In China wächst der Export-Druck
China wird in den kommenden Monaten noch mehr exportieren als derzeit schon. Ursache dafür sind die großen Überkapazitäten in China. Die haben einen neuen Höchststand erreicht. Das signalisiert ihre geringe Auslastung. Im zweiten Quartal 2024 lag diese bei 75%. Der deutsche Sachverständigenrat sieht eine Normalauslastung bei 96,75%.
Das Produktions-Potenzial im Reich der Mitte ist gewaltig. Chinesische Unternehmen könnten noch gut 20% mehr produzieren. Diese Überkapazitäten betreffen viele Industriezweige, insbesondere aber Baumaterialien, Autos, elektrische Ausrüstung und Anlagen, Nahrungsmittel, Medizin, und Spezialmaschinen.
Enorme Überkapazitäten in China
Ein Abbau dieser Überkapazitäten ist nicht in Sicht. Denn die Investitionen in Maschinen und Ausrüstung sind in China weiterhin hoch. Die Überkapazitäten werden also in allen Branchen sogar noch weiter ausgebaut. Der Heimatmarkt kann diese nicht aufnehmen, zumal der Konsum noch schwach ist.
Das wird in den nächsten Jahren einen gewaltigen Export-Druck erzeugen. Chinesische Unternehmen werden noch stärker als bisher auf den Export setzen müssen. Die großen Märkte (USA, Europa) wollen sich aber über Zölle abschotten, chinesische Produkte teurer machen oder über diverse Standards aus dem Markt halten.
China leitet Billig-Exporte in andere Länder um
China wird seine Exporte darum in andere globale Regionen umleiten und dort Marktanteile erobern. Das ist in den vergangenen Monaten in Ländern Asiens, Latein- und Mittelamerikas und in Afrika auch schon gelungen. Das verschärft in diesen Ländern die Konkurrenz und hat zur Folge, dass auch in Südostasien bereits über Zölle auf chinesische Produkte nachgedacht wird.