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Pictet & Cie (Schweiz) | TOPs 2017 - Vermögensstrategie & Portfolioqualität

Pictet & Cie (Schweiz): Vor allem die Gebühr sticht heraus

Pictet – ein Name, der strahlt. Doch ganz so strahlend ist die schriftliche Darlegung der Anlagestrategie im Marktvergleich nicht. Ein Punkt sticht dabei besonders ins Auge.

Pictet & Cie (Schweiz) Freigutstrasse 12, CH-8002 Zürich
www.pictet.com

Pictet sendet dem Kunden kein gesondertes Protokoll, sondern gleich den Anlagevorschlag. Die „Offerte“ zeigt schon zu Beginn die wichtigsten Kennzahlen der empfohlenen Vermögensstruktur: die historische Rendite betrug in den letzten 10 Jahren 4,1% , das historisches Risiko 6%. Was mit dem Risiko gemeint ist, erfahren wir an dieser Stelle nicht. Die genannten Zahlen sind brutto, sie beinhalten keine Kosten. Das Angebot beläuft sich – so lesen wir weiter – auf 1,3% All in-Gebühr pro Jahr. Pictet stellt uns ein „ausgewogenes Mandat“ vor. Unser bisheriges Depot findet keinerlei Erwähnung und Berücksichtigung. Auch unser Renditeziel wird nirgendwo benannt. So wirkt das Dokument wie ein Massenprodukt, nicht jedoch wie ein individuell gemachter Vorschlag. Die Anleihen im vorgeschlagenen Depot sollen 31% ausmachen. US-Anleihen 10 Jahren Restlaufzeit  haben mit 11% den größten Anteil. Die Bank sichert die Position mit Blick auf Währungsschwankungen ab. Aktien sind zu 48% im Portfolio enthalten. Der Schwerpunkt liegt auf Europa mit 18%. Weitere 18% sind defensive Werte. Einen großen Teil des Portfolios machen Hedge-Fonds aus. 17% sind in solchen Alternativen Anlagen angelegt. Wir sehen eine große Mischung aus Trading Strategien, „Credit opportunities“, „Diversified Alpha“. Pictet belässt es bei den schrecklichen Anglizismen, erläutert werden die Begriffe nicht. So steht der Laie etwas ratlos da. Grafisch gut gelöst ist dagegen die Darstellung der Verluste und der Rendite eines vergleichbaren Portfolios in den letzten 10 Jahren. Die Verluste werden anhand einer „Unterwasserkurve“ dargestellt. Wir sehen, dass der Kunde 2009 mit seinem von Pictet vorgeschlagenen Depot knapp 19% Rückgang erlitten hätte.
Wertungsübersicht
Beratungs­gesprächVermögens­strategiePortfolio­qualitätTransparenzGesamt
30,8
13,5
5,9
8,0
58,2

max. 45 Punkte

max. 30 Punktemax. 9 Punktemax. 16 Punktevon 100

Kein Blick in die Glaskugel

Die 10 Jahres-Rendite betrug – wie schon erwähnt – 4,1% vor Kosten und Steuern. Leider zeigt die Bank nicht auf, welche Rendite wir tatsächlich benötigen, um unsere Ziele zu erreichen. Rechnen wir selbst, kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Bank mit dem Portfolio in die Nähe unserer Renditevorgaben von 2% nach Kosten und Steuern kommt. Allerdings auf Basis historischer Daten. Einen Blick in die Zukunft gönnt uns Pictet nicht. 1,3% pro Jahr will die Bank für ihre Dienste. Das ist ein relativ hoher Wert. Ob Kickbacks erstattet werden, können wir nicht sehen. Auffallend ist der recht hohe Anteil an Hedgefonds im Depot, wie wir ihn nur selten in diesem Jahr gesehen haben. Die Kosten, die damit verbunden sind, lassen sich nicht erkennen.

Fazit Vermögensstrategie: Es bleibt der Eindruck, dass Pictet das Vermögensverwaltungsgeschäft beherrscht, aber Individualität, wie sie die Mitbewerber zeigen, lässt die Bank in den schriftlichen Unterlagen vermissen. Kurzum: Ein Haus, bei dem der Name strahlt, bei dem sich aber die schriftlichen Leistungen nur im Mittelfeld befinden.

Fazit Portfolioqualität: Wir sehen eine Besonderheit: Gegen Zinsschocks ist das Depot von Pictet nach der Analyse von Quanvest hervorragend gewappnet; die Renditeerwartung ist hoch, jedoch auch der mögliche maximale Verlust. In der Gesamtsicht dadurch nur ein mittelmäßiges Portfolio.

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