Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1822
Käufer fokussieren auf das untere Preissegment

Kunst-Nachfrage verschiebt sich

Am Kunstmarkt verschiebt sich die breite Nachfrage in den Preisklassen nach unten. Zwar gehen weiter viele hochklassige Werke zu Spitzenpreisen über den Tisch. Aber die Nachfrage im oberen Segment wird dünner. Dafür greifen Liebhaber öfter am unteren Ende zu und treiben dort die Preise besonders kräftig an.

Der Kunstmarkt wird auch im zweiten Halbjahr unter Druck stehen. Damit wird sich die Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen. Das zeigen die Entwicklungen bei den Auktionshäusern. Ketterer baut seine in den vergangenen Jahren etablierte Marktführerschaft aus. Beleg: Der Evening Sale ging am 7. Juni mit 70 Losen über die Bühne. Davon lagen acht Lose im Millionen-Bereich. Für 8,3 Mio. Euro gingen Jawlenskys "Spanische Tänzerin" und für 6,9 Mio. Euro Kirchners "Tanz im Varieté" über den Tisch. 

In der Marktbreite zeigt sich, dass die großen Auktionshäuser zunehmend Probleme haben, hochpreisige Lose zu versteigern. Das Auktionshaus Grisebach konnte in seinem Evening Sale der ausgewählten Werke am 30. Mai in Berlin nur 19 von 36 Objekten vermitteln. Selbst vermeintlich sichere Werke von Corinth, Kandinsky, Heckel und Caspar David Friedrich blieben liegen. 

Nachfrage verschiebt sich

Im Gegenzug verlagert sich die Nachfrage auf kleinere Werke. Zwei kleine Ölstudien (Nelke und Blätterzweig) eines unbekannten Künstlers waren bei Grisebachs Auktion des 19. Jahrhunderts mit einer Schätzung von 1.000 bis 1.500 Euro angesetzt. Der Hammer fiel schließlich bei 146.050 Euro (inkl. Aufgeld). Ähnlich war der Verlauf einer Auktion einer kleinen Bleistiftzeichnung im Auktionshaus Lempertz. Das "Porträt eines Marokkaners" des Berliner Malers Adolph von Menzel startete mit einer Schätzung von 6.000 bis 8.000 Euro. Der Zuschlag lag bei 201.600 Euro (inkl. Aufgeld). 

In der Rubrik Fine Art beim Auktionshaus van Ham avisierte das Gemälde "Kampf arabischer Reiter mit Löwen" zum Favoriten. Zum wiederholten Male erzielten die Kölner mit Werken des Malers Saleh Ben Jaggia Spitzenpreise (726.000 Euro). Generell sind Sujets der Orientmalerei in den vergangenen 15 Jahren in der Beliebtheit gestiegen.

Kulturschutzbehörden lassen Kauf platzen

Beachtlich war die Entwicklung nach der Versteigerung eines Skizzenbuches von C. D. Friedrich. Das war zum Spitzenpreis von über 1,5 Millionen Euro verkauft worden. Dem Erwerber haben nun aber die Kulturgutschutzbehörden mit der Eintragung des Werkes in die Liste wichtiger nationaler Kulturgüter einen Strich durch die Rechnung gemacht. 

Die Einstufung hat zur Folge, dass eine Verbringung des Werkes ins Ausland untersagt ist. Es wird gemunkelt, dass ein großes ausländisches Museum der Erwerber gewesen war. Mittlerweile gilt der Kauf als geplatzt. Egal, wie man zu der Entscheidung der Behörden steht: Ein Schaden für den deutschen Kunsthandelsstandort ist zu befürchten. Künftige Einlieferer wertiger Kunstgüter könnten öfter einen Handelsplatz außerhalb der Landesgrenzen bevorzugen.

Ausstellungsempfehlungen Sommer 2024

 

Kochel am See, Franz Marc Museum

DAS REH FÜHLT

17. Juli bis 6. Oktober 2024

 

Berlin, Jüdisches Museum

SEX. JÜDISCHE POSITIONEN

bis 6. Oktober 2024

 

Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck

KIKI SMITH. Verwobene Welten

bis 20. Oktober 2024

 

Senftenberg, Kunstsammlung Lausitz

Die verschollene Generation

bis 6. Oktober 2024

 
Fazit: Die Luft bei Spitzenobjekten wird dünner. Ebenso ist eine verhaltene Nachfrage im breiten Markt zu verzeichnen. Einen Lichtblick vermitteln eine verbesserte Nachfrage nach nach ausgewählten Design- und Vintage-Objekten. Markenporzellane (KPM, Meissen, Herend, Augarten, Nymphenburg) sind ebenfalls gefragt.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Sonderabschreibung für Baudenkmäler: Regelungen für In- und Ausland

Sonderabschreibung für Baudenkmale im Ausland

Der Bundesfinanzhof hat klargestellt, dass Sonderabschreibungen für Baumaßnahmen an Baudenkmälern nur für in Deutschland gelegene Objekte gelten. Diese Regelung, die sowohl bei Vermietung als auch bei Eigennutzung greift, erfordert eine enge Abstimmung mit Denkmalschutzbehörden.
  • Fuchs plus
  • Steuerstundung durch Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrags

Gesetzliche Maßnahmen gegen Steuerspartricks

2005 erließ der Gesetzgeber Regelungen zur Eindämmung von Steuersparmodellen, insbesondere für geschlossene Fonds. Im Fokus stehen Steuerstundungsmodelle, die durch vorgefertigte Konzepte steuerliche Vorteile wie negative Einkünfte ermöglichen. Dazu gibt es ein neues Urteil.
  • Fuchs plus
  • Metzler im Check: So arbeitet die Investmentabteilung

Metzlers Methode: Investment nach Regeln

Erstellt mit Canva
Ein stringenter Prozess, klare Regeln, ruhiges Handeln – Metzler liefert Investmentkompetenz auf hohem Niveau. Doch der Preis ist hoch: Flexibilität und Chancennutzung bleiben auf der Strecke.
Zum Seitenanfang