Bitte registrieren Sie sich neu, um alle nicht kostenpflichtigen Inhalte auf fuchsrichter.de einsehen zu können.
030-288 817-20
0,00 €
3377
Bethmann Bank, Stiftungsmanagement 2018: Qualifikation

Die Bethmann Bank bietet Lösungen für Wagemutige

Die Bethmann Bank hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
Die Bethmann Bank versteht sich als sehr nachhaltiges Bankinstitut. Überdies lockt sie Risikofreudige mit üppigen Renditeerwartungen. Die Zahlen scheinen der Bank eindeutig recht zu geben, doch ein entscheidender Punkt lädt zu berechtigter Skepsis ein.

Die Bethmann Bank AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der niederländischen ABN AMRO Bank N.V. und entstand 2004 aus der Fusion von Delbrück & Co. mit Bethmann-Maffei. Das Bankhaus etablierte sich als gegenwärtig drittgrößter deutscher Asset Manager für vermögende Privatkunden.

Zeitreise, um die eigene Bedeutung herauszustellen

Die Bank geht weit zurück in der Geschichte, um ihre Bedeutung ins Licht zu rücken: Der Bethmann Bank hätten in Sachen Vermögensverwaltung bereits Kaiserin Maria Theresia,
Zar Alexander der I. und Papst Pius der VI vertraut. Goethes „Italienische Reise" verdankt
die Welt der Finanzierung durch die Bethmann Bank im Jahre 1786. Napoleon ließ es sich 1813 nicht nehmen, die Gastfreundschaft der Familie Bethmann, als zwar unerwünschter aber doch geduldeter Gast, in Anspruch zu nehmen. Auch der Eiffelturm, 1889 zu Ehren
der Weltausstellung in Paris erbaut, fand dank der Kreditgewährung durch die Gebrüder Bethmann zu seiner heutigen Form. Lang, lang ist's her, möchte man da sagen ...

Mehr als 60 Jahre Stiftungskompetenz

Seit 1956 verfügt das Bankhaus bereits über Stiftungskompetenz. Das Dienstleistungs-angebot umfasst im speziellen Themen der Stiftungsgründung, der Vermögensanlage für Stiftungen, der Stiftungsberatung und -verwaltung sowie der Vernetzung von Stiftungen. Eine Stiftungsbetreuung kann in jeder Niederlassung vor Ort stattfinden.

Rund 560 Mitarbeiter kümmern sich um die Anliegen ihrer Klienten. Insbesondere sind 15 Experten, die regional und zentral zur Verfügung stehen, mit der Stiftungsthematik vertraut. Diese verweilen durchschnittlich 10 Jahre im Hause und bringen im Schnitt 19 Jahre Arbeitserfahrung in das Unternehmen ein. Innerhalb des Beratungsbereichs für Stiftungen findet ein reger Austausch von Kenntnissen statt. Für Beratungskonzepte und Anlagevorschläge werden Fachexperten aus relevanten Bereichen hinzugezogen. Dieser Prozess wird von den Spezialisten koordiniert.

Insgesamt verwaltet das Bankhaus Stiftungsvermögen im Umfang von 1,9 Milliarden Euro. Die Bank betreut gegenwärtig mehr als 600 Non-Profit-Organisationen, davon rund 390 Stiftungen.

Der Anlagevorschlag

Der Anlagenvorschlag ist sehr ausführlich und gewissenhaft ausgearbeitet worden.
Vorgaben und Lösungskonzept wurden vorab zusammengefasst und Inhalte klar und verständlich dargestellt. Dass man sich so sehr um Details kümmert, zeigt, dass sich das Bankhaus um die Aufmerksamkeit der Stiftungen redlich bemüht.

Das Leistungsspektrum der Bethmann Bank beinhaltet das Vermögensmanagement sowie die strategische Begleitung und Positionierung des Portfolios.

Das Bankhaus gibt an, keine hauseigenen Produkte einzusetzen und eventuelle Vertriebs-provisionen an den Kunden weiterzugeben. So soll die Unabhängigkeit des Unternehmens gewährleistet werden. Um ihre Risikosensitivität unter Beweis zu stellen, wählt die Bank nur Anlagen im Rahmen des persönlichen Risikoprofils aus. Auch für die Bethmann Bank gilt: „Kapitalerhalt vor Rendite".

Gemäß den Informationen der Bank kommt ein Investmentansatz mit permanenter Risikokontrolle zum Einsatz. Eine breite Verteilung auf Anlageklassen, Länder und Branchen soll Marktrisiken in Schach halten. Zudem fokussiere man sich auf die Bilanzqualität und Bonität der Emittenten.

Titel würden mit dem Ziel einer langfristig guten Wertentwicklung anhand von Stabilität von Dividende und Kursentwicklung ausgewählt. In Agrarrohstoffe sei man bewusst nicht investiert. Um ein ausreichendes Maß an Transparenz sicherzustellen, legt das Bankhaus den Fokus auf Investitionen in Einzelwerte. Auch achte man darauf, Preismodelle transparent zu gestalten.

Auf Anleihen wird gänzlich verzichtet

Die Anlageentscheidung – ein Top-Down-Ansatz – wird unter drei Gesichtspunkten getroffen. Strategisch werden Vermögensstrukturen definiert, um eine Gewichtung von Anlageklassen und Regionen zu erstellen. Taktisch findet eine Anpassung der Vermögens-struktur an die Marktlage statt. Schließlich werden die Einzeltitel basierend auf dem internen Selektionsprozess und der Bilanzanalyse ausgewählt. Hierzu werden externe Quellen, wie Ratingagenturen und das Global Investment Commitee der Muttergesellschaft ABN AMRO zu Rate gezogen.

Laut dem Bankhaus verläuft die Risikosteuerung unter folgenden Gesichtspunkten: durch eine aktive Steuerung der Auslastung und der Kapitalbindungsdauer, durch Einsatz eines Stop-Loss-Prozesses bei unvorhergesehenen Ereignissen und durch eine Value-at-Risk-Bewertung.

Bethmann stellt das mutigste Portfolio im gesamten Wettbewerb vor: „Um Ihren Anforderungen möglichst nahe zu kommen, empfehlen wir deshalb ein Aktienportfolio, das bis zu 100 % in dividendenstarke Werte investieren kann. Sofern dies vertraglich vereinbart wird, können wir zusätzlich die Möglichkeit nutzen über Optionsstrategien (Covered Call Writing) Zusatzerträge zu generieren.", heißt es. Bethmann weist darauf hin, dass aufgrund des hohen Aktienanteils zwischenzeitlich Vermögensschmälerungen durch Kursverluste eintreten können. Was wohl niemanden überrascht. Als Aktientitel werden ausschließlich substanzstarke Einzeltitel aus europäischen Industrieländern berücksichtigt, deren Währungseinheit der Euro ist.

Risiken sollen abgefedert werden, indem die Aktienquote mit einem neutralen Mittelwert von 80 % gewichtet wird. Wünscht eine Stiftung beispielsweise eine maximale Aktienquote von 50 %, so würde die neutrale Aktienquote des Portfolios 40 % (50 % x* 80 % = 40 %) betragen. So soll von starken Marktphasen profitiert werden und in schwierigen Marktphasen die Aktienquote reduziert werden.

Anleihen hätten bei der Ertragsanforderung von 100.000 Euro und den gegenwärtigen Kapitalmarktrenditen derzeit nichts im Portfolio verloren. Auch stellten High Yield- und Emerging Market Anleihen (also Hochzins- und Schwellenländer-Anleihen) keine Alternative zu Aktien dar.

Das Anlagemodell „Aktien Eurozone" lockt mit einem Plus von 8,4 %

Die Bethmann Bank stellt eine Anlagestrategie namens „Aktien Eurozone" vor, die eine Aktienquote zwischen 88 und 100 % vorsieht. Diese hätte eine Brutto-Rendite von 8,4 % zur Folge. Bei einer Auslastung von 88 % kann die Bank ausschüttungsfähige Erträge in Höhe von 106.662 Euro (bei einer Dividendenrendite von 3,02 %) erzielen. Allerdings vor Kosten. Um den hohen Aktienanteil zu rechtfertigen, argumentiert Bethmann, dass es sich bei dem Anlagebetrag von 4 Millionen nur um einen Teilbetrag handelt. Es sei gängige Praxis, für das Gesamtvermögen einer Stiftung eine Aktienquote von 30 % anzusetzen. Folglich würde ein Anteil von 100 % auf einen Teilbetrag nicht mit einem höheren Risiko einhergehen.

Der maximale Wertverlust dieser Anlagestrategie während der Finanzkrise hätte sich auf -34,7 % belaufen. Laut Berechnungen der Bethmann wäre dieser Wert bis Dezember 2010 jedoch wieder aufgeholt worden.

Die Gebühren betragen 0,75 % zzgl. Mehrwertsteuer. Nicht darin enthalten sind fremde Kosten.

Bewertung

Die Bank unterbreitet einen Vorschlag mit einer Aktienquote von maximal 100 %. Die Herleitung der Aktienquote erfolgt auf Basis der Gesamtrendite. Da Anleihen keinen Ergebnisbeitrag liefern, wird das Mandat "Aktien Eurozone" mit einem Anteil von derzeit 88 % Aktien empfohlen. Damit könnten überproportionale Ausschüttungen erreicht werden. Es ist eine aktive Steuerung der Aktienquote und Rücklagenbildungen vorgesehen. Sehr intransparent ist, wie genau die Aktienquote gesteuert wird.

Mit Fokus auf das Portfolio „Aktien Eurozone" fehlt aber ein großes Stück an Diversifikation. Es muss viel Vertrauen in die Steuerung der Aktienquote gesetzt werden. Was ist, wenn die Aktienquote taktisch heruntergefahren wird? Wo kommen dann die Ausschüttungen her? Diese Frage wird nicht ausreichend beantwortet.

Allgemeines wird zur Anlagerichtlinie angegeben, zusätzlich ist ein Muster-Reporting beigefügt.

 

2022 (TOPs 2023) Vermögensstrategie Bethmann überzeugt mit solider Beratungsleistung im Shop
2022 (TOPs 2023) Beratungsgespräch Bethmann bietet eine schöne Symbiose von Nachhaltigkeit und Megatrends im Shop
2021 (TOPs 2022) Vermögensstrategie Bethmann Bank Platz 1 unter den deutschen Häusern im Shop
2021 (TOPs 2022) Beratungsgespräch Bethmann: Ein Gespräch ohne Schwächen im Shop
2021 (TOPs 2021) Beratungsgespräch Nachhaltigkeit als Standardangebot im Shop
2020 (TOPs 2020) Vermögensstrategie Rundes Gesamtpaket im Shop
2020 (TOPs 2020) Beratungsgespräch Ein Beratungsprozess aus einem Guss im Shop
2018 (TOPs 2019) Qualifikation So geht Echtes.Private.Banking im Shop
2016 (TOPs 2017) Beratungsgespräch Bethmann Bank liegt knapp daneben im Shop
2015 (TOPS 2016) Beratungsgespräch Multikulti – und dennoch alles echt im Shop
2022 Interview "Wir entwickeln uns weiter"
 2020 (TOPs 2020) Wissenswertes  Groß, fein und auf Wachstumskurs 

Stiftungsservices und Transparenz


Die Bethmann Bank begleitet Stiftungen bei behördlichen Anerkennungsverfahren, bei der Auswahl des Stiftungszwecks sowie bei der Ausarbeitung einer Stiftungslösung und Stiftungs-satzung. Das Bankhaus bietet Unterstützung bei der Koordinierung von Bankverbindungen, dem Fundraising und bei Änderungen im Stiftungs- und Steuerrecht. Um das Angebot abzurunden werden Strategiegespräche angeboten. Ihren Beistand bietet die Bank auch bei der Rechnungslegung, dem Jahresabschluss und der Förderverwaltung. Hierzu wird ein Netzwerk an Kooperationspartnern einbezogen.

Nachhaltigkeit und soziales Engagement wird aktiv gelebt

Das Bankhaus verpflichtet sich den ESG-Richtlinien (Umwelt, Soziales und nachhaltige Unternehmensführung). Bestimmte Negativkriterien werden von vorneherein ausgeschlossen (z.B. Atomkraft, Rüstung, Glücksspiel etc.). Hierbei greift die Bank auf Nachhaltigkeitsanalysen spezialisierter Researchhäuser wie Sustainalytics zurück. Damit könne ein Universum von rund 3600 Unternehmen abgedeckt werden. Mittlerweile fließen bereits 50 % aller Neukundenvolumina in nachhaltige Vermögensverwaltungslösungen.
Die Bank verpflichtet sich, klare Kriterien einzuhalten und auf konsequente Umsetzung zu achten. Den Angaben der Bank zufolge, dient ein externer Nachhaltigkeitsbeirat als unabhängige Kontrollinstanz und Impulsgeber.

Auf Wunsch arbeitet die Bethmann Bank auch in Stiftungsgremien mit und stellt der Geschäftsführung ihre Expertise zur Verfügung. Das Bankhaus hält externe Fachvorträge an der EBS und der Frankfurt School of Finance & Management zum Thema Stiftungen. Die Bethmann Bank veröffentlicht Beiträge in Fachzeitschriften und gibt selbst ein Magazin für gemeinnützige Organisationen namens „Engagiert für Werte" heraus. Sie ist Gründungs-mitglied des STEP e.V. und Kooperationspartner des CSI Heidelberg. Die Bethmann fördert die gemeinnützige Organisation Innatura, spendet ihre ausgetauschte IT Hardware an die AfB GmbH und unterstützt zahlreiche andere gemeinnützige Organisationen, wie den Kinderschutzbund, die Aids-Hilfe oder Caritas.

Die Bank konnte bereits mit fast allen inländischen Stiftungsaufsichtsbehörden Erfahrung sammeln, mit Ausnahme derer aus den neuen Bundesländern. Sie bietet keine Treuhand-stiftungen an, aber die Muttergesellschaft ABN AMRO verfügt über eine eigene Stiftung.


 

Adresse

Bethmann Bank AG, Bethmannstraße 7-9, 60311 Frankfurt am Main

Mehr aus Rating

Mehr erfahren zum Rating Stiftungsmanager 2018

Fazit

Insgesamt liegt hier ein ausführlich gestalteter Anlagevorschlag vor, der sich an unseren Fragen orientiert. Fachlich ist dieser aber nicht überzeugend, da nur ein Aktienmandat mit aktiver Steuerung angeboten wird, die wiederum nicht ausreichend erläutert wird – was gerade in einem solchen Fall sehr wichtig wäre. Die Diversifikation ist zu gering. Positiv hervorzuheben sind die Transparenzangaben und das Serviceangebot.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Neue Produktionskette für Chemiefasern

Nachhaltige Polyesterfasern für Japan

Textilien © fomkin20 / stock.adobe.com
Sieben Unternehmen haben eine neue Produktionskette für Chemiefasern aufgebaut und benötigen kein Rohöl mehr in der Produktion. Erste Kleidungsstücke aus diesen Fasern kommen zur Zeit in Japan auf den Markt.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Risiko: Negative Margen durch schwankende Kurse

Währungsrisiken vermeiden

Wenn Kurse von Währungen schwanken, kann das für Unternehmen bedeuten, dass sie durch zuvor geschlossene Verträge nun Verluste machen. Offene Restzahlungen werden so allenfalls zu einem Risiko. Mit dem richtigen Management kann das vermieden werden.
  • Fuchs plus
  • Neue Wärmepumpe effizient bei unterschiedlichen Temperaturen

Wärmepumpe für die Industrie

Wärmepumpe © 2023 Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Die ETH hat eine neuartige Wärmepumpe entwickelt, die verschiedene Temperaturen effizient erzeugen kann. Gerade Industriebetriebe könnten großen Nutzen davon haben.
  • Fuchs plus
  • Trendwende-Anzeichen in der Türkei

Notenbank bleibt restriktiv

Der Verfall der Türkischen Lira kennt seit Jahren kein Halten. Gegenüber dem Euro verlor die Devise des Lands am Bosporus mehr als 70% ihres Werts. Die Hoffnungen in die geldpolitische Wende wurden vorerst enttäuscht. Allerdings gewährt der Lira-Rückgang Investoren einen Abschlag auf die Vermögenswerte des Landes. Zusätzliche Chancen winken bei einem Kurswechsel der Währung.
Zum Seitenanfang