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Der Schein trügt

Insolvenzen in der Pipeline

Insolvenzen in der Pipeline. Copyright: Pexels
Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 15.840 Unternehmen zahlungsunfähig. Auch dank massiver staatlicher Unterstützung ist das der niedrigste Stand seit 1993 und der stärkste Rückgang (-15,5% gegenüber 2019) seit 1975. Aber der Schein trügt.

Bis zu 4.030 Pleiten sind noch in der Pipeline. Davon geht der Kreditversicherer Coface aus. Für viele Unternehmen werde der aktuelle Lockdown zu lange andauern, sie würden es nicht schaffen. Hinweis ist die Anzahl der Anmeldungen für ein Regelinsolvenzverfahren. Seit Oktober 2020 steigen sie wieder.

Laut einer Simulation von Coface hätten die Gesamtinsolvenzen im Jahr 2020 auf Grundlage des Konjunktureinbruchs um 6% gegenüber 2019 ansteigen müssen. In der Realität sind sie um 15,5% gesunken. Daher könnte ein Anteil von bis zu 21,5% (bzw. 4.030 Insolvenzen) in der Pipeline stecken und sich 2021 und 2022 materialisieren. Das Gros dürfte aus dem Gastgewerbe kommen, wo Coface bis zu 660 „versteckte“ Insolvenzen erwartet, gefolgt von Transport und Bau mit jeweils bis zu 420, dem Verarbeitenden Gewerbe (230) und dem Einzelhandel (190).

Fazit: Auch wenn noch etliche Insolvenzen nachlaufen, wird das die Konjunktur nicht zurückwerfen. Bedenklich ist eher, dass mit Corona ein Strukturwandel zulasten des Mittelstands stattfindet, während Konzerne eher profitieren.

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