Japan baut Geheimdienst-Zusammenarbeit aus
Japan hat große Ambitionen, ein wichtiger Geheimdienststandort in Asien zu werden. Das zeigen die neue nationale Sicherheitsstrategie und verteidigungspolitische Dokumente. Nippon legt angesichts der wachsenden Spannungen in der Region insbesondere mit Blick auf China und Nordkorea einen klaren Fokus auf die Stärkung der Geheimdienst- und Überwachungsfähigkeiten.
Japan will sechstes Auge werden
Japan strebt an, ein formales Mitglied der "Five Eyes Intelligence Gruppe" zu werden. Das Geheimdienstbündnis konzentriert sich auf die regionale Sicherheit und den Austausch von Geheimdienstinformationen in der Region. Im November übernahm Japan Japan erstmals die Gastgeberrolle für das Treffen der „Five Eyes Allianz“ in Tokio (Australien, Kanada, Neuseeland, UK und USA). Das Treffen hat eine erhebliche Bedeutung für das Land und zeigt die wachsende Bedeutung Japans als strategischer Partner in der Region.
Japans strategische Lage, die Nähe zu China und Nordkorea, spielt bei diesen Betrachtungen eine zunehmend wichtige Rolle. Es macht Nippon zu einem wichtigen Standort für die Überwachung und Sammlung von Geheimdienstinformationen. Hinzu kommt, dass Nippon über fortschrittliche Technologien und eine starke IT-Infrastruktur verfügt. Die sind für Geheimdienstoperationen unerlässlich.
Enge Zusammenarbeit soll vertieft werden
Das Land arbeitet bereits eng mit den Five-Eye-Partnern bei der Entwicklung moderner Technologien zur Überwachung und Analyse von Signalen (SIGINT) zusammen. Auch nehmen die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte verstärkt an gemeinsamen Übungen und Operationen mit den Five-Eyes Partnern teil. So jüngst in Kanada, das sich auf die operative Zusammenarbeit konzentriert.
Aufgrund der strengeren Informationskontrollen Chinas haben einige Five Eyes-Länder in Japan geheime Informationsbasen eingerichtet, um die Überwachung der Region zu verbessern. Im Oktober 2022 unterzeichneten Kanada und Japan einen Aktionsplan zur Förderung eines freien und offenen Indopazifiks. So wurde auch eine neue Position in der kanadischen Botschaft eingerichtet. Der Sondergesandte für den Indopazifik soll die Zusammenarbeit beider Länder weiter stärken. Beide Länder vereinbarten auch, ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Cybersecurity und Maritimes Recht zu vertiefen.
Schwierige vollständige Integration für Japan
Obwohl Japan ein enger Partner der Five-Eye Allianz ist, gehört das Land nicht offiziell zu dieser Gruppierung. Die Five Eyes Allianz entstand nach dem zweiten Weltkrieg und basiert auf engen historischen und kulturellen Bindungen zwischen den fünf Ländern. Hinzu kommt, dass die strukturellen und operativen Unterschiede in den Geheimdiensten eine vollständige Integration erschweren. Dazu gehört, dass Japan eine weniger entwickelte und komplexe Geheimdienststruktur hat. Während beispielsweise die USA über die NSA und das Vereinigte Königreich über GCHQ verfügen, hat Japan eine weniger zentralisierte und umfassende Geheimdienst-Organisation.