Kunstwerke aus Porzellan als Geldanlage
Die Chinesen versuchten lange, das Geheimnis der Porzellanfabrikation zu bewahren. Immerhin hatten sie über Jahrhunderte ein Weltmonopol auf Porzellanwaren. Marco Polo soll im 13. Jahrhundert die ersten Stücke aus Porzellan nach Europa mitgebracht haben. Dies weckte nicht nur bei den Königen, Fürsten und dem Adel Begehrlichkeiten nach ebensolchen Stücken. So war es nur eine Frage der Zeit, um auch in Europa nach dem Geheimnis des Porzellans zu suchen. Bekannterweise gelang es Böttcher und Tschirnhaus 1708 in Meißen ein adäquates Material zu entwickeln und dann 1710 die erste Porzellanmanufaktur Europas zu gründen. Seitdem entstanden unzählige Manufakturen und Fabriken, die sich in der Porzellanherstellung versuchten. Im Laufe der Jahrhunderte kamen und gingen diese. Von vielen verschwundenen Herstellern wissen wir nur über die Porzellanmarken.
Porzellanmarken
In der Regel auf der Unterseite der Objekte angebracht, meist unter der Glasur sichtbar, zählen die Porzellanmarken zu den ältesten bekannten Urheberrechtszeichen. Besonders das 1887 verabschiedete britische Handelsmarkengesetz schrieb die Kennzeichnung von importierten Gütern vor. So entstand z.B. Made in Germany. Heute ist es international üblich diese Herkunftsquelle zu benennen. Die klassischen Porzellanmarken geben mehr als nur über den Herkunftsort Auskunft. So gibt es z.B. Fabrikmarken, oftmals Malerzeichen, um den Maler zu identifizieren. Auch sind Entwerfermarken und Dekorbezeichnungen nicht unüblich. Diese Marken wurden und werden in unterschiedlicher Art und Weise auf die Porzellane angebracht. Von Ritzen, Stempeln, Pressmarken, Abziehbildern und andren reicht die Palette. Über- und Unterglasurvarianten sind möglich.
Der Interessent für besonders seltene und teure Porzellane sollte auf alle Fälle sich zu den Marken kundig machen. Denn wertvolle Objekte laden Kriminelle ein, um ihr Unwesen zu treiben. Schon bald nach der Erfindung des Porzellans tauchten die ersten Markenfälschungen auf. Besonders beliebt bei den Markenfälschern sind Meißner Porzellan, Capodimonte oder auch Sevres. Gewiefte Fälscher stellen überwiegend stilähnliche Billigprodukte her und versehen diese mit den bekannten Markensymbolen. Meist stammen diese aus Asien.
Mehr als Design – Kunst!
Die Faszination vom Material Porzellan und die Möglichkeiten es vielfältig zu Bearbeiten ist nach wie vor ungebrochen. Zahlreiche Designer arbeiten sehr erfolgreich mit diesem spannenden Material. In der Regel schaffen sie Einzelstücke oder Kleinserien. Diese haben dann einen entsprechenden Preis und sind auch für den langfristigen Investor von Interesse. Die Designer arbeiten oftmals im Auftrag namhafter Porzellanhersteller oder auch im eigenen Atelier. Einige zeitgenössische Maler und Bildhauer haben sich u.a. der Arbeit mit Porzellan verschrieben. Dazu gehören u.a. Peter Strang, Kati Zorn, Maximilian Hagstotz, Zhuoyo Hou, Günther Uecker, Gerhard Richter und andere. Objekte aus Porzellan dieser Künstler kann man gelegentlich auf Auktionen finden.
Außerdem lohnt ein Blick auf das Angebot der Onlineshops der Porzellanmanufakturen. Kahla-Porzellan schuf mit der Reihe Obelisco in den neunziger Jahren eine Reihe an der u.a. die Künstler Gerhard Richter, Isa Genzken, Wolf Vostell u.a. mitwirkten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Museen und Sammlungen zum Thema Porzellan. Neben den renommierten Herstellern von Porzellan die öffentlich zugängliche Firmensammlungen (Meißen, KPM, Museum Schloss Fürstenberg) unterhalten, sind die Museen in Berlin, Dresden, Darmstadt, München mit qualifizierten Porzellansammlungen vertreten.
Ausstellungsempfehlungen zum Thema Porzellankunst
Dresden, Zwinger
Porzellankunst aus China, Japan und Meißen
ständige Ausstellung
Riga, Rigaer Porzellanmuseum
Skulptur in Porzellan
bis 13. Oktober 2024
Hohenberg an der Eger, Porzellanikon Hohenberg
Schach&Porzellan Die Welt auf 64 Feldern
bis 13. Oktober 2024
Seitenroda, Leuchtenburg
Porzellanwelten – Wünsche und Wunder
ständige Ausstellung
Fazit: Porzellan-Objekte sind Hingucker aufgrund der künstlerischen Besonderheiten etwas ganz Besonderes. Wer auf Unikatcharakter des Objektes und auf den ausführenden Künstler achtet, dürfte ein über lange Sicht gutes Investment tätigen.