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Sinkende Tendenz im zweiten Halbjahr

Hohe Preise bei Industrierohstoffen

Industriemetalle © phonlamaiphoto / stock.adobe.com
Industriemetalle sind noch immer teuer. Der Markt hat mit der Coronakrise bzw. den darauf folgenden Lieferkettenproblemen und der Energiekostenkrise ein neues Preisniveau bei höheren Preisen etabliert. Doch viele Rohstoffe werden in den kommenden Wochen und Monaten günstiger werden.

Die Industriemetalle sind nach wie vor teuer. Corona- und Energiekrise haben die Märkte in Aufruhr gebracht. Zwar sind die Preise inzwischen weit von den Rekorden von Mitte 2021 (Eisenerz) oder März 2022 (Aluminium) weit entfernt. Aber im langfristigen Vergleich sind sie weiterhin hoch.  

Eisenerz mit Seitwärtstendenz wegen schwachen Wachstums in China

Eisenerz hatte zu Jahresbeginn sein Hoch bei knapp über 130 Euro. Bis Anfang April sank der Preis auf 93 Euro und hat sich seither erholt. Nach einem Zwischenhoch im Mai liegt der Kurs bei 100 Euro. Eisen ist wie die Preisentwicklung aller Metalle stark von Chinas Konjunktur abhängig. Denn dort gibt es die größte Nachfrage und meist auch die größten Produzenten, die Erze zu Rohmetallen verarbeiten. Weil die Wirtschaft dort wächst, das Wachstum aber schwächer wird, wird der Preis in den kommenden Monaten wohl leicht nachgeben, auf um die 90 Euro zu Ende des Jahres.

Mehr Anbieter senken Aluminiumpreis

Der Aluminium-Preis hat seit Februar um einiges zugelegt. Von unter 2.100 Euro auf über 2.500 in der Spitze Ende Mai. Seither geht der Preis zurück und liegt aktuell bei 2.260 Euro. Gesunkene Stromkosten in Europa erlauben eine Produktionsausweitung hier. Das dürfte den Preis in den kommenden Monaten auf um die 2.000 Euro zum Jahresende sinken lassen.

Kupfer: weiterhin steigende Preise

Der Preis für Kupfer schwankte viele Jahre zwischen Preisen von 4.000 Euro am unteren Rand und 6.000 am oberen. 2020 hat er einen neuen Korridor gefunden. Seither schwankt er um zumeist um die 8.000 Euro, mit einzelnen Spitzen um 10.000 Euro und Tiefpreisen bei 7.500 Euro. Die großen Minen in Chile und Peru kommen an ihr Produktionsende. Gleichzeitig steigt die Nachfrage durch die Energiewende und KI. Aktuell steht der Kurs bei 8.874 Euro. Das dürfte für die kommenden Monaten das untere Ende des Preises sein, das obere bei etwa 9.300 Euro liegen. Größere Preisanstiege auf 10.000 Euro wird es wohl im nächsten Jahr geben. Denn auch bei durchschnittlichem Wachstum der Weltwirtschaft (IWF-Prognose für 2025 +3,2%) bleibt die grundlegende Konstellation für Preissteigerungen erhalten. Die Gefahr für plötzliche Preisausschläge nach oben ist hoch.

Weitere Metalle geben eher nach

Auch andere Metallrohstoffe sind derzeit recht teuer. Die flaue Konjunktur in China spricht für sinkende Preise auf mittlere Sicht. Zink notiert aktuell bei 2.624 Euro. Rückgänge auf 2.300 Euro sind in den kommenden Wochen wahrscheinlich. Der Preis von Zinn (30.800 Euro) ist derzeit sehr hoch, ein Nachgeben auf Preise um 25.000 Euro, die noch im Frühjahr erreicht wurden, wahrscheinlich. Der Nickelpreis ist seit Anfang 2023 gesunken. Ursache waren neue Minen, die das Angebot erhöht haben. Ein Ausbruchsversuch nach oben erreichte Mitte Mai 2024 die Spitze bei 20.000 Euro. Seither gibt der Preis wieder nach und liegt aktuell bei knapp über 15.000 Euro. Bis Ende des Jahres wird es hier eher eine Seitwärtsbewegung geben, denn die steigende Nachfrage stützt den Preis.

Fazit: Industriemetalle haben merklich höhere Preise als noch vor zehn Jahren. Vor allem die vermutlich schwache Wirtschaftsentwicklung in China wird auf die meisten Metalle eine Preisdämpfende Wirkung haben.
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