Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2917
Rohstoff-Sicherung: Wettbewerbsverzerrung in Europa

Lithium-Wettlauf in Europa

Die Europäische Union fördert die Produktion kritischer Rohstoffe, um unabhängiger von Importen zu werden. Im Erzgebirge könnte schon 2030 der Abbau von Lithium anlaufen. Doch die Länder in Europa gehen strategisch sehr unterschiedlich vor. Das führt zu einem stark verzerrten Wettbewerb um die Rohstoff-Sicherung in Europa.

In Europa hat ein Wettlauf um den Abbau des kritischen Rohstoffes Lithium begonnen. Der ist für die Produktion von Batterien essenziell. Mit im Rennen: Das Unternehmen „Zinnwald Lithium“. Doch im Gegensatz zu konkurrierenden europäischen Wettbewerbern müssen die Sachsen noch privates Kapital einsammeln.

Abbau könnte 2030 starten

Zinnwald Lithium will im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien in der drittgrößten Lagerstätte Europas ab 2030 das Leichtmetall fördern. Im Freistaat sollen dann in einer ersten Stufe bis zu 18 Tonnen Lithiumhydroxid im Jahr produziert werden. Das würde für die Herstellung von rd. 500 000 E-Autos reichen. 

In Europa gibt es allerdings eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung. „Im Vergleich zu anderen Wettbewerbern in der EU haben wir gravierende Nachteile. In Frankreich, Großbritannien und Tschechien unterstützt der Staat mit Anschubfinanzierungen, Fördermitteln oder ist direkt Rohstoffunternehmen beteiligt. Dadurch verlieren wir Zeit und schwächen unsere Position“, sagt Marko Uhlig, Geschäftsführer von Zinnwald Lithium den FUCHSBRIEFEN.

Frankreich unterstützt Bergbauprojekt

Beispiel Frankreich: Der Staat beteiligt sich dort mit 50 Millionen Euro in einer Minderheitsbeteiligung an dem Lithiumprojekt "Emili" des Mineralienkonzerns Imerys. Die Mittel fließen in die finale Machbarkeitsstudie, die bis Anfang 2026 abgeschlossen sein soll. Ziel des Vorzeigeprojekts, das auch von Staatspräsident Emmanuel Marcron unterstützt wird, ist die jährliche Produktion von 34.000 Tonnen. 

Hintergrund: Die EU hat wegen der hohen Abhängigkeit im Critical Materials Act das Ziel formuliert, bis 2030 zehn Prozent des jährlichen Bedarfes an strategisch kritischen Rohstoffen durch heimische Produktion zu gewinnen. Das Imerys-Invest ist von Brüssel bereits als strategisches Projekt anerkannt und kann deshalb von einer beschleunigten Abbaugenehmigung profitieren.

Wirtschaftlich realisierbar 

Auch Lithium Zinnwald hat sich dafür beworben - noch ohne Erfolg. Bislang haben die Sachsen 40 Millionen Euro investiert. Die im März 2025 vorgestellte vorläufige Machbarkeitsstudie bestätigt die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des Vorhabens. Das Investitionsvolumen liegt bei über 1 Mrd. Euro. Uhlig: „Der nächste Schritt, der weitere Investoren anziehen würde, ist die finale Machbarkeitsstudie. Um sie fertigzustellen, haben wir einen Kapitalbedarf in zweistelliger Millionenhöhe.“

Investoren gesucht 

Mit der jüngsten Kapitalerhöhung im Juni 2025 wurden knapp 4 Millionen Euro von Investoren eingeworben. Als strategischer Ankerinvestor hat AMG Critical Materials NV seinen Anteil auf 29,3% erhöht. Dennoch muss Zinnwald Lithium in eine weitere Investitionsrunde gehen, um die endgültige Machbarkeitsstudie fertigstellen zu können und somit die für die Zulassung notwendigen Gutachten und Unterlagen zu erstellen. Staatliche Hilfen wie in Frankreich sind allerdings nicht in Sicht.  

Fazit: Die Europäische Industrie ist anhängig von Lithium-Importen. Deutschland könnte durch eine Widerbelebung des Bergbaus in Sachsen ein Teil des Bedarfes sichern, verfolgt aber bisher keine entsprechende Strategie.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Anlageidee der CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG

CONCEPT im Härtetest: Hervorragende Kundenreise, ausbaufähiger Anlagevorschlag

Illustriert mit MS Copilot
Eine Erbschaft verändert das Leben eines vermögenden Akademikers. Statt eines Produktverkäufers sucht er einen fachlichen Sparringspartner, der Kapitalmärkte versteht, Risiken einordnet und Vermögen langfristig strukturiert. Bei CONCEPT Vermögensmanagement erlebt er im TOPS-Test 2027 eines der stärksten Beratungsgespräche des Wettbewerbs. Die Customer Journey überzeugt auf ganzer Linie. Doch ausgerechnet der Anlagevorschlag kann die hohen Erwartungen am Ende nicht vollständig erfüllen.
  • Fuchs plus
  • Onlinehandel

Mailadresse muss funktionieren

Onlinehändler müssen eine E-Mail-Adresse angeben, über eine Kommunikation möglich ist. Das hat das Kammergericht Berlin entschieden.
  • Konjunktur

Wachstum trotz Krisen

Die deutsche Wirtschaft wird laut Prognosen wieder wachsen. Das gibt Hoffnung. Auch für die gebeutelte Autoindustrie nach den Gesprächen des EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Peking.
Zum Seitenanfang