Die Lieferketten werden auch im nächsten Jahr anfällig bleiben. Sie werden von politischen und wirtschaftlichen Risiken eingeklemmt. Politisch ist beim Blick auf die internationalen Lieferketten im Blick zu behalten, wie sich die absehbaren Zölle der USA auswirken. Im Mittelpunkt stehen hier China, Kanada und Mexiko, aber auch Europa. Der alte Kontinent könnte zu Gegenmaßnahmen gezwungen werden. Ein Folgeeffekt dürfte sein, dass sich die globalen Warenströme verlagern. Das wird auf die Lieferketten und Lieferfristen zurückwirken.
Auch der wirtschaftliche Druck bleibt hoch, der Konsolidierungsdruck in der Branche auch. Die ohnehin schmalen Margen bleiben dünn. Erheblichen Einfluss werden die steigenden CO2-Preise haben. Sie werden jeden Transport-Kilometer verteuern, die Speditionen werden diese Kosten ungebremst weitergeben. Das wird über den vermehrten Einsatz von Dieselfloatern oder andere "variable Preisbestandteile" umgesetzt. Unternehmen werden vor schwierigen Preisverhandlungen stehen.
Angebot verschiebt sich in den Kurzfrist-Bereich
Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Logistik-Leistungen verhalten. Das wird sich erst mit einer wieder anziehenden Konjunktur ändern. Darum kann es sich lohnen, vorausschauend Kapazitäten zu sichern. Kurzfristige Kapazitäten bleiben Mangelware und somit teuer, das prognostiziert die Frachtbörse Timocom.
Bei den Anbietern sehen wir eine Angebotsverschiebung. Statt langfristiger Verträge suchen mehr Anbieter Chancen in rentablen kurzfristigen Aufträgen. Das könnte den Preisanstieg hier bremsen, dünnt aber die langfristigen Kapazitäten aus und hebt dort die Preise. Hier wird sich der Markt in Deutschland neu einpendeln. Darum dürfte es zu mehr Teilladungen kommen, die allerdings auch mehr Leer-Kilometer nach sich ziehen werden. Der Koordinationsaufwand für Anbieter wächst.
Zukunftsthemen sind 3D
Die großen Zukunftsthemen der Branche sind Dekarbonisierung, Derisking und Digitalisierung. Insbesondere in der Digitalisierung hängt der Transportsektor noch hinterher, obwohl diese der Schlüssel für die anderen Probleme ist. Denn mit Daten und Technologie lassen sich Fahrten optimieren, Risiken senken. Das zahlt auch auf Dekarbonisierung ein. Dabei wird Künstliche Intelligenz (KI) eine wachsende Rolle spielen. Davon ist auch die Transportmanagement-Plattform Transporeon überzeugt.