Kakao: Preisverfall beschleunigt sich
Der Abwärtstrend bei Kakao könnte sich weiter beschleunigen, denn die Angebotsaussichten verbessern sich weiter. Die Gegenbewegung zum Monatsbeginn war kurzen und heftigen, letztlich aber wenig überzeugend. Der Kakaopreis zog binnen weniger Handelstage um gut 21% von 2.846 USD/t auf 3.453 USD/t an.
Nun sind die Kakaopreise wieder auf dem Rückzug. Mit aktuell etwa 3.190 USD/t nimmt der Kakao-Preis sein Jahrestief wieder ins Visier. Der stärkere US-Dollar sowie die Aussicht auf eine Rekordernte in Westafrika drücken auf die Preise. So berichten Kakaobauern in der Elfenbeinküste und Ghana von anhaltenden Regenfällen, die das Wachstum der Schoten fördern.
Hohe Lagerbestände
Neben der Aussicht auf ein steigendes Angebot bleiben auch die Vorräte hoch und belasten die Preise zusätzlich. Die Kakaobestände an der Warenterminbörse ICE erreichten zur Wochenmitte mit 2.349.227 Säcken den höchsten Stand seit fast acht Monaten.
Auch die Nachfrage nach Kakao bleibt schwach. Der Europäische Kakaoverband (ECA) meldete, dass die Kakaoverarbeitung in Europa im vierten Quartal im Jahresvergleich um 8,3% auf 304.470 t gesunken ist. Das ist der niedrigste Wert für ein viertes Quartal seit zwölf Jahren.
Produktion wird weiter steigen
Zu Monatsbeginn hob nun auch noch die internationale Kakaoorganisation (ICCO) ihre Prognose für den globalen Kakaoüberschuss 2024/25 von 49.000 t im November auf 75.000 t an. Dies ist der erste Überschuss seit vier Jahren. Die ICCO schätzt, dass die weltweite Kakaoproduktion 2024/25 im Vergleich zum Vorjahr um 8,4% auf 4,7 Mio. t steigen dürfte. Das Research-Unternehmen StoneX rechnet mit einem globalen Kakaoüberschuss von 287.000 t für die Saison 2025/26 und von 267.000 t für die Saison 2026/27.