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Bethmann Bank AG, TOPS 2021, Beratungsgespräch

Nachhaltigkeit als Standardangebot

Wie schneidet die Bethmann Bank im Markttest Nachhaltigkeit ab? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Die Bethmann Bank versteht sich auf "Nachhaltigkeit". Dies macht die 100%ige Tochter der holländischen ABN Amro Holding GmbH auf der Homepage deutlich. Und dies versucht sie auch dem Kunden gegenüber im Beratungsgespräch zum Ausdruck zu bringen. Allerdings zeigt sich, dass "Nachhaltigkeit" ein weites Feld darstellt. Um den (Nachhaltigkeits-) Nerv eines Kunden zu treffen, ist es wichtig, genau hinzuhören.

Die Bethmann Bank versteht sich als "Privatbank der Moderne", die sich der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist. "Nachhaltigkeit" stellt für die Bethmänner keine zusätzliche Dienstleistung dar, sondern gehört wesentlich zum Selbstverständnis der Bank dazu: "Das Prinzip des nachhaltigen Handelns und Investierens ist ein Teil unserer DNA."

Eine effiziente Gesprächsanbahnung

Was will man mehr, wenn man daran interessiert ist, sein Geld nachhaltig zu investieren? Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung des Kunden. Dieser wird, nachdem er an zentraler Stelle seine Kontaktdaten hinterlässt, "zügig" von einem Berater zurückgerufen. Diese erfährt neben der Höhe der zur Verfügung stehenden Anlagesumme, dass der Kunde sich in seinen Nachhaltigkeitsvorstellungen an den Kriterien der katholischen Bischofskonferenz orientiert. Damit hat der Berater eigentlich die entscheidende Information, um sich auf das Kundengespräch vorzubereiten. 

Die zentralen Anliegen des Kunden:

Anlagevolumen: 1,0 Mio. Euro
Anlagehorizont: langfristig
Nachhaltigkeitsfokus: ethische Kriterien i.S. der katholischen Bischofskonferenz

Das Setting stimmt schon einmal: Von Anfang an erfährt der Kunde Diskretion und guten Service. Über einen separaten Eingang gelangt er in das Bankgebäude und wird dort auch gleich von einer Sekretärin persönlich in Empfang genommen. Sie begleitet ihn zum hochwertig ausgestatteten Besprechungsraum. Während des Gesprächs gibt es Kaffee und Pralinen.

Powerpoint-Präsentation wird abgelesen

In puncto Nachhaltigkeit haben die Berater viel zu berichten und halten sich mit ihrem Wissen nicht zurück, bleiben dabei jedoch ein wenig allgemein und vage. So orientiert man sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und verwendet viel Zeit, um den ESG-Ansatz zu erläutern. Aus Kundensicht jedoch versäumen es die beiden Berater, einen Bezug zu den Nachhaltigkeitskriterien der katholischen Bischofskonferenz herzustellen. An denen möchte sich der Kunde in seiner Anlagestrategie orientieren. Dies hatte er ja bereits im Telefonat mitgeteilt. 

Im Beratungsgespräch orientieren sich die Berater an einer Powerpoint-Präsentation und hinterfragen umfangreich die private und finanzielle Situation des potentiellen Neukunden. So wirkt das Gespräch zwar gut strukturiert, doch ermüdend zugleich, da die über zwei Stunden dauernde Präsentation nicht frei vorgetragen, sondern zu einem großen Teil auch abgelesen wird. Außerdem stört sich der Kunde ein wenig an den inhaltlichen Schwerpunkten: So zeigen die Berater wenig Zurückhaltung, als sie die Auszeichnungen und Preise der eigenen Bank vortragen. Umgekehrt aber hätte er sich mehr Fragen zu seiner Risikoeinstellung und  mehr Informationen zur Anlagestrategie und einem möglichen Depotvorschlag gewünscht.

"Katholische Nachhaltigkeit" nicht als Standard

Auf eigenen Wunsch hin nimmt der Kunde am Ende den standardisierten Anlagevorschlag mit. Die Musterallokation sieht eine Aktiengewichtung von 70 und eine Rentengewichtung von 30 Prozent vor. Dies allerdings wird nachträglich korrigiert, da der Kunde vom Risikoempfinden konservativer eingestellt ist. So bekommt er ein paar Tage nach dem Beratungsgespräch einen Anlagevorschlag zugesandt, der ein ausgewogenes Depot mit einer Gleichgewichtung von Aktien und Anleihen beinhaltet. Dies ist im Sinne des Kunden, der sich nun mit dem Rendite-Risiko-Profil des Portfolios identifizieren kann. 

Was die Nachhaltigkeitskriterien betrifft, so hätte sich der Kunde eine explizitere Einbeziehung der strengeren und etwas konservativeren Kriterien der deutschen Bischofskonferenz gewünscht. Stattdessen steht bei dem Vorschlag der Nachhaltigkeitsansatz von Sustainalytics im Vordergrund. Außerdem weist man darauf hin, dass eine Vermögensverwaltung unter Berücksichtigung individueller Nachhaltigkeitskriterien erst ab einer Anlagesumme von 5 Mio. Euro möglich sei. Bei einer Mio. Euro fällt der der Anlagevorschlag nicht ganz so „katholisch“ aus, wie es aus Kundensicht wünschenswert gewesen wäre.

Preis-Leistungsverhältnis

Kosten

Durchschnittliche Pauschalgebühr für die Vermögensverwaltung beträgt 1,0 % p.a.

Mindestanlagesumme

500.000 Euro
Individuell nachhaltig ausgerichtete Vermögensverwaltung auf Einzeltitelbasis ab 5 Mio. Euro

Dienstleistungsportfolio

  • Vermögensverwaltung
  • Aktives Beratungsgeschäft
  • Strategische Vermögensplanung

Spezialitäten:

  • Private Equity
  • Stiftungsmanagement
  • M&A Beratung

Nachhaltigkeitsexpertise

  • Unabhängiges Nachhaltigkeitskomitee
  • 5 hauseigene Investmentfonds, die einen Nachhaltigkeitsansatz verfolgen
  • Orientierung an UN-Nachhaltigkeitskriterien
  • Regelmäßige Schulung der Mitarbeiter 

Teilnahme am Performance-Projekt:Ja

Anschrift: Bethmann Bank AG, Königsallee 2c, 40212 Düsseldorf, Deutschland

Internet: www.bethmannbank.de
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Fazit: In puncto "Private Banking-Feeling" lässt die Bethmann Bank kaum etwas zu wünschen übrig. Und zweifellos haben die Bethmänner in Sachen "Nachhaltigkeit" viel zu bieten. Doch versäumt man es im Kundengespräch, die individuellen Nachhaltigkeitsvorstellungen des Kunden zur Sprache zu bringen und ggf. die gemeinsame Schnittmenge mit dem eigenen Nachhaltigkeitsansatz zu verdeutlichen. So aber hat der Kunde am Ende den Eindruck, dass ihm Nachhaltigkeit von der Stange angeboten werde.

HINWEIS: Dieses Bankenporträt beruht auf den Eindrücken aus einem individuellen Erstberatungsgespräch, das ein zuvor geschulter Testkunde durchgeführt hat. Die wiedergegebenen Eindrücke wurden während des Gesprächs oder unmittelbar danach schriftlich protokolliert. Subjektive Wahrnehmungen lassen sich nicht ausschließen. Der Testkunde hat sich zur Neutralität gegenüber dem getesteten Institut verpflichtet. Die Bewertung wurde nach einem festen Schema vorgenommen, das die Private Banking Prüfinstanz. erstellt hat. Es beruht auf der jahrelangen – wissenschaftlich untermauerten – Beschäftigung mit dem Thema Beratungsqualität im Private Banking durch die Private Banking Prüfinstanz, Dr. Richter / QF und Ralf Vielhaber / Verlag Fuchsbriefe.

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