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Weltwirtschaft – Flaute senkt Ölnachfrage

Konjunkturelles Warnsignal der IEA

Die IEA hält den Ölpreis für zu hoch. Der USA-Iran-Konflikt überdeckt derzeit ein hohes Angebot bei schwacher Nachfrage, so die IEA. Die Nachfrageschwäche ist weltweit, kaum eine Region wächst so stark, wie vorhergesagt.

IEA: Öl-Tsunami droht

Am Ölmarkt wird auf einen heißen Krieg zwischen USA und Iran gewettet. Das hält den Ölpreis hoch. Tatsächlich ist der Future-Preis (Brent Oil 65,58 USD für September) nur politisch, nicht aber wirtschaftlich unterfüttert. Und: Diese Spekulation birgt ein hohes Absturzpotenzial.
Die Internationale Energie-Agentur (IEA) spricht von einem „flutartigen Angebotsüberhang" im 2. Halbjahr. Zuvor hatte schon die OPEC ihre Prognose für die Nachfragezuwächse für 2019 verringert.
Noch werden die Läger aufgefüllt, wird Öl zu spekulativen Preisen gehortet. Doch schon jetzt braucht die Welt weniger Öl als derzeit produziert wird. Die Ölindustrie hat sich auf eine Produktionssteigerung von 1,3 Mio. Barrel am Tag eingestellt. Die schwache Weltwirtschaft sorgt aber dafür, dass nur 1,2 Mio. Barrel am Tag zusätzlich abgefragt werden.
In Japan und Korea sinkt die Ölnachfrage. Die großen Raffinerien der Region von Südkorea bis Taiwan kürzen ihre Produktion. Neben China wächst die Nachfrage auch in Afrika, Lateinamerika, Brasilien und dem Nahen Osten langsamer als erwartet.
Gleichzeitig wächst das Angebot. Die USA weiten es stetig aus. In Asien starten neu errichtete Raffinerien ihre Produktion. Eine Situation wie vor wenigen Jahren, als zu geringe Raffineriekapazitäten trotz ausreichender Rohölproduktion zu steigenden Produktpreisen führte, ist also ausgeschlossen.

Alle Regionen entwickeln sich schwach – zugleich wachsendes Angebot

Der Ölpreis ist somit ein eklatantes Fehlsignal. Tatsächlich zeigen alle Konjunkturindikatoren und -prognosen nach unten. In Europa hat die schwache Industrieproduktion das Wachstum im zweiten Quartal auf 0,3% gedrückt, nach 0,4% im ersten. Die Erwartungen auf ein stärkeres drittes und viertes Quartal bauen auf das Prinzip Hoffnung. Der Beschäftigungsaufbau in Deutschland nimmt bereits erkennbar ab. Laut Kreditversicherer Coface steigt in Frankreich bereits die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wieder an. Insbesondere Kleinunternehmen sind betroffen. Die KfW geht vom schlechtesten Wachstumsjahr seit 2009, dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise, aus. Die Industrieländer sollen nur noch um 1,8% wachsen, die Weltwirtschaft um 3,3%. Dreh- und Angelpunkt ist immer wieder der Ausgang des von den USA angefachten Handelskonflikts.

Fazit

Die 2018 weitgehend geleerten Läger können noch ca. ein Quartal lang Öl aufnehmen. Dann aber dürfte von dieser Seite die Nachfrage abrupt enden. Entsprechend steil dürfte dann der Ölpreis fallen. Und zwar auf ein Niveau von knapp unter 50 USD/barrel.

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