Unsichere Märkte, neue Strategien: Wer bei den FUCHS Performance-Projekten 5, 7 und 8 überzeugt
Weltwirtschaftliches Umfeld prägt das Quartal
Das makroökonomische Umfeld im dritten Quartal 2025 war von geopolitischen Spannungen, einer nach wie vor erhöhten Inflation sowie anhaltenden Handelskonflikten zwischen den USA, China und Europa geprägt. Die US-Zollpolitik unter Trump sorgte für neue Unsicherheiten in globalen Lieferketten, während die Notenbanken weiterhin vorsichtig agierten.
Trotz leicht rückläufiger Inflationsraten blieben die Zinsen stabil, das Wachstum verlief uneinheitlich: Während Technologiewerte erneut zulegen konnten, standen zyklische Branchen und Exportwerte unter Druck. Gold setzte als sicherer Hafen seinen Höhenflug fort. Aber wie agierten die Teilnehmer der FUCHS Performance-Projekte 5, 7 und 8 in diesem Zeitraum?
Drei Projekte – viele Überschneidungen
Die jüngste Auswertung der Performance-Projekte 5, 7 und 8 zeigt laut den Daten von infront ein breites Engagement der teilnehmenden Institute – und interessante Schnittmengen. Im Projekt 5 sind aktuell 73 Banken aktiv, im Projekt 7 43, und im Fondsprojekt 8 sogar 98. Auffällig: 20 Institute sind in allen drei Projekten vertreten, weitere 52 in zwei Projekten. Nur 50 Häuser beschränken sich auf ein einzelnes Projekt. Diese Mehrfachteilnahmen unterstreichen die strategische Bedeutung der FUCHS-Projekte für viele Vermögensverwalter: Wer in mehreren Projekten präsent ist, setzt klar auf Sichtbarkeit und Vergleichbarkeit – und nimmt die Herausforderung an, sich in unterschiedlichen Marktsegmenten zu bewähren.
Die drei Performance-Projekte zeigen ein deutlich differenziertes Bild zwischen kurzfristiger Quartalsdynamik und der standfesten Leistung im Gesamtpunktestand. In Projekt 5 übertrafen bemerkenswerte 64 Depots die Benchmark im Quartal, im Gesamtpunktestand gelang dies jedoch nur drei Teilnehmern. Projekt 7 präsentierte sich ausgewogener: 23 Depots lagen im Quartal vorn, 22 auch im Gesamtpunktestand. Projekt 8 war im Quartal selektiver mit neun Überperformern, dafür aber mit kräftigen Spitzenwerten und insgesamt 17 Depots, die im Gesamtpunktestand die Benchmark hinter sich ließen.
Projekt 5 – Konstanz an der Spitze und ruhige Kasse
Das Performance-Projekt V steht für Stabilität und Kontinuität. Die Volksbank Vorarlberg e.Gen. (ID 464) führt mit 3.675,67 Gesamtpunkten das Feld an, gefolgt von der Zürcher Kantonalbank Österreich AG (ID 462) mit 3.527,38 Punkten und ODDO BHF SE (ID 490) mit 3.518,90 Punkten. Das Benchmarkdepot (ID 488) liegt mit 3.500,00 Punkten knapp dahinter.
Sortino- und Omega-Ratios überzeugen
Die Risikokennzahlen unterstreichen die Qualität: Die Top-Depots weisen durchweg niedrige Max Drawdowns auf – vielfach unter 1 Prozent, während schwächere Teilnehmer wie Geneon Vermögensmanagement mit über 28 Prozent auffallen. Die Sortino- und Omega-Ratios der Spitzenreiter liegen im oberen Bereich: Fürst Fugger Privatbank und Reichmuth & Co erreichen jeweils 50 Punkte in beiden Kennziffern, was eine exzellente risikoadjustierte Performance signalisiert.
Rendite im Fokus
Die Renditeentwicklung im Quartal ist solide, ohne extreme Ausschläge. Spiekermann & Co erzielt mit 195,32 Quartalspunkten die höchste Bewertung, was auf eine Kombination aus Rendite und Risikokontrolle hinweist. Auffällig bleibt die Handelsruhe: Nur eine Transaktion im Benchmarkdepot mit einem Bruttoumsatz von rund 3.750 Euro und einem Netto-Cashflow von - 387 Euro.
Das Benchmarkdepot führte dabei zwei Umschichtungen durch: Es kaufte den iShares Core EUR Corporate Bond UCITS ETF (ISIN IE00B3F81R35) für rund 2.068 Euro und verkaufte den Xtrackers II Global Government Bond 1C EUR Hedged (ISIN LU0378818131) für etwa 1.682 Euro. Die Strategie „ruhige Kasse“ zahlt sich aus – Spitzenleistung ohne hektische Umschichtungen.
Projekt 7 – Private Banking Portfolio: Dynamik, Vielfalt und Taktik
Projekt VII zeigt ein kontrastreiches Bild: BTG Pactual Europe (ID 588) führt mit 2.397,02 Gesamtpunkten, gefolgt von Neue Bank AG (ID 566; 2.119,01 Punkte) und Minveo AG (ID 604; 1.789,81 Punkte). Die Sortino- und Omega-Werte der Top-Adressen liegen deutlich über dem Benchmarkniveau: Wiener Privatbank und A&Q Asset Management erreichen jeweils 50 Punkte, was ihre Fähigkeit zur risikoadjustierten Rendite bestätigt.
Die Spannweite im Risiko ist enorm: Während Minveo und DRH Vermögensverwaltung mit Drawdowns unter 1 Prozent glänzen, markiert GSAM + Spee Asset Management (ID 600) mit 27,96 Prozent Max Drawdown den Negativrekord. Die Renditekomponente spiegelt sich in den Quartalspunkten wider: A&Q Asset Management erzielt 180,52 Punkte, Weberbank und Bankhaus Carl Spängler folgen mit über 140 Punkten.
Boom bei Handelsaktivitäten
Projekt 7 zeigte im dritten Quartal 2025 eine außergewöhnliche Handelsdynamik. Insgesamt tätigten die teilnehmenden Banken 154 Transaktionen mit einem Bruttoumsatz von rund 12,64 Millionen Euro. Den Löwenanteil stellten Fonds und ETFs mit 42 Trades und einem Volumen von etwa 10 Millionen Euro. Aktien folgten mit 90 Transaktionen und rund 1,91 Millionen Euro, ergänzt durch Anleihen, Zertifikate und Optionsscheine. Die Weberbank Actiengesellschaft dominierte das Geschehen mit einem Umsatz von über 7 Millionen Euro. Sie setzte ein spektakuläres taktisches Manöver um: Am 15. September kaufte sie den AIS-Amundi EUR ST HY Corp Bond UCITS ETF für 3,35 Millionen Euro und verkaufte die Position zwei Tage später für 3,32 Millionen Euro.
Weitere große Positionen hielten der MUF-Amundi MSCI World Swap II UE mit 616.751 Euro und der iShares EURO STOXX Mid UCITS ETF mit 607.942 Euro. Hinzu kamen strategische Engagements in China-ETFs, Nasdaq-Short-ETPs und Einzelaktien wie Kratos Defense, Arista Networks und Alphabet. Die hohe Umschlaghäufigkeit verschaffte den aktiven Häusern Vorteile bei der Punktebewertung, verlangte jedoch striktes Risikomanagement, um Drawdown-Spitzen zu vermeiden. Projekt 7 erwies sich damit als Spielfeld für dynamische Strategien und präzises Timing.
Projekt 8 – Vermögensverwaltende Fonds: Risikokontrolle versus Momentum
Projekt VIII verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen konservativer Risikosteuerung und Renditejagd. Das Benchmarkdepot (ID 609) setzt mit 1,77 Prozent Max Drawdown, einer Quartalsrendite von +4,53 Prozent und 1.300 Gesamtpunkten die Messlatte. Bemerkenswert: 60 Depots unterbieten den Benchmark-Drawdown, einige sogar mit 0 Prozent Verlustspitze – darunter Commerzbank PWM (ID 630) und Spiekermann & Co (ID 648).
Die Sortino- und Omega-Werte differenzieren klar: FRÜH & PARTNER (ID 627) erreicht 145,49 Quartalspunkte und 1.803,26 Gesamtpunkte, getragen von hohen Qualitätskennziffern. Reichmuth & Co (ID 635) und PI Privatinvestor (ID 640) liegen ebenfalls im Spitzenfeld mit Sortino- und Omega-Punktzahlen nahe dem Maximum.
Performance durch Kursbewegungen
Beim Momentum führen FV Frankfurter Vermögen (ID 613) mit +7,03 Prozent Rendite, Genève Invest (ID 672) mit +6,62 Prozent und HSBC Deutschland (ID 667) mit +6,18 Prozent. Am unteren Ende stehen Geneon Vermögensmanagement (ID 614) mit einem Drawdown von 23,20 Prozent und Ökoworld (ID 645) mit 12,37 Prozent, was die Bedeutung der Risikokontrolle unterstreicht. Auffällig gemäß den Daten von infront: Keine einzige Transaktion im Quartal – die Performance basiert ausschließlich auf Kursbewegungen.
Quelle: infront
Performance
Performance bezeichnet die prozentuale Wertentwicklung eines Portfolios über einen definierten Zeitraum und gibt an, wie stark das eingesetzte Kapital gestiegen oder gefallen ist. Im Gegensatz zu Omega und Sortino-Ratio ist die Performance keine risikoadjustierte Kennzahl, sondern ein reiner Maßstab für den absoluten Anlageerfolg.
Omega Ratio
Die Omega Ratio misst das Verhältnis zwischen positiven und negativen Renditen eines Portfolios oberhalb bzw. unterhalb eines festgelegten Schwellenwerts („Threshold Return“). Sie gibt an, wie viel Ertrag pro Einheit Risiko erzielt wird – je höher die Omega Ratio, desto besser ist das Chance-Risiko-Verhältnis des Portfolios.
Sortino Ratio
Die Sortino Ratio ist eine Weiterentwicklung der Sharpe Ratio und misst die risikoadjustierte Rendite eines Portfolios – allerdings berücksichtigt sie nur die Abweichungen nach unten („Downside Risk“). Sie zeigt also an, wie viel Überschussrendite pro Einheit negativem Risiko erwirtschaftet wurde.