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Entscheidend ist der Investmentansatz

Sind Robo-Advisor besser als der Markt ?

Ein beliebtes Instrument der Vermögensanlage sind „Versicherungsmäntel", doch neben den vielen Vorteilen gibt es Risiken, die zu unnötigen Kosten führen. Ein regelmäßiger Check ist zu empfehlen.

Robo-Advisor bringen den Markt der Vermögensverwaltung in Bewegung. Sie heißen Scalable, Whitebox, Liquid oder Vaamo. Und wollen besser als die etablierten Anbieter sein und überzeugendere Ergebnisse erzielen.

Vorab: Die Bezeichnung „Robo-Advisor" täuscht. Es sind keine schlauen Maschinen, die Geld anlegen. Die Anbieter machen ihren Job nicht anders als jeder „lebende" Vermögensverwalter. Sie stellen ein oder mehrere Portfolien zusammen und verändern diese nach (selbst)bestimmten Regeln. Von Algorithmen und künstlicher Intelligenz sind die Angebote derzeit weit entfernt. Auch Werbeaussagen wie z. B. einen „Value-at-risk"-Ansatz oder Algorithmen zu nutzen, verkünden keine Innovation.
Die Technik nutzen etliche Banken und Vermögensverwalter seit Jahren. Robo-Advisor sind – banal ausgedrückt - der bequeme und schöner gemachte Zugang zu standardisierten Vermögensverwaltungslösungen – nur ohne Beratung.

Sind die Ergebnisse wirklich besser?

Durch die sozialen Medien wird in der jüngsten Vergangenheit vermehrt verbreitet, dass die Newcomer „bessere" Ergebnisse als der Markt erzielen. Können die Robo-Advisors dies wirklich?

Hier hilft die Logik: Die Teilnehmer am weltweiten Wertpapiermarkt treten zeitgleich auf. Einer verkauft das Papier, der andere möchte es im Bestand haben. Diese Handlungen bestimmen über die Börse den Kurs eines Wertpapiers im Spiel von Angebot und Nachfrage. In der Summe aller Anleger kann daher niemand besser sein als der Markt; denn im Durchschnitt bilden alle Wertpapier(orders) „den Markt" ab. Daher lautet die Antwort: Robo-Advisor erzielen in der Summe genauso gute oder schlechte Ergebnisse wie alle anderen Vermögensverwalter auch.

Nun gibt es Stimmen, die das Alpha als Mehrwert herausstreichen. „Mein Fondsmanager bringt z. B. im Bereich Europa eine deutlich bessere Leistung – Fachleute nennen das „Alpha" – gegenüber dem Vergleichsindex MSCI Europa!" Da lohnt es sich genau hinzusehen: Meist ist es ein „Fake-Alpha". Der Fondsmanager hat sich z. B. auf kleine Unternehmen konzentriert. Daher ist der korrekte Vergleichsindex in diesem Fall der MSCI Europa Smaller Companies.

Nach Kosten kein Mehrwert bei Vermögensverwaltern

Sichtbar wird, dass ein Mehrwert nach Kosten nicht vorhanden ist. Jetzt könnte man einwerfen, dass genau das der Verdienst des Fondsmanagers ist, Aktien kleiner Unternehmen auszuwählen. Doch die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass kleinkapitalisierte Aktien langfristig mehr Rendite bringen als „Large Caps" – bei höherem Risiko. Die Wissenschaft nennt diesen Effekt „Size-Factor". Es ist also kein Verdienst des Fondsmanagers.

Wo gibt es Steuerungsmöglichkeiten, gut (besser) zu performen? Die Untersuchungen der Private Banking Prüfinstanz | FUCHS RICHTER lassen den Schluss zu, dass es zwei Erfolgsfaktoren sind, die für etablierte und neue Anbieter gleichermaßen gelten:

Ein nachvollziehbarer und fachlich fundierter Investmentprozess, der über lange Zeit konsequent durchgehalten wird und ein funktionierendes Risikomanagement hat. Dieser sorgt dafür, dass die Quote der risikobehafteten Wertpapiere –in der Hauptsache Aktien – situationsgerecht gesteuert wird. Ebenso gehört die Auswahl der Finanzinstrumente dazu, wie auch die konkrete Zusammenstellung der Vermögensklassen wie Aktien, Renten, Rohstoffe und Liquidität.

Robuster Investmentansatz gefordert

Nur wenige Anbieter wenden einen robusten Investmentansatz an. Kein Ansatz profitiert in jeder Marktphase. Daher führen Kurzzeitvergleiche, wie sie häufig zu lesen sind, genauso in die Irre wie die Nicht-Berücksichtigung des „Anlegerstresses", den der Anbieter aufgrund der Risikoausrichtung des Depots verursacht. Fünf Jahre sind ein Mindestzeitraum, um die Leistungen fundiert bewerten zu können. Es gilt: Je länger, desto besser.

2. Die Kostenquote. Hier gilt: Je günstiger, desto höher die Performance. Das ist keine Neuigkeit. Diese Erkenntnis spricht aber derzeit für einige Robo-Advisor. Denn sie bieten ihre Leistungen zu deutlich geringeren Gesamtkosten an. Vielerorts wissen Anleger nicht, dass sie 1,5 Prozent für ihr Mischportfolio oder ihren vermögensverwaltenden Fonds bezahlen. Die Newcomer erhöhen den Preisdruck auf die Branche. Denn sie reduzieren die jährliche Gesamtkostenquote im Durchschnitt um 0,5%.

Fazit: Robo-Advisor erzeugen vor allem einen Kostendruck auf die etablierten Anbieter. Zugleich fällt eine persönliche Beratung und Betreuung unter den Tisch. Entscheidend für ihren Nutzen aus Anlegersicht ist es, ob sie dauerhaft einen überzeugenden Investmentansatz anwenden.

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