Kaffeepreis steigt immer weiter
Ein US-Zoll von 50% auf brasilianische Waren erzwingt eine Veränderung im Kaffeehandel. Angaben des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums CECAF zufolge, bitten US-Käufer nun brasilianische Exporteure, ihre Lieferungen zu verschieben. Die neuen Zölle erschweren die Erfüllung laufender Verträge und treiben die Preise für Arabica-Kaffee in die Höhe.
Zudem sorgen frostige Witterungsbedingungen in den wichtigsten brasilianischen Kaffee-Anbaugebieten für mehr Volatilität auf dem Kaffeemarkt. Das lässt den Kaffeepreis steigen. Allein seit Monatsbeginn hat sich der Preis für die Kaffee an der Warenterminbörse in New York (ICE) von rund 286 US-Cent je Pfund auf nunmehr rund 315 US-Cent je Pfund um rund 10% verteuert.
Lagerbestände sinken
An der Warenterminbörse ICE gehen die Lagerbestände unterdessen zurück. Die von der ICE überwachten Arabica-Bestände fielen am Dienstag auf ein 15-Monatstief von 736.526 Säcken. Auch die Robusta-Kaffeebestände der ICE sanken auf ein Zweiwochentief von 6.976 Lots, nachdem am 28. Juli noch ein Jahreshoch von 7.029 Lots erreicht wurde.
Weitere preisstützende Nachrichten kommen aus Vietnam, wo aufgrund zunehmender Trockenheit die Kaffeeproduktion bereits im Erntejahr 2023/24 um 20% auf 1,47 Mio. t eingebrochen war. Dies war die kleinste Ernte seit vier Jahren. So verwundert es nicht, dass auch die vietnamesischen Kaffeeexporte im Jahr 2024 um 17,1% auf 1,35 Mio. t zurückgingen. Auch für die laufende Saison zeigt sich die Vietnam Coffee and Cocoa Association pessimistisch und reduzierte ihre Schätzung der vietnamesischen Kaffeeproduktion auf 26,5 Mio. Säcke. Im Dezember lag die Prognose noch bei 28 Mio. Sack.
Bodenbildung in Sicht
Aus technischer Sicht zeichnet sich im Bereich um 300 US-Cent je Pfund nun eine kleine Bodenbildung ab, nachdem die Kaffeepreise seit dem Jahreshoch im Februar (ca. 420 US-Cent je Pfund) um knapp 30% gesunken waren. Der langfristige Aufwärtstrend bei Kaffee ist nachwievor intakt.
Fazit: Die Kaffeelager in den USA leeren sich. Die Zollpolitik des US-Präsidenten wirkt sich hier bereits negativ auf die Lieferketten aus.
Empfehlung: Mit einem ungehebelten Kaffee-ETC (Beispiel ISIN: JE00BN7KB557) können Anleger steigende Kaffeepreise profitabel nutzen.