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Industrieverbände wandeln sich von Interessenvertretern zu Moderatoren

Lieber mit den Wölfen heulen

Die Industrieverbände vollziehen im Zuge des politischen Wandels mit neuen Schwergewichten im Parteienspektrum einen bemerkenswerten Wandel. Sie nehmen mehr und mehr die Rolle von Moderatoren statt hartleibigen Interessenvertretern ein. Bei Thema CO2-Steuer wird das besonders deutlich.

In etlichen Industrie- und Wirtschaftsverbänden wandelt sich das Selbstverständnis grundlegend. Dabei zeigt sich ein ähnliches Verhalten wie in der Union (FB vom 15.7.2019).

Opportunismus macht sich zunehmend breit. Dabei ist ein gewisses Muster festzustellen. Es ist derzeit gut zu beobachten an der verbändeinternen Diskussion um die CO2-Steuer: Während die meisten Ehrenamtlichen (Präsidenten, Vizepräsidenten) eine CO2-Steuer skeptisch sehen und dagegen halten wollen, plädieren die politiknahen Hauptamtlichen (Geschäftsführer) eher für Konzilianz. Motto: Man muss ja bald womöglich gut mit den Grünen auskommen.

Anderes Selbstverständnis

Die Verbände nehmen damit eine neue Rolle an. Sie verstehen sich eher als Moderator zwischen Politik und Mitgliedsunternehmen, sagt uns eine verlässliche Quelle. Das Selbstverständnis in den Verbänden sei inzwischen ein ganz anderes als noch vor dem Jahrtausendwechsel. Damals machten BDI-Chefs wie Heinrich Weiß und Hans-Olaf Henkel Front gegen die unter Helmut Kohl zunehmend sozialdemokratisierte CDU. Das brachte dem BDI viel Kritik ein. Aber es brachte auch die wirtschaftspolitische Debatte voran, die schließlich in der Agenda-Politik des SPD-Kanzlers Gerhard Schröder mündete.

Die Verbände entwickeln sich zunehmend von Interessenvertretungen hin zu opportunistischen Moderatoren. Eine harte Linie gegenüber der Politik ist so undenkbar. Die Verbände verlieren so auf Dauer ihre Funktion als Sprachrohr und Korrektiv.

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