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EU-Zollabkommen belastet deutsche Industrie: Maschinenbauer und Pharmasektor unter Druck

Maschinenbauer und Pharmaindustrie warnen vor hohen Belastungen

Die deutschen Maschinenbauer und die Pharmaindustrie leiden unter dem neuen EU-USA-Zollabkommen, das zu steigenden Kosten führt. Die US-Zollpolitik unter Präsident Trump erzeugt strategischen Druck, der europäische Unternehmen zu schwierigen Entscheidungen zwingt. Die Maschinenbauer fordern Nachverhandlungen, da viele Firmen stärker belastet sind als vor dem Abkommen.

Neben der Schwerindustrie leiden die deutschen Maschinenbauer sowie die Pharmaindustrie besonders stark unter dem von der EU mit den USA ausgehandelten Zollabkommen. Das zeigt sich in einer Umfrage des Maschinenbauer-Verbandes VDMA. Danach führt die Neuregelung der US-Stahl- und Aluminiumzölle zu erheblich höheren Kosten für die Branche. Die durchschnittliche Zollbelastung der Maschinenbauer ist demnach seit dem 6. April von 21 Prozent auf 26 Prozent gestiegen. Die pauschalen Zölle in Höhe von 15% auf patentgeschützte Medikamente, können nach Angaben des Verbandes der Arzneimittelforschenden Industrie (vfa) sogar dazu führen, dass mittelfristig Pharma-Produktionen nach Übersee verlagert werden. Der vfa fordert deshalb Entlastungen in Deutschland. 

Mit seiner Zollpolitik will US-Präsident Donald Trump die Abhängigkeit von ausländischer Produktion reduzieren, die Preise in den Staaten senken und Investitionen sowie Wertschöpfung ins eigene Land verlagern. Dadurch entsteht nach Einschätzung des vfa in der Pharmaindustrie ein erheblicher strategischer Druck auf europäische Unternehmen. Sie müssten nun entscheiden, ob sie Marktanteile in den USA aufgeben, ihre Preise anpassen oder Investitionen in den US-Standort verlagern.  „Für Deutschland bedeutet dies, dringend benötigte Investitionen am Standort stehen mehr denn je auf dem Prüfstand. Umso wichtiger ist, auch in Europa einen gewichtigen Markt zu entwickeln: Ansiedlungskosten reduzieren, Verfahren beschleunigen, Innovationen fördern“, sagte vfa-Präsident Han Steutel.

Maschinenbauer fordern Nachverhandlungen

Im Maschinenbau stehen laut dem VDMA viele Unternehmen trotz vereinfachter Verfahren deutlich schlechter da als vor dem Abkommen. Rund die Hälfte der von dem Verband befragten Unternehmen gibt an, durch die neuen Regelungen stärker belastet zu sein. Nur etwa ein Fünftel profitiert, ein Drittel sieht keine Veränderung. Die USA hatten ursprünglich angekündigt, Europa mit der Neuregelung entgegenzukommen. Für den europäischen Maschinen- und Anlagenbau ist jedoch das Gegenteil eingetreten. „Wir fordern von der Europäischen Union, in den Verhandlungen mit den USA einen verbindlichen Zolldeckel von 15% auch für den Maschinenbau durchzusetzen.“

In dem Zollabkommen ist ein pauschaler Satz von 15% über alle Branchen hinweg vereinbart worden. Ausnahmen sind die Stahl-, Kupfer und Aluminiumerzeugnisse, bei denen weiterhin hohe Sonderzölle von 50% erhoben werden.

Fazit: Das von der EU ausgehandelte Zollabkommen belastet neben der Schwerindustrie auch die deutschen Schlüsselindustrien Maschinebau und Pharma erheblich. Um mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, muss Brüssel nachverhandeln.
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