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IWF-Chefin zeichnet dramatischen Zustand der Weltwirtschaft

Maßlose Schulden, grüner Wiederaufbaukurs

Kristalina Georgieva warnt vor Schuldenlast durch Covid-19.
Die Summen, die alle Welt in die Wirtschaft pumpt, um die Folgen der Corona-Krise abzufangen, errreichen unvorstellbare Ausmaße. Am Wochenende zeichnete IWF-Chefin Kristalina Georgieva ein aktuelles Bild der Weltwirtschaft. Und stellte dabei bemerkenswerte Forderungen.

IWF-Chefin Kristalina Georgieva hat am Wochenende in Italien deutliche Worte zum dramatischen Zustand der Weltwirtschaft gefunden. Und sie hat deutlich gemacht, worauf sich die Unternehmen einstellen müssen: Alle Hilfen stehen auf „Grün“.

Zunächst: Das BIP der Weltwirtschaft werde um 3% schrumpfen. Tendenz: eher abwärts. Ende 2020 werden die Pro-Kopf-Einkommen in 170 Ländern geringer sein als zu Jahresbeginn. Der Dienstleistungssektor wird von der Krise am härtesten getroffen. Und damit die schlecht bezahlten Jobs.

10 Billionen gegen Corona

Die Regierungen hätten bisher 10 Billionen Dollar (8,9 Billionen Euro) zur Bekämpfung der Corona-Krise eingesetzt. Laut Institute for International Finance sind es sogar elf Billionen. davon entfallen allein auf Cina 1,2 Billionen.  Und weitere 5 Billionen sind der Pipeline. 73 Länder gelten als ökonomisch besonders verletzlich. Der IWF habe allein 68 Ländern Liquiditätshilfen zugeschustert. „Noch nie in der Geschichte des IWF haben wir so viel in so kurzer Zeit getan“.

Wenige Länder, darunter Deutschland, kommen etwas besser aus der Krise heraus als das Gros. Aber das reicht bei weitem nicht, um den Gesamtpfad der Weltwirtschaft nach oben zu richten. Besonders negativ wirke sich der dramatische Einbruch des Welthandels aus. Und noch immer bestehe die Gefahr einer zweiten Corona-Welle. Vor allem Südasien sei stark gefährdet. Der IWF rechnet mit deutlich steigenden Pleitenzahlen und entsprechend hohen Arbeitslosenzahlen.

So viel Geld wie nötig ist

Georgieva sendet einen einmaligen Appell an die Staats- und Regierungschefs: „Geben Sie bitte so viel Geld aus, wie Sie denken, dass nötig ist“. Der Nachsatz kann da leicht untergehen. Sinngemäß lautet er: Achten Sie aber darauf, dass das Geld nicht verplempert wird.

Und Georgieva legt noch mal nach: Sie warnt davor, dass die Auswirkungen der Pandemie nur ein Vorgeschmack auf die Klimakrise sein wird. Der wesentliche Teil der Wiederaufbaumaßnahmen sollte somit der grünen Wirtschaft dienen. Alte Industrien – so die unausgesprochene Botschaft – sollten keine weiteren Hilfen mehr bekommen. Auch in den Bildungsbereich sollte kräftig investiert werden. Hier sieht Georgieva einen der schlimmsten Negativ-Trends in Europa, das deutlich abgerutscht sei. 

Fazit: Der Schlusssatz von Georgievas Rede klingt (gerade in Italien) wohlfeil. „Wir müssen unglaublich ehrgeizig sein, um sicherzustellen, dass uns die Schuldenlast nicht nach unten zieht – vor allem in den Ländern, die die am wenigsten tragfähigen Schulden haben.“

Hinweis: Italien wird 2021 den G20-Vorsitz übernehmen.

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