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Wie sehr unterscheiden sich die Paris-Fonds voneinander?

Kennste einen, kennste alle?

Windenergie hat einen großen Portfolio-Anteil bei den Paris-Fonds. Copyright: Pexels
Wenn immer mehr Finanzinstitute ihre Angebote nach den Zielen des Pariser Klimaabkommens ausrichten, wie sehr ähneln sich dann am Ende die Fondsprodukte? Kann man dann noch mit nachhaltigen Fonds ein Portfolio ausreichend diversifizieren? Wir sind der Sache näher auf den Grund gegangen!

Fondsprodukte mit einem kleinen CO2-Fußabdruck sind oftmals übermäßig Technik-lastig. Das ergibt eine Auswertung der FUCHSBRIEFE unter 40 Fonds, die nach den Ansprüchen des Pariser Klimaabkommens strukturiert sind. Das Übergewicht auf Technik ist schlecht für die Diversifikation und erhöht das Gesamtrisiko in einem nachhaltigen Portfolio. Vor vier Wochen stellten wir Ihnen an dieser Stelle den Paris-Score vor (vgl. FB 22.02.2021). Nach dieser Methode haben wir Fonds auf ihre Klumpenrisiken untersucht.

Aus der Perspektive des nachhaltigen Anlegers kamen für unsere Recherche nur Fonds mit den besten Paris-Bewertungen in Frage. 80 Produkte sind das in der Top-Kategorie. Davon wiederum haben wir „Dopplungen“ abgezogen, also Fonds, die auf dieselbe Region oder denselben Index lauten. Wieso schließlich sollte ein Anleger etwa zwei Mal einen Dänemark-Fonds oder denselben nachhaltigen Index im Portfolio abbilden wollen? Zudem haben wir uns – zur besseren Vergleichbarkeit – ausschließlich Aktienfonds angesehen. Das reduzierte das Kandidatenfeld auf 40 Produkte, darunter Fonds der Allianz, AXA, DWS oder der GLS Bank. Eine Übersicht über alle Paris-Fonds finden Sie auf meinfairmoegen.de.

Global breit gestreut

Wie sähe das Portfolio aus, wenn ein Depot aus all diesen Produkten gleichgewichtet bestehen würde? Hinsichtlich der Regionen wäre dieses Portfolio breit diversifiziert. 36,75% der Titel entfallen auf die USA, 29,75% auf Unternehmen der Europäischen Union. Die Wachstumsregion Asien ex China und ex Japan wäre mit 10,5% gewichtet, China selbst mit 3,25%. Die restlichen Titel entfallen auf Regionen wie Japan, Großbritannien, der Schweiz oder Lateinamerika.

Das ist regional breit diversifiziert. Chancenreiche Regionen wie China könnten je nach Risikoneigung höher gewichtet werden. Anleger können diese Komponente über die Gewichtung einzelner Regionenfonds steuern.

Technologie mit klarem Übergewicht

Hinsichtlich der verschiedenen Branchen zeigt sich ein klares Übergewicht bei Technologie-Aktien. Würden wir ein Portfolio aus allen 40 Fonds bauen, läge der Technik-Anteil bei 29%. 16,5% würden auf Energien entfallen, hier haben vor allem Solar-Unternehmen ein starkes Gewicht. Dienstleister und Gesundheits-Sektor kommen auf etwa 11%, gefolgt von Finanzinstituten mit 8,5%. Die konventionellen Sektoren also Industrie, Konsum oder das Baugewerbe sind untergewichtet. Anleger würden sich hier sektoral sehr einseitig ausrichten.

Die Lieblings-Aktie der Fondsmanager ist übrigens Tesla. In 30% der betrachteten Paris-Fonds finden wir das US-Automobilunternehmen. Würden wir aus allen betrachteten Fonds ein Portfolio zusammenstellen, läge der Anteil von Tesla allerdings bei 3% - das ist als größte Einzelposition vertretbar. Auf Platz zwei und drei folgen Schneider Electric und Novo Nordisk. Auffällig ist, dass in der Top 10 der beliebtesten Aktien drei aus dem kleinen Dänemark kommen. Hier zahlt sich die nachhaltige Ausrichtung der dänischen Wirtschaft aus.

Rendite und Volatilität liegen weit auseinander

Hinsichtlich der Rendite gehen die Fonds weit auseinander. Für eine valide Bewertung eignen sich zudem nur 19 der 40 untersuchten Titel – die 21 anderen sind noch zu jung, um eine aussagekräftige Historie zu haben. Der schlechteste Kandidat - der ASEAN EQUITY Fonds von Amundi (ISIN: LU 055 785 384 2) - hat für seine Kunden eine kumulierte 3-Jahres-Rendite von -22,9% erwirtschaftet. Der Top-Performer Baillie Gifford Wldwd US Equity (ISIN:IE 00B 8H9 N51 9) kommt im selben Zeitraum auf zusammengenommen 189,09%. Der Median liegt bei 47,63%.

Top- und Low-Performer sind hier abermals die beiden oben genannten Fonds. Doch Rendite ist nicht alles, auch die Volatilität ist eine wichtige Größe. Um diese zu messen, schauen wir auf das Sharpe Ratio. Das Sharpe Ratio vergleicht die vergangene Wertentwicklung mit der Schwankungsbreite einer Vermögensanlage. Je höher der Wert, desto größer die Entlohnung pro eingegangener Risikoeinheit. Hier liegt die Spanne in der 3-Jahres-Volatilität zwischen -0,4 (Score unter Null bedeutet negative Rendite) und 1,33. Der Median liegt bei 0,9. Ab einem Wert über eins spricht man von einem erhöhten Risiko. 

Kosten liegen weit auseinander

Auch bei den Kosten bilden die genannten Fonds von Baillie und Amundi wieder die Extreme. Der Fonds von Baillie ist als ETF konzipiert und verlangt schlanke 0,1% Verwaltungsgebühr pro Jahr. Der aktiv gesteuerte Amundi ASEAN Fonds stolze 3,05%. Würden wir ein Portfolio aus allen 40 (gleichgewichteten) Fonds bauen, lägen die Kosten bei 1,48% zzgl. Depotführungsgebühren und Ausgabeaufschlägen. Der Kosten-Median liegt bei unseren Fonds bei 1,7%.

Fazit: Durch die steigenden US-Zinsen kommen Tech-Titel unter Druck. Denn die profitierten lange Zeit von der überbordenden Liquidität der Notenbanken. Das wird einige der Fonds unter Druck bringen.

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