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Stadt der Löwen will als Logistik-Drehkreuz wachsen

KI-Hafen in Singapur geplant

Die Stadt der Löwen will sich in den nächsten Jahren zu einem bedeutenden Logistik-Drehkreuz entwickeln. Dafür hat Singapur einen gewaltigen Ausbau seiner Hafenkapazitäten in Angriff genommen. Der neue Hafen wird in großem Umfang Künstliche Intelligenz einsetzen, berichtet unsere Korrespondentin.

Singapur will sich als führendes Drehkreuz in Asien für den globalen Handel positionieren. Die Erfolgsaussichten dafür sind aufgrund seiner geografischen Lage an der Malakka-Straße (einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt) gut. Der neue Tuas-Hafen im Westen Singapurs soll mit einer geplanten Kapazität von 65 Millionen TEU fast doppelt so groß sein wie alle anderen Hafenanlagen des Stadtstaates zusammen.

Singapur baut einen KI-Hafen

Der neu geplante Mega-Hafen wird einer der größten automatisierten Häfen der Welt sein. In dem wird die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle spielen. Diverse Aufgaben, die bisher manuell durchgeführt wurden, werden dann durch den Einsatz von KI und Automatisierung effizienter und präziser erledigt. Das entlastet die Crews und ermöglicht es ihnen, sich auf kritische Manöver zu konzentrieren. 

Der Hafen wird in mehreren Phasen entwickelt. Er soll in der ersten Hälfte der 2040-er Jahre fertiggestellt sein. Dabei arbeitet Singapur eng mit internationalen Partnern, wie Mitsui O.S.K. Lines, ABB und Keppel Offshore & Marine zusammen. PSA International ist der Betreiber des Tuas-Hafens.

Digitalisierung der Schifffahrt

Diese Entwicklungen sind Teil einer größeren Vision. Die zielt darauf ab, die Schifffahrtindustrie zu elektrifizieren, zu digitalisieren und stärker zu vernetzen. Ein Beispiel: ABB und Keppel Offshore & Marine arbeiten bei der Entwicklung von autonomen Schleppern zusammen. Die werden von einem Kontrollzentrum an der Küste ferngesteuert und sollen perspektivisch in der Lage sein, autonome Manöver durchzuführen.

Singapur ist ohnehin für seine Anstrengungen bei der Entwicklung nachhaltiger Schifffahrtlösungen bekannt. Ein Beispiel ist der „Grüne Korridor“ in Zusammenarbeit mit dem Hafen von Rotterdam. Beide Häfen wollen bis 2027 die erste nachhaltige Schifffahrtroute realisieren. Diese Route wird als der längste Grüne Korridor weltweit bezeichnet und soll die Effizienz, Sicherheit und Transparenz des Güterverkehrs durch den Einsatz von kohlenstoffarmen- und -freien Kraftstoffen sowie digitaler Technologien optimieren. Busan und Ulsan in Südkorea sind an ähnlichen Initiativen beteiligt.

Fazit: Singapur will sich zum Schifffarts- und Logistikdrehkreuz entwickeln. Der neue Hafen dürfte perspektivisch zu einer Verschiebung von Handelsrouten führen. Schätzungen zufolge dürfte der Beitrag des neuen Hafens das BIP Singapurs um bis zu 14,8 Milliarden US-Dollar p.a. beträchtlich steigern.
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