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Liechtensteinische Landesbank AG | TOPs 2017 - Vermögensstrategie & Portfolioqualität

Liechtensteinische Landesbank: Ehrlich, aber nicht treffsicher

Ehrlich währt am längsten – nach diesem Grundsatz verfährt die Liechtensteinische Landesbank, muss aber auch eingestehen, dass es ihr schwerfällt die Kundenziele zu erreichen. Doch das ist nicht das einzige Manko des Anlagevorschlags.

Liechtensteinische Landesbank AG Städtle 44, FL-9490 Vaduz
www.llb.li

Die Landesbank ist sehr sorgfältig in der Dokumentation. Sie sendet uns eine kurze Zusammenfassung des Telefonats und eine ausführliche Wiedergabe des Beratungsgesprächs – sehr gut. Intensiv geht der Dialog weiter zwischen Bank und potenziellem Kunden. Was ist nun genau der Verlust, den wir maximal erwarten? Pro Jahr oder zeitunabhängig und wenn ja, in welcher Höhe? Noch bevor alles final geklärt ist, wird deutlich: Für die Bank passt unser Renditeziel nicht mit dem maximalen Verlust zusammen. Wenn wir wirklich nur 15 % maximal verlieren wollen, müssen wir auch Renditeabstriche hinnehmen, stellt die LLB klar. Dann sind aus ihrer Sicht nur 1 % netto, nach Kosten und Steuern drin. Bei einer höheren Rendite steigt auch das Verlustpotenzial. Die Bank verspricht also nichts, was sie nicht einhalten kann. Das nennen wir ehrlich, präzise und sorgfältig! Wir erhalten zwei Vorschläge, einen mit unserem Renditeziel, einen mit unserem Verlustziel. Würden wir das Geld jetzt anlegen, würde unser Kapital diese Struktur haben: Kurzfristige Anlagen 1,9 %, Obligationen Inflationsgeschützt 6,0%, Obligationen Schwellenländer 2,0%, Aktien 41,5%, Hedge Fonds 3,2%, Immobilien 2,0%, Obligationen 27,6%, Wandelobligationen 5,0%, Hochzinsanleihen 4,0%, Aktien Schwellenländer 3,8% und Rohstoffe / Metalle 3,0%. Die Aktien werden aktuell etwas untergewichtet gegenüber der angestrebten “Normalstruktur”. Die Renditeerwartung liegt – vor Kosten und Steuern – bei 3,5 % bis 4,5%.
Wertungsübersicht
Beratungs­gesprächVermögens­strategiePortfolio­qualitätTransparenzGesamt
34,4
14,3
4,7
12,0
65,2

max. 45 Punkte

max. 30 Punktemax. 9 Punktemax. 16 Punktevon 100

Ausführlicher Stresstest

Ausführlich ist der Stresstest: Wir sehen Grafiken mit den Wertaufholungsdauern (40 Monate in der Finanzkrise) und auch die Verluste in Krisenphasen (knapp 20 % beim Platzen der Internetblase). 30 % Verlust mussten in der Finanzkrise verkraftet werden. Deutlich wird: Mit diesem Vorschlag fühlen wir uns eigentlich nicht wohl. Der zweite Vorschlag kommt daher mit weniger Aktien aus (ca. 30 %). Dafür sinkt aber auch das Risiko. Dennoch hätten wir in der Finanzkrise 21 % Verlust verkraften müssen. Das ist immer noch mehr als unsere „erlaubten“ maximal 15 %. Ganz auflösen kann die Bank daher unsere Bedenken bezüglich der Renditepotenziale und Verlustgefahren nicht. Auch bezüglich Verständlichkeit und klarer Kundenorientierung sind andere Häuser besser unterwegs. Dennoch sehen wir deutlich, dass die LLB sich um die Bedürfnisse ihrer Kunden bemüht und das Spannungsfeld zwischen Renditewunsch und Risikoempfinden gut erkannt hat. Leider fällt die Analyse unseres bisherigen Depots unter den Tisch. Eine fundierte Darstellung, wie wir es bei anderen Häusern gesehen haben, fehlt völlig. Die Honorarvorstellung der LLB beträgt 1,00%; in Liechtenstein fällt keine Umsatzsteuer an. Kickbacks werden an den Kunden weitergeleitet.

Fazit Vermögensstrategie: Die LLB kann mit diesem Vorschlag im engen Wettbewerb nicht richtig überzeugen. Die Risiken hat sie zwar klar im Blick. Hier zeigt die Bank eine hohe Expertise und kann mit vielerlei Darstellungen die Verlustpotenziale berechnen. Doch ganz treffsicher sind die Vorschläge nicht. Lobenswert ist die ehrliche Art und Weise, in der die Bank die Grenzen des von ihr Machbaren aufzeigt.

Fazit Portfolioqualität: Das von der LLB präsentierte Portfolio hat vor allem die Schwäche, bei einem Zinsanstieg von 1% „aus dem Ruder zu laufen“. Auch der maximale Verlust wäre uns zu hoch. Allerdings ist die erwartbare Rendite attraktiv. Insgesamt aber ein eher unterdurchschnittliches Portfolio.

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