Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1136
Kommentar

Antworten auf die Völkerwanderung gesucht

Asylbewerber-Aufnahmestelle in Eisenhüttenstadt | © Getty
Die Völkerwanderung überfordert nicht nur weite Teile der Gesellschaft, sondern auch die Politik. Weil sie keine Antworten auf berechtigte Fragen weiß, grenzt sie die aus, die nicht alles mitmachen wollen. Der Standpunkt von Ralf Vielhaber.
Gibt es in Deutschland noch eine Chance, das emotionsgeladene Thema Flüchtlingspolitik rational und differenziert zu diskutieren? Auf allen Seiten wird kaum noch argumentiert, sondern polemisiert, vor allem aber pauschalisiert. Gutmenschen und Fremdenhasser, dazwischen scheint es nichts mehr zu geben. Politik und Vertreter von Verbänden, Kirchen und sozialen Einrichtungen gehen äußerst freigebig mit den stigmatisierenden Begriffen „Rechtsradikaler“, „Rassist“, „Nazi“ um. Sie betreiben gesellschaftliche Ächtung. Die mag im Augenblick nützlich sein, denn damit werden offen-kritische Fragen zum Thema unterdrückt. Der Integrationsbereitschaft hilft es nicht. Es gibt unbeantwortete Fragen zuhauf. Wie lange wird der Zuzug anhalten? Wie viele werden kommen? Wie viele dürfen kommen? 800.000 oder 1 Million in diesem Jahr? Und im nächsten und übernächsten? Wollen und können wir für alle Lehrer, Schulen, Wohnungen zur Verfügung stellen? Wie integriert man Menschen, die die eigene Sprache nicht sprechen? Deren Kultur man nicht versteht und die umgekehrt – vorsichtig ausgedrückt – Vorbehalte gegenüber unserer freizügigen Gesellschaft haben? Wie geht man dauerhaft mit Menschen um, die intolerant sind gegenüber Minderheiten wie Homosexuellen? Die den Staat nicht als oberste Gewalt anerkennen? Wie viele wollen sich integrieren? Und wie viele ihre Identität mit all ihren schwierigen Facetten behalten? Müssen, wollen wir das dulden? Offensichtlich ist, dass die „Völkerwanderung“ weite Teile der Gesellschaft überfordert. Teile, die sich das Geschehen derzeit noch gefasst, aber zunehmend ratlos und beunruhigt anschauen. Deren Haltung jedoch umzuschlagen droht, weil sie auf berechtigte Fragen keine Antworten bekommen.

Fazit: Es geht in der Flüchtlingsdebatte nicht nur um schnelle menschliche Hilfe, ein unverhofftes Arbeitskräftereservoir sowie neue Zahler in unser Sozialsystem. Es geht um einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel. Ohne offene Debatte darüber wird dieser schief gehen. Integrationsbereitschaft und Weltoffenheit kann man nicht erzwingen. Schon gar nicht durch Stigmatisierung, meint Ihr Ralf Vielhaber

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Bei eigenem Zähler ist der Mieter Vertragspartner des Energieversorgers

Vermieter haftet nicht für Strom des Mieters

Für mehr als 8.000 Wohnungen in Hamburg gab es in 2019 eine Stromsperre, weil niemand die Rechnung bezahlen wollte. Muss in diesen Fällen notfalls auch der Vermieter die ausstehenden Beträge begleichen?
  • Fuchs plus
  • Wo man noch in Immobilien anlegen kann

Dortmund, ein Geheimtipp

Blick auf die Dortmunder Innenstadt. Copyright: Pixabay
Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Die Lebensqualität in der Stadt ist durch neue Attraktionen und Stadtviertel gestiegen. Im Strukturwandel ist die Stadt gut vorangekommen. In mehreren Sektoren entstehen neue Arbeitsplätze. Seit zwei Jahren steigen auch die Immobilienpreise an...
  • Fuchs plus
  • UN Bevölkerungsprognose

Osteuropa blutet aus

Die UN hat eine neue Weltbevölkerungsprognose abgegeben. Diese sieht vor allem für Osteuropa negativ aus. Dessen Einwohnerzahl wird bis 2050 je nach Region um bis zu 25% schrumpfen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Konjunktur auf Sparflamme

EZB-Politik hungert Wirtschaft aus

Die Niedrigzinspolitik der EZB wird zunehmend zur Belastung für die Euro-Volkswirtschaften. Denn sie führt zu einer Schwächung des Produktivitätswachstums und des Wettbewerbs. In der Folge wird das Wirtschaftswachstum immer geringer.
  • Fuchs plus
  • Wertvolle Bücher mit Stempel

Exlilbris bietet Sammlern viel zu entdecken

In Zeiten dynamisch wachsender Online-Medien entdecken einige Kunstliebhaber und Sammler gedruckte Bücher wieder. Davon profitiert auch ein anderes Sammelgebiet, bei dem es nur um ganz kleien Stempel in den gedruckten Publikationen geht. Exlibris sind ein attraktives Sammelgebiet, auf dem ein wenig Spezialwissen gefragt ist.
  • Fuchs plus
  • Wie versucht wird, über Personalpolitik den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen

Köpfe tauschen

Deutschland nervt. Die hierzulande in der Öffentlichkeit und auch Teilen der Ökonomie vorherrschende Auffassung, dass eine zu hohe Kreditaufnahme mittel- und langfristig schädlich ist für die Volkwirtschaft, teilen die meisten Institutionen (derzeit) nicht. Über Personalpolitik wird versucht, den hiesigen Mainstream umzulenken.
Zum Seitenanfang