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Transparenzangaben im TOPS-Report 2021

Durchblick für den Kunden

Für 75 % der getesteten Häuser konnten wir diesmal Transparenzpunkte vergeben – eine Steigerung von 5% zum Vorjahr. Sie ergaben sich aus Angaben eines Fragebogens, aus der Teilnahme an einem der Performance-Projekte und aus weiteren Angaben u. a. zum vertrauenswürdigen Umgang mit Kunden.

An Nachhaltigkeit kommt keiner vorbei

Im Jahr 2020 sind Nachhaltigkeits-Angebote bei Banken und Vermögensverwaltern keine Besonderheit mehr. Alle Häuser, die unseren Fragebogen ausfüllten, erklärten dabei auch, dass sie Kunden dezidiert zu nachhaltigen Geldanlagen beraten würden. Das Thema ist im Private Banking also angekommen. Die Expertise jedoch ist dabei sehr unterschiedlich gelagert. Etwa die Hälfte der Banken und Vermögensverwalter gab uns gegenüber an, dass sie ein eigenes Expertenkomitee für nachhaltige Geldanlagen ins Leben gerufen hätten. Ein gutes Viertel erklärte, dass die Nachhaltigkeitsexpertise ausgelagert sei, etwa bei externen Dienstleistern wie der Ratingagentur ISS-Oekom. Auch das ist völlig legitim. Von den übrigen Häusern bekamen wir die Antwort, dass sich interne Experten um derartige Anlagen kümmern würden, aber nicht in einer institutionalisierten Form wie einem Komitee. Bei unseren durchgeführten Tests zeigte sich, dass dies oftmals zulasten der Qualität in Fragen von Nachhaltigkeit führte.

Unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Titelauswahl

Bei der Titelauswahl setzen 40% der Häuser auf eine Mischung aus Ausschlusskriterien und Best-in-Class-Ansätzen. Besonders interessant geht dabei die Globalance Bank vor: Sie zieht neben den oben genannten Kriterien auch noch eine Carbon-Footprint-Analyse hinzu. D.h., sie geht über die klassischen Auswahlkriterien hinaus und bezieht auch noch die CO2-Bilanz eines Unternehmens in ihre Anlageentscheidung mit ein. Auch die LGT Bank AG nimmt den „Impact“ eines Investments bei der Anlageentscheidung hinzu. 17% der Häuser arbeiten hauptsächlich mit Ausschlusskriterien beim Thema Nachhaltigkeit. Die restlichen Banken und Vermögensverwaltern vertrauen auf externe Dienstleister oder hielten sich zu ihrem Auswahlprozess bedeckt.

Viele Häuser bemühen sich zudem, auch außerhalb der Vermögensanlage die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen. Die Walser Privatbank etwa bietet in ihrer Kantine regionale Produkte an, finanziert Mitarbeitern bei Verzicht auf einen Tiefgaragenstellplatz ein Jahres-ÖPNV-Ticket oder setzt wie auch andere Teilnehmer auf erneuerbare Energien. Bei der Berliner Sparkasse engagieren sich viele Mitarbeiter im Rahmen des “Ehrenamtmonats“ freiwillig bei sozialen Projekten. Das sind nur zwei von vielen bemerkenswerten Beiträgen außerhalb der Beratung, die an uns herangetragen wurden.

Kunden je Berater und Nachhaltigkeits-Expertise

Die Anzahl der Kunden je Berater schwankt sehr von Haus zu Haus. Bei der BW-Bank kümmert sich sowohl im Private Banking als auch im Wealth Management ein Berater im Durchschnitt um 220 Kunden. Bei der Neuen Bank sind es ab einem Volumen von 1 Mio. Euro ein Berater für je 20 Kunden. Bei der Lunis Vermögensverwaltung und HSBC Deutschland sind es 25 Kunden je Berater.

In puncto nachhaltige Beratung machen wir drei Strategien aus. Jeweils 37% setzen entweder auf interne Spezialisten oder schulen alle Mitarbeiter gleichermaßen zu Nachhaltigkeit, so dass „jeder“ nachhaltig beraten kann. Einige Häuser gehen auch den Mittelweg und setzen sowohl auf Schulungen als auch auf Spezialisten (15%).

Kosten

Bei „kleineren“ Anlagevolumina von 1,1 Mio. Euro sind die Gebühren im Mittel minimal im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Aktuell beträgt das Mittel bei einer ausgewogenen Risikostruktur im Portfolio hier 1,20% (2019: 1,25 %). Moderater sieht es bei Anlagesummen von 3,1 Mio. bzw. 5,1 Mio. Euro aus. Hier werden im Mittel 1,05 % bzw. 1,0% verlangt. Die Spreizung kann mehr als einen Prozentpunkt betragen. So verlangt die österreichische Niederlassung der Zürcher Kantonalbank bei 1,1 Mio. Anlagesumme 0,7 %, die LGT Schweiz 1,8 %. 15% der Häuser gaben an, dass für eine nachhaltige Vermögensverwaltung leicht höhere Kosten anfallen würden, die auf die Standardkonditionen aufgeschlagen werden.

Einstiegsgrenzen

Private Banking ist keine sonderlich exklusive Dienstleistung mehr. Die meisten Häuser führen sie mit Anlagesummen unter 1 Mio. Euro im Angebot. 30.000 Euro sind die Untergrenze. Eine individuelle Vermögensverwaltung auf Einzeltitelbasis ist ab 250.000 Euro möglich. Beim gehobenen Private Banking mit einer individuellen, ganzheitlichen Beratung, dem Wealth Management, liegt die Mediansumme bei 1 Mio. Euro. Die meisten Häuser integrieren bereitwillig nachhaltige Kundenwünsche in ihr reguläres Private Banking, so dass dafür auch die selben Einstiegsgrenzen gelten. 13 Häuser gaben uns gegenüber allerdings an, dass sie für die Verwaltung nachhaltiger Mandate gesonderte Mindestsummen fordern. Erste Angebote – etwa bei der BAWAG P.S.K. Invest GmbH – gibt es bei einem Anlagevolumen von 250.000 Euro. 2 Mio. Euro muss man beispielsweise bei der VP Bank für ein nachhaltiges Vermögensverwaltungsmandat mitbringen.

Fazit: In diesem Jahr führt die Liechtensteinische Landesbank AG das Transparenz-Ranking an. Auch ihre österreichische Vertretung erhält hochverdient die Auszeichnung „Sehr gut“. Die Capital Bank – die Siegerin der Vorjahre – hält sich in der Spitze und holt sich den nicht minder respektablen zweiten Platz. Immerhin neun Teilnehmer werden von uns mit dem Prädikat „Sehr gut“ bewertet, auf ein „Gut“ kommen nochmals weitere neun Häuser.
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