Hohe Schwankungen und negative Preise nutzen
Die Strompreise werden bis 2028 im Trend sinken. Allerdings werden sie aufgrund des Ausbaus der Erneuerbaren Energien zugleich aller Voraussicht nach deutlich volatiler. Auf im Trend sinkende Preise weisen die Preisnotierungen am Terminmarkt der Strombörse EEX hin. Die signalisieren, dass der Börsenstrompreis bis 2028 in Richtung 70 Euro/MWh fallen wird. In diesem Jahr lagen die Börsenstrompreise bisher im Durchschnitt bis Ende Mai bei 96,53 Euro/ MWh. Im Jahr 2022 kostete die MWh noch 235,45 Euro, 2023 waren es 95,18 Euro und im Jahr 2024 lag der Preis bei 78,51 Euro/MWh.
Wie Unternehmen die Strompreisschwankungen nutzen können
Ein Problem für Unternehmen werden die hohen Preisschwankungen sein. Die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen (oder Preisen um null Euro) werden zunehmen. Das ist für das Gesamtsystem teuer und treibt die Kosten für Ausgleichszahlungen in die Höhe, die vom Steuerzahler übernommen werden müssen. Erst Mitte der 30-er Jahren werden vor allem neu gebaute Speicher und eine flexiblere Nachfrage (z. B. E-Autos, Wärmepumpen, flexiblerer Verbrauch in Industrie und Gewerbe) wieder zu deutlich geringeren Schwankungen und weniger negativen Strompreisen führen, erklären Christian Schock und Tilmann Rothe von Enervis.
Für Unternehmen leiten sich daraus Gestaltungsoptionen ab. Firmen (z. B. produzierendes Gewerbe) können Stromtarife mit flexiblen Preisen in Erwägung ziehen. Eine andere Maßnahme kann eine Lastverschiebung sein. Dabei wird der Stromverbrauch den Preisen angepasst und soweit möglich in günstigere Zeitfenster geschoben. Hierzu gehört auch die Möglichkeit, Heizung oder Kühlung "vorzuproduzieren" oder Energie in günstigen Phasen in Akkus zu speichern.
Fazit: Die Strompreise werden im Trend langsam sinken, vor allem aber weiter stark schwanken. Unternehmen sollten Optionen prüfen, wie sie sich die hohen Preisschwankungen und vorüber noch zunehmend negativen Preise zunutze machen können.