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Unternehmens-Chancen in Indonesien ergreifen

Indonesien will Partner für deutsche Wirtschaft sein

Bundeskanzler Olaf Scholz und Indonesiens Präsident Joko Widodo auf der Hannover Messe 2023. © Deutsche Messe
Die Bedeutung Indonesiens für die deutsche Wirtschaft wird in den kommenden Jahren zunehmen. Schon heute eröffnen zahlreiche große deutsche Unternehmen Standorte im asiatischen Inselreich. FUCHSBRIEFE zeigen Ihnen Chancen und Risiken für Unternehmen in Indonesien auf.
Indonesien schickt sich an, ein neuer wichtiger Außenhandelspartner für deutsche Unternehmen zu werden. Dafür soll nun ein gemeinsamer Ausschuss für Wirtschaft und Investitionen eingerichtet werden. Das erklärte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach einem Gespräch mit seinem indonesischen Amtskollegen Airlangga Hartarto. Auch auf den Abschluss der EU-indonesischen Freihandelsverhandlungen wolle die Regierung hinwirken. Darüber wird seit 2016 verhandelt.

Die Wirtschaft Indonesiens wächst mit Raten von ca. 5% p.a.. Mit einem jährlichen BIP von ca. 1 Mrd. Euro belegt Indonesien in der Rangliste der Volkswirtschaften immerhin Platz 16. Bis 2030 ist der Sprung in die Top 10 realistisch. Für 2050 gibt es sogar Prognosen, die das Land auf Platz 5 sehen. Das liegt auch an der stetig wachsenden Bevölkerung (240 Mio. Einwohner, Platz 4 hinter Indien, China, USA), die zudem sehr jung ist (Durchschnittsalter Indonesien: 29,6 Jahre, EU: 44,1 Jahre). Der durchschnittliche monatliche Mindestlohn liegt nur bei 191 US-Dollar, in der Hauptstadt Jakarta sind es 311 US-Dollar.

Regierung will mehr Investoren ins Land locken

Indonesiens Regierung ist sehr darum bemüht, Investitionen und Produktion ins Land zu holen. Der Grundsatz lautet: Wer die Rohstoffe der Insel (z.B. Zinn, Kupfer, Nickel, Palmöl) möchte, muss in Indonesien investieren. Rohstoffexporte (z.B. Bauxit, Nickel) wurden darum verboten, das Investitionsrecht liberalisiert. Das hat große deutsche Unternehmen wie Adidas, Airbus, BASF, Bayer, BMW, Daimler, Bosch, Siemens und ThyssenKrupp bereits dazu bewogen, Produktionsstätten oder Büros in Indonesien zu eröffnen.

Chancen gäbe es vor allem bei Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe, so Jan Rönnfeld, Direktor der AHK Indonesien. Auch der Infrastrukturaufbau (Energieversorgung, Telekommunikation, Abfallwirtschaft) steht im Fokus. Angesichts der zunehmenden Bevölkerung und des wachsenden Wohlstands des Inselreichs ergeben sich auch Chancen bei Pharma, Lebensmitteln und Kosmetik. Auch wichtige Produktionsprozesse der Halbleiterindustrie finden in Indonesien statt.

Korruption als Hauptrisiko

Als Schwellenland ist Indonesien aber nicht frei von Geschäftsrisiken. Ein großes Problem ist die Korruption im öffentlichen Sektor. Der Korruptions-Index von Transparency International sieht das Land nur auf Platz 112. Auch die Handelshemmnisse bremsen - auch wenn die Politik sich bemüht, diese aus dem Weg zu räumen. Interessierte Unternehmen sind daher gut beraten, ihren Markteintritt von erfahrenen Partnern, etwa der AHK, betreuen zu lassen.

Fazit: Indonesien ist ein interessantes Schwellenland, dessen Bedeutung für den deutschen Außenhandel kontinuierlich zunehmen dürfte. Noch sind die Bewertungen niedrig.

Hinweis: In FUCHS-Devisen fokussieren wir regelmäßig auf die Währungsentwicklung und Anlagechancen in dem Land (zuletzt FD vom 14.04.2023).

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