig sind sich die Banken und Vermögensverwalter auch in ihren Trendaussagen. Die Aktienmärkte bleiben hoch volatil. Viele fokussieren daher auf Qualitäts- und Value-Aktien. Bei Tech-Titeln wird die Selektion schärfer. Lukrativ seien derzeit vor allem Anlagen in Nordamerika und ausgewählten Emerging Markets. Die Anleihe-Renditen werden steigen, aktuell sind kurzlaufende Anleihen zu bevorzugen. Der US-Dollar wird stärker.

Trübe Aussichten für die Benchmark?

Der Vermögensverwalter Spiekermann erwartet „niedrigere Erträge in allen Anlageklassen“. Für Ausgleich können etwa „Taktische Anpassungen durch Unter- und Übergewichtungen (Liechtensteinische Landesbank), „Nutzung kurzer Renten-Duration und kurzfristige Tradingchancen nach Übertreibungen“ (FIS Privatbank), „Tech reduzieren, Quality erhöhen“ (FV Frankfurter Vermögen) oder „Renten-Märkte als Risikopuffer“ (Value Experts Vermögensverwaltungs AG) sorgen.

All das kann die Benchmark nicht bieten. Zumindest in der Theorie sollten diese Annahmen also dazu führen, dass die Benchmark gegenüber den Teilnehmern „Federn lassen“ wird. Die Hamburger DGK & Co. Vermögensverwaltung bringt es auf den Punkt und teilt uns mit, dass „ein größerer Anteil des Anlage-Erfolges in den kommenden Jahren dem Risikomanagement zuzuschreiben sein [wird]“. Ob die Hanseaten recht haben, wird die weitere Entwicklung zeigen.

Fazit: Dass ETF-Portfolios per se besser oder schlechter in Krisen rentieren als aktiv verwaltete Portfolios, lässt sich so pauschal nicht sagen. Die Performance-Projekte zeigen, dass auch bei ETF die konkrete Zusammensetzung für den Erfolg entscheidend ist.
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