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Bündnistreue geht vor Gesundheit

Impfstoffe werden nach geopolitischen Kriterien zugelassen

Leere Impfdosen vom Biontech Impfstoff Comirnaty stehen auf einem Tisch im Labor des Impfzentrums Husum. © Marcus Brandt / dpa / picture alliance
Impfstoffe werden nicht nach medizinischen Kriterien ausgesucht, sondern nach geopolitischen. NATO-Länder kaufen bei Pfizer, Chinas Bündnispartner kaufen bei Sinovac. Angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante, ist eine geopolitische Einkaufsstrategie aber fatal. Das Importverbot anderer Impfstoffe gehört dringend auf den Prüfstand.

Die Impfung soll Corona besiegen, aber die Impfstoffe werden nicht nach medizinischen, sondern nach geopolitischen Kriterien bestellt. Das zeigt ein Blick auf die Länder und ihre Zulassungen und Bestellungen. Während nach WHO-Angaben weltweit bereits 29 Covid-Impfstoffe zugelassen sind, bekam in Europa mit Novavax gerade erst das fünfte Serum eine bedingte Zulassung. Von den fünf zugelassenen Wirkstoffen kommen drei von US-Konzernen (Pfizer, Moderna, Jansen). In den USA sind sogar nur Impfstoffe drei am Markt. 

Alle Hersteller, der in der EU und USA zugelassenen Impfstoffe, sitzen in NATO Staaten. Das Pfizer-Präparat wird in der EU und 29 weiteren Ländern verimpft, die meisten gehören zur NATO oder westlichen Einfluss-Sphäre. Weder das russische Sputnik V noch das chinesische CoronaVac (Sinovac) haben die europäischen und amerikanischen Behörden bisher genehmigt.

Geopolitik rangiert vor Gesundheit

Auch in Peking und Moskau regiert die Geopolitik und steht vor der Gesundheit. China hat sechs Impfstoffe, alle werden in China hergestellt. Russland hat vier Impfstoffe, sie alle werden in Russland hergestellt. Die Fachzeitschrift Lancet bescheinigt Sputnik eine hohe Wirksamkeit von 95% und es wird in 57 Länder exportiert, darunter sind aber nur vier NATO-Staaten. Diese 57 Länder spiegeln das Maximum des russischen Einflussbereichs.

Das chinesiche CoronaVac, das immerhin eine von zehn WHO-Notzulassungen besitzt, ist lediglich in 13 Ländern im Einsatz, darunter Brasilien und die Türkei. Das zeigt im Kern auch die geopolitische Isolation Chinas. 

Problematische Bündnistreue

Auffällig ist: Länder, die sich den großen Bündnisstrukturen eher entziehen, lassen mehr Präparate zu. Indonesien und die Philippinen haben je elf Impfstoffe genehmigt. Indien, Mexiko, Ungarn und Argentinien haben neun Präparate zugelassen. Vietnam erlaubt die Nutzung von acht, Nigeria und Pakistan von sieben Impfstoffen.

Diese Einkaufsmethodik wäre unproblematisch, wenn die Impfstoffe ähnlich zahlreich verfügbar und vor allem ähnlich wirksam wären. Omikron ist aber auch hier ein Gamechanger. Denn die westlichen mRNA-Impfstoffe zeigen bei Omikron eine schwächere Wirksamkeit. Studien belegen, dass zwei Dosen nicht vor Omikron schützen. Eine dritte Dosis bietet kurzfristig einen gewissen Schutz von 37%. In Israel lehrt die Erfahrung aber inzwischen, dass die Antikörper bereits kurz nach dem vierten Stich auf das alte Level zurückfallen. 

Weder Best Practice noch freier Markt

Angesichts des vergleichsweise schwachen Schutzes vor Omikron lässt sich weder eine Impfpflicht noch das Importverbot wirksamerer Impfstoffe rechtfertigen. Schon die Ablehnung von Sputnik durch die EU Kommission war rückblickend fatal. Sputnik wird seit 11. August 2020 in Russland verimpft. Damals zählte Deutschland 9.295 Corona-Tote. Bis Ende März 2021 starben 77.318 Menschen, u.a. weil Berlin die breite Impfkampagne erst von da an ins Rollen bekam. Viele Menschen könnten noch leben, hätte die EU auch Sputnik schon im Herbst zugelassen, eingekauft und damit impfen lassen.

Fazit: In der Corona-Politik gerät das eigentliche Ziel aus den Augen. Dass Impfstoffe nach geopolitischen Kriterien ausgesucht werden, ist teils nachvollziehbar. Aber es stellt sich spätestens dann als fataler Fehler heraus, wenn wirksamere Impfstoffe den Risikogruppen aus Bündnistreue nicht zugänglich sind.
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