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EZB setzt auf nachhaltige Anleihen

Grüne Anleihen gezielt als Kreditalternative nutzen

Symbolbild grüne Finanzen. © Nadya So / Getty Images / iStock
Am Kreditmarkt wird es für Unternehmen (und Private) immer ungemütlicher. Nun setzt die Europäische Zentralbank (EZB) auch noch verstärkt auf Nachhaltigkeit als Kriterium für die Kreditvergabe. Das Gute daran: Unternehmen können sich das zunutze machen.

Unternehmen sollten zur Projektfinanzierung die Ausgabe grüner Anleihen als Alternative zu klassischen Bankkrediten prüfen. Denn "Öko-Bonds" werden als Finanzierungsinstrument einen relativen Vorteil entwickeln. Die Europäische Zentralbank (EZB) will gezielt in nachhaltige Anleihen investieren. Die Ausrichtung der EZB wird, "Klimavorreitern günstigere Finanzierungsbedingungen verschaffen und könnte zu einer relativen Spreadausweitung für Klimanachzügler führen,“ kommentiert das Research der Schweizer Bankengruppe Lombard Odier. Derzeit hält die EZB etwa 10% aller Euro-Unternehmensanleihen.

Auch die 7. Novelle der MaRisk wirkt in diese Richtung (FB vom 8.12.). Das wird die Kredithürden deutlich erhöhen. Im Umfeld grundsätzlich steigender Finanzierungskonditionen (FB vom 28.11.2022) ist das besonders relevant und macht Anleihen umso attraktiver.

Wie kommt eine Unternehmensanleihe in die Notenbankbilanz?

Die Anleihe wird zuerst per Hausbank am Markt platziert. Um in die Bücher der EZB aufgenommen zu werden, muss ein Anleihe-Emittent in das Corporate Sector Purchase Program (CSPP) aufgenommen werden. Das gibt es bereits seit 2016 und es wurde per 01.10.2022 um einen Klima-Score ergänzt. Der setzt sich aus dem vergangenen CO2-Ausstoß, der Emissionssenkungsprognose und einem Transparenz-Score zusammen. Aus den Scores aller Emittenten ergibt sich eine Benchmark, nach deren Gewichtung die Anleihen gekauft werden. Durchgeführt werden die Ankäufe von sechs nationalen Notenbanken – bei deutschen Unternehmen die Bundesbank. Die Anleihe muss mindestens ein BBB-Rating aufweisen. Im 1. Quartal 2023 will die EZB die klimabezogenen Informationen über ihre Käufe offenlegen.

Ziel der EZB ist die Differenzierung der Spreads (eine Vergrößerung des Renditeabstands) zwischen nachhaltigen und nicht-nachhaltigen Anleihen. Die einen sollen günstiger, die anderen teurer werden. Sollte diese Differenzierung nicht eintreten, will die EZB ihre Klimaaspekte noch enger fassen.

Fazit: Die EZB sorgt dafür, dass die Finanzierungskosten für grüne Projekte niedriger gehalten werden. Kommen noch entsprechende Projektfinanzierungen der öffentlichen Hand dazu, sind Investitionen auch im anspruchsvollen Umfeld gut zu stemmen.

Hinweis: Wollen Sie eine grüne Anleihe emittieren, lassen Sie sich von Ihrer Bank beraten. Der bürokratische Aufwand ist bei einer Anleiheemission höher als bei der Beantragung eines Kredits.

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