Investitionsboom und Verlagerung
Der starke Euro und die möglichen Zölle schieben die Investitionen im Maschinenbau an. Satte 78% aller deutschen Maschinenbauer planen Investitionen für 2025. Das zeigt das Maschinenbau-Barometer des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC).
Hohe Investitionen in den USA
Auch die geplanten Investitionsvolumina sind groß. Immerhin 6,5% des Umsatzes wollen die Unternehmen für Investitionen bereitstellen. Das ist ein zuvor selten erreichter Wert. Allerdings ist der Umsatz in der Branche im vorigen Jahr auch um 8% gesunken. In den Jahren 2022 und 2023 stagnierte der Umsatz. Für 2025 erwartet die Maschinenbau-Branchen einen weiteren Umsatzrückgang von 3,7%.
Die Unternehmen setzen mit ihren Investitionen auf Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, auf Neuentwicklungen und suchen Wachstum vor allem im Ausland. Die Investitionen fließen in Weiterbildung (68%), Forschung und Entwicklung (59%), Vertrieb (59%) und neue Produktionstechniken (57%).
In Südamerika entstehen Opportunitäten
Mit Blick auf die Auslandsinvestitionen fokussieren die Unternehmen besonders auf die USA. Sie wollen dorthin expandieren und vielfach neue Montagewerke errichten. Das ist eine Maßnahme, um US-Zölle zu umgehen. Südamerika ist für viele Maschinenbauer ebenfalls ein interessanter werdender Standort, weil sich US-Unternehmen von dort zurückziehen und verstärkt auf ihren Heimatmarkt konzentrieren.
Die möglichen US-Zölle könnten die Branche massiv belasten. Deloitte erwartet im schlimmsten Fall einen Exportrückgang von 10 Mrd. Euro. Allerdings dürften die Exportrückgänge insgesamt geringer ausfallen. Denn die USA wollen auch von anderen Herstellern Zölle erheben. Zudem bieten deutsche Maschinenbauer vielfach bessere Leistungsparameter oder besetzen Marktnischen. Dennoch könnte der Umsatzrückgang zwischen 2 Mrd. und 5 Mrd. Euro betragen.
Fazit: Die Maschinenbauindustrie investiert, um dem anhaltenden finanziellen Druck auf die Branche zu entkommen. Neue Chancen gibt es in den USA und Südamerika.