Kaffee-Preis: Trotz Abkühlung zu heiß
Der Kaffeepreis ist trotz Abkühlung zu heiß. Aktuell handelt der richtungweisende Terminkontrakt auf Kaffee an der New Yorker Warenterminbörse bei rund 377 US-Cent je Pfund. Von seinem erreichten Rekordhoch bei 438 US-Cent je Pfund ist der Kaffeepreis in den vergangenen drei Wochen bereits wieder knapp 14% zurückgekommen. Doch gegenüber dem Tief aus dem August bei 280 US-Cent je Pfund steht weiterhin ein kräftiges Plus von rund 35% zu Buche.
Der Preisanstieg wurde von mehreren Faktoren begünstigt. Eine zentrale Rolle spielt Brasilien als weltweit größter Kaffeeproduzent. Im September kappte die brasilianische Prognosebehörde Conab ihre Ernteschätzung für die Arabica-Ernte 2025 auf 35,2 Mio. Sack. Das waren 1,8 Mio. Sack weniger als bei der vorherigen Schätzung im Mai in Aussicht gestellt. Ungünstige Witterungsbedingungen (unterdurchschnittlicher Niederschlag in Brasiliens wichtigster Anbauregion Minas Gerais) lässt Sorgen über die Ernte aufkommen.
Rekordernte in Vietnam
Zu Monatsbeginn wurde der Kaffeepreis dann noch von Befürchtungen getrieben, dass Taifun Kalmaegi die Kaffeeernte im zweitgrößten Produzentenland Vietnam beeinträchtigen könnte. Inzwischen gibt es Entwarnung. Einer rekordhohen Kaffee-Ernte in Südostasien steht somit nichts entgegen. Damit dürfte der Kaffeepreis zunächst gedeckelt sein.
Überraschungspotential gibt es aus unserer Sicht eher auf der Unterseite. Sollten sich die USA und Brasilien in den kommenden Wochen auf ein neues und für Brasilien günstigeres Zollabkommen einigen, würde dies den Kaffeepreis weiter drücken.
Fazit: Der Ausflug auf ein neues Jahreshoch währte nur kurz. Nun drückt eine rekordhohe Kaffeeernte in Vietnam auf den Preis und es gibt weiteres Potenzial nach unten. Mit einem Mini Future Short auf Kaffee (Beispiel ISIN: DE 000 MM6 90X 1, Hebel 1,55, keine Laufzeit) können Anleger von sinkenden Kaffeepreisen profitieren.